Bei Alpnachstad

23. Oktober 2013 13:56; Akt: 25.10.2013 13:54 Print

Zweiter Jet führte Notmanöver durch

Der Pilot des sicher gelandeten Flugzeugs hat im Absturzgebiet ein Notmanöver durchgeführt. Ob es sich dabei um eine Übung oder einen echten Notfall handelte, ist noch nicht bekannt.

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Am 23. Oktober 2013 prallte ein F/A-18-Kampfjet der Armee in eine Felswand bei Alpnachstad OW. Dabei kamen zwei Personen ums Leben. Bundespräsident Ueli Maurer sprach in einem Kondolenzschreiben nach dem Absturz den Angehörigen sein Beilied aus. Am 27. November 2013 bedankte sich die Luftwaffe mit einem Inserat in mehreren Zeitungen bei der Zentralschweizer Bevölkerung für deren Geduld und Verständnis. Die Unfallstelle ist ein Trümmerfeld. Die Wrackteile können erst geborgen werden ,... ... wenn die Dokumentation der Absturzstelle abgeschlossen ist. Journalisten konnten sich am Donnerstag ein Bild von der Unglücksstelle am Lopper nahe Alpnachstad OW machen. An der Krete wurden Bäume mit Wucht umgeknickt. Auf Grund der vielen Trümmer, .... ... blieb die Bahnstrecke bis am 25. Oktober gesperrt. Am 24. Oktober wurden die beiden Opfer des Flugzeugabsturzes geborgen. Dabei handelt es sich um den Piloten und einen Militärarzt. Unter den Trümmern fand man auch die Blackbox. Die Daten werden ausgewertet. Bei der Absturzstelle sieht man verbrannte Bäume. Helikopter brachten Experten im unwegsamen Gelände zu ihrem Ziel. Die Absturzstelle befindet sich gleich über der Brünigstrasse. Das VBS bestätigt, dass eine F/A-18 bei Alpnachstad OW abgestürzt ist. Trümmerteile des Jets liegen auf der Strasse. Die Polizei ist auch zu Wasser unterwegs... ... und errichtet auf dem See eine Ölsperre. Ein Leser-Reporter fotografierte die Absturzstelle am Vierwaldstättersee. Rettungskräfte waren kurz nach dem Aufprall vor Ort. Die Absturzstelle wird weiträumig abgesperrt. Die Brünigstrasse zwischen Kägiswil und Alpnachstad ist gesperrt. Bei der Absturzstelle ist Feuer zu sehen. Ein Puma löscht bei der Absturzstelle das Feuer aus der Luft. Leser-Reporter haben den Unfall beobachtet. Der Jet ist offenbar in den Berg an der Grenze zwischen Nid- und Obwalden gestürzt. Rauch steigt aus dem Waldstück auf.

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Der Pilot des zweiten F/A-18-Jets, der sicher in Meiringen BE landete, hat im Absturzgebiet ein Notmanöver durchgeführt. Er habe während einer 180-Grad-Kurve auf Instrumentensteuerung umgeschaltet, die Kurve unterbrochen und sei steil in den Himmel geflogen, sagte Korpskommandant Aldo C. Schellenberg an einer Medienkonferenz.

«Es handelt sich um eine trainierte, normale Notaktion, die man bei schlechten Wetterverhältnissen einleiten kann», hielt F/A-18-Pilot Pierre de Goumoëns fest. Ob der «emergency climbout», wie das Manöver genannt wird, aus Übungsgründen durchgeführt wurde oder wegen eines echten Notfalls, ist jedoch noch unklar.

Manöver abgebrochen

Sicher sei nur, dass die beiden Maschinen vom Brünig her unterwegs Richtung Zentralschweiz gewesen seien, sagte Schellenberg. Bei Alpnach hätten beide eine Umkehrung eingeleitet. Eine Maschine brach das Manöver ab, stellte auf Instrumentenflug um und landete später sicher in Meiringen.

Dieses Flugzeug wurde nicht beschädigt. Wie die Sicht zum Zeitpunkt des Unfall war, ist noch unklar. Das verunglückte Flugzeug habe keinen Notruf abgesetzt und auch keine Probleme gemeldet. Das Gebiet sei nicht speziell schwierig, und die Piloten seien dafür ausgebildet, sagte de Goumoëns weiter.

Vermutlich beide Insassen tot

Beim Absturz des F/A-18-Kampfflugzeugs in Alpnachstad im Kanton Obwalden sind höchstwahrscheinlich beide Personen an Bord ums Leben gekommen. «Die Bilder vor Ort lassen das Schlimmste vermuten», sagte Armeechef André Blattmann vor den Medien.

Gesichert seien die Informationen aber noch nicht. Die Schweizer Armee zeigt sich tief betroffen. «Wir können nicht zuversichtlich sein», sagte Aldo Schellenberg, Kommandat der Schweizer Luftwaffe, an einer einberufenen Medienkonferenz. «Es ist ein schwarzer Tag für die Armee und auch für die Luftwaffe.»

Mehrere Augenzeugen

Bisher liegen wenige gesicherte Erkenntnisse vor. Es sei unklar, ob der Pilot und sein Passagier den Schleudersitz betätigt hätten. Die beiden F/A-18-Jets waren auf einer Trainingsmission unterwegs. Das Wetter habe diese Mission ermöglicht, sagte Schellenberg.

Mehrere Personen haben den Absturz beobachtet. Augenzeugin Angela sagte gegenüber Radio Pilatus: «Ich war mit dem Hund auf dem Flugplatz unterwegs, als zwei F/A-18 über dem See bei dichtem Nebel flogen. Es vergingen keine 2 Sekunden und ein riesiger Feuerball war bei der Tellikurve im Rengg zu sehen.» Ein weiterer Augenzeuge sagt aus, dass die Flugzeuge tiefer als normalerweise geflogen seien. Dies bestätigt auch ein weiterer Zeuge, der die Jets sichtete, als sie über Sachseln (OW) flogen.

Ein weitere Augenzeuge sagte gegenüber Keystone, er habe einen dumpfen Knall gehört.

Zugstrecke unterbrochen

Ein Leser-Reporter von 20 Minuten meldete, dass sein Zug im Bahnhof Alpnach Dorf angehalten habe. Es hiess von einer Angestellten, dass der Zug wegen eines Flugzeugunglücks nicht weiterverkehren könne. Die Zentralbahn hat einen Ersatzbus organisiert. Allerdings sei auch die Brünigstrasse gesperrt, wie Augenzeugen berichten.

Die Absturzstelle befindet sich offenbar am Lopper beim Grenzstein zwischen den Kantonen Ob- und Nidwalden, wie die «Neue Obwaldner Zeitung» berichtet. Der Lopper ist dicht bewaldet. Durch ihn führen Autobahn- und Eisenbahntunnels. Am Ufer führt neben der Bahnlinie auch die Kantonsstrasse vorbei. Sowohl die Bahnstrecke als auch die Strasse sind wegen des Absturzes unterbrochen.

Schlechtes Wetter in der Region

Laut dem nationalen Wetterdienst MeteoSchweiz herrschte in der Region Alpnachstad im Kanton Obwalden am Mittwoch um die Mittagszeit schlechtes Wetter. Als der F/A-18-Jet der Schweizer Luftwaffe abstürzte, dürfte es bei starker Bewölkung leicht geregnet haben.

«Das Wetter hat sich nach dem Mittag in der Region eher verschlechtert», sagte Meteorologe Thomas Jordi auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Wolkendecke sei gesunken. Um 14 Uhr lag sie bei 800 bis 900 Meter über Grund.

Die verunfallte F/A-18 ist seit dem Jahr 1997 im Einsatz der Schweizer Armee. Es ist der zweite Absturz einer F/A-18 nach 1998, als im Wallis eine Maschine verunfallte. In den letzten 20 Jahren kam es zu zehn Abstürzen der Schweizer Luftwaffe.


(jam/lha/dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter am 23.10.2013 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    hoffentlich

    hoffentlich konnte sich der pilot retten!

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  • fly am 23.10.2013 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Hat er es überlebt ?!?!?

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  • Venty am 23.10.2013 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Und der Pilot?

    Was ist mit dem Piloten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • B.W. am 23.10.2013 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Trauer und Hoffnung

    Ich hoffe nur, dass die überlebt haben und mein Kollege nicht dabei wahr. Habe bis jetzt nichts von ihm gehört...

  • Müller Hans am 23.10.2013 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen, Tatsachen und Hoffnung

    @Fabian warum sollen sie wie Steine vom Himmel fallen??? @Daniel Adliswils ZH ist an einer anderen Ecke der Schweiz. @Sylencer Was gab es heute auf dem Flughafen ZH für ein Unfall? Hoffen wir, dass sie den Schleudersitz ziehen konnten und die Kräfte überlebt haben. Denn Schleudersitz nutzen ist auch lebensgefährlich durch die Beschleunigung Die Hoffnung stirbt zuletzt hoffen wir, dass sie sich retten konnten. Ich wünsch den Familien viel Kraft.

  • Markus Wälchli am 23.10.2013 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    die hoffnung stirbt zuletzt

    hoffe er lebt die hoffnung stirbt zuletzt, es ist ja auch möglich, dass der pilot ganz menschlich, ein plötzliches medizinisches problem hatte!? ich glaube nicht an einen pilotenfehler das sind 200% profis!

  • arbeiter am 23.10.2013 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pilot

    ich hoffe es gibt schleudersitze und der pilot ist wohl auf!

  • Alpnacher am 23.10.2013 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pilot?

    Konnte die Absturzstelle vorhin aus einem Kilometer betrachten. Laut einem Bekannten in der Polizei wird der Pilot noch gesucht. :( zwei Helikopter kreisen über der Absturzstelle.