Kriminalgericht Luzern

18. Dezember 2018 05:48; Akt: 18.12.2018 06:53 Print

Mann zückt Messer und überfährt fast Türsteher

Er hat ein Ehepaar und einen Türsteher bedroht – und einen Türsteher fast mit dem Auto überfahren. Deshalb gibts 22 Monate Freiheitsstrafe für einen 41-Jährigen.

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Das Kriminalgericht hat einen 41-Jährigen unter anderem wegen Gefährdung des Lebens, mehrfacher Nötigung und mehrfacher Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt.

So kam es im April 2016 zwischen dem Verurteilten und Türstehern der Penthouse-Bar beim Hotel Astoria zu einer Auseinandersetzung. Bereits im Vorfeld jenes Streits hatte der Mann schon Probleme mit den Türstehern und ein Zutrittsverbot wurde ausgeprochen: An jenem Abend ging der Verurteilte gegen 23 Uhr wieder vor Ort, «obschon ihm die Luzerner Polizei mehrfach dazu geraten hatte, er solle diesen Ort nicht mehr aufsuchen», wie es im Urteil heisst.

Er drohte allen Türstehern mit dem Tod

Der 41-jährige Libanese ging auf die Türsteher zu, es kam zum Streit. Der Mann drohte, «er würde alle Türsteher des Hotels Astoria umbringen, denn sie seien die Mafia». Der Cheftürsteher alarmierte den Eventmanager des Hotels, dieser rief die Polizei. Der Verurteilte, der versteckt ein Messer dabei hatte, setzte sich in sein Auto, das auf der anderen Strassenseite stand.

Der Cheftürsteher ging zum Auto. «Der Beschuldigte nahm daraufhin das zuvor in seinem rechten Pulloverärmel verborgene Schiebemesser in die rechte Hand», steht im Urteil. Er habe damit den Türsteher in «Angst und Schrecken» versetzt. Der Türsteher «sprühte daraufhin mit einem Pfefferspray in die Luft.»

Türsteher rettete sich in letzter Sekunde

Der Verurteilte fuhr schliesslich vorwärts und mit rund 14 km/h rückwärts – direkt auf den Türsteher zu, «der sich im Zeitpunkt des Rückwärtsfahrens hinter dem Fahrzeug des Beschuldigten befand.» Dieser konnte sich mit einem Satz zur Seite retten und «damit verhindern, dass er vom Fahrzeug des Beschuldigten erfasst wurde.» Im Urteil des Gerichtes heisst es:

«Der Beschuldigte hat damit einen Menschen in skurpelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr gebracht.»

Danach fuhr er davon. Er meldete sich selbst bei der Polizei: Er sagte, «dass er Anzeige erstatten wolle, da er von drei Türstehern vor dem Hotel Astoria angegriffen worden sei». Die Polizei nahm ihn später fest, der Fahrausweis wurde ihm entzogen. Trotzdem fuhr der Mann Auto – zweimal hielt ihn die Polizei an.

Auch seine Nachbarn versetzte er in «panische Angst»

Zudem wurde er wegen mehrfacher Nötigung verurteilt, weil er ein betagtes Ehepaar – seine ehemaligen Nachbarn – wiederholt mit seinem Auto zuparkte. Damit hat der das Ehepaar in «panische Angst» versetzt. «Sie getrauten sich weder aus dem Fahrzeug zu steigen noch war es den beiden möglich mit dem Fahrzeug wegzufahren», heisst es weiter. Das Paar blieb im Auto und der Mann «tätigte die Zentralverriegelung des Fahrzeuges, nahm seinen Pfefferspray in die Hand und begann zu hupen.» Erst nach etwa zehn Minuten fuhr der Verurteilte wieder weg. Nur wenig tauchte er wieder auf und verperrte den Weg erneut, danach verschwand er.

Der Mann legte gegen das Urteil des Kriminalgerichts Berufung ein.

(gwa)