Gerichtsfall

04. Dezember 2018 18:05; Akt: 05.12.2018 13:23 Print

10-Mio-Forderung gegen Boris Becker abgewiesen

Ein ehemaliger Zuger Geschäftspartner von Boris Becker ist vor Zuger Obergericht abgeblitzt: Er hatte von der Tennislegende die Rückzahlung von 10 Millionen Franken gefordert.

Bildstrecke im Grossformat »
Per Becker-Hecht auf den Tennisolymp: 1985 düpiert Boris Becker in Wimbledon als 17-Jähriger die gesamte Weltelite. Hoch die Tasse: Nach dem Viersatzsieg über Kevin Curren aus Südafrika präsentiert Becker, Übername «Bum Bum», die Wimbledon-Trophäe. Noch nicht volljährig und schon ein Held: Becker posiert nach dem Triumph im All England Club mit seinen Eltern Karl-Heinz und Elvira. Ganz viel Liebe: 1993 heiratet der Tennisstar in seiner Heimatstadt Leimen zum ersten Mal. Mit Barbara bleibt er sieben Jahre zusammen. Privates öffentlich gemacht: Anfang 2001 lässt sich das einstige Traumpaar in den USA scheiden. Das Fernsehen ist live dabei. Mit dem Riesenpudel auf dem Laufsteg: Beckers Tochter Anna ist inzwischen wie ihre Mutter Model, wie dieses Bild aus dem Jahr 2015 zeigt. «Boris der Grosse»: Becker, hier auf einer Aufnahme von 1999, geniesst in Wimbledon Heldenstatus. Er gewinnt das Turnier dreimal und erreicht drei weitere Male das Endspiel. Diesmal ist es eine Sängerin: Zu Beginn des Jahres 2001 zeigt sich Becker mit Sabrina Setlur. Verliebt ja, schwanger nein: In der Sendung «Wetten, dass ...?» beantwortet Setlur im Januar 2001 eine Frage, die das Land bewegt. Ein bisschen Spass muss sein: Zusammen mit Sänger Roberto Blanco, der früheren Topspielerin Gabriela Sabatini und Komiker Otto Waalkes nimmt Becker im Mai 2003 an einem Showmatch in Hamburg teil. Nun auch offiziell eine Sportlegende: Im Juli 2003 wird Becker in die Hall of Fame des Tennissports aufgenommen. Ex-Frau Barbara und die beiden gemeinsamen Söhne Noah (l.) und Elias sind auch dabei. Eine kurze Episode: Mit Sandy Meyer-Wölden, die er kennt, seit sie ein Kind war, ist Becker 2008 drei Monate lang verlobt. Sandys Vater Axel Meyer-Wölden, ein angesehener Jurist, war einst Beckers Manager. Ehrengast an den Sports Awards: Becker ehrt im Dezember 2003 Roger Federer als Schweizer Sportler des Jahres. Wieder unter der Haube: Im Juli 2009 geben sich der Tennisstar und das niederländische Model Lilly Kerssenberg in St. Moritz das Jawort. Nur keine falsche Eitelkeit: Becker tauscht in der Oliver-Pocher-Sendung «Immer auf den Kleinen» das Tennisracket gegen zwei Fliegenklatschen. Zurück auf der Tour: Ende 2013 wird Becker von Novak Djokovic als Trainer engagiert. Die Tenniswelt ist zunächst irritiert ob der Wahl des Serben. Er hat es wieder einmal allen gezeigt: Beckers Schützling Djokovic gewinnt im Juli 2014 Wimbledon. Es ist der erste von sechs Major-Titeln für das Gespann. Nur nicht schwitzen: Seit dem Ende der Zusammenarbeit mit Djokovic im Dezember 2016 ist Becker wieder als TV-Experte tätig.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Fakt
Becker eingeklagt

Hans-Dieter Cleven, ehemaliger Geschäftspartner von Tennislegende Boris Becker, hatte im September 2015 beim Kantonsgericht Zug gegen Boris Becker eine Klage auf die Zahlung von 10 Millionen Franken nebst Zins eingereicht.

Klage
Riesendarlehen zurückzahlen

Begründet hatte Cleven dies damit, dass er Becker mehrere Darlehen im Gesamtbetrag von über 41 Millionen Franken gewährt habe. Inzwischen habe Cleven diese Darlehen gekündigt und verlangt nun eine Rückzahlung. In einer Teilklage forderte er 10 Millionen Franken.

Urteil
Klage abgewiesen

Das Kantonsgericht Zug hatte diese Klage im Juni 2017 abgewiesen. Doch Cleven zog das Urteil weiter. Das Zuger Obergericht hat die Forderung von Hans-Dieter Cleven jetzt ebenfalls abgewiesen und den Entscheid des Kantonsgerichts bestätigt, wie es am Dienstag mitteilte. Wie schon das Kantonsgericht gelangte auch das Obergericht zum Schluss, dass die von Cleven eingeklagte Forderung auf Rückzahlung des Darlehens nicht fällig ist.

Grund
Fehlender Nachweis

Zwar sei unbestritten, dass Cleven Boris Becker diverse Darlehen gewährt habe. Das Kantonsgericht befand nun aber, dass Cleven weder eine Kündigung des Darlehens noch eine Aufhebungsvereinbarung oder das Vorliegen eines sonstigen Beendigungsgrundes nachgewiesen habe. Das Darlehen sei deshalb noch nicht zur Rückzahlung fällig und die Klage zurzeit abzuweisen.

Wie weiter?
Ans Bundesgericht?

Das Urteil des Obergerichts von Ende November ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. Weil es um so viel Geld geht und Cleven bereits das erste Urteil nicht akzeptierte, ist der Gang ans Bundesgericht wohl durchaus wahrscheinlich.

(sda)