Fluchtweg versperrt?

22. August 2018 05:49; Akt: 22.08.2018 06:00 Print

Autofahrer ängstigt sich wegen Blitzer in Tunnel

Mit einem semistationären Blitzkasten hat die Kapo Obwalden in einer Tunnel-Nische Kontrollen durchgeführt. Ein Leser findet das gefährlich, die Polizei hält dagegen.

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«Wir waren am Sonntagabend auf der Durchreise, als ich in einer Ausstellbucht im Tunnel Lungern einen semistationären Radarkasten gesehen habe», sagt ein Leser-Reporter. Das ärgerte ihn, weil: «Ich finde das gefährlich. Die Nische müsste doch für Notfälle frei sein – gerade in einem Tunnel, wo es nur wenig Platz und begrenzte Fluchtmöglichkeiten gibt.»

Der Leser-Reporter habe generell keine Einwände gegen Radarkontrollen, sondern findet sie richtig und wichtig. Wäre dort eine feste Radaranlage montiert, so wie das in anderen Tunneln der Fall sei, «dann würde dadurch kein wertvoller Platz beansprucht».

«Unverhältnismässig»

Auch wenn Polizisten mit einem kleinen Radargerät eine mobile Kontrolle durchführen würden, würde er das verstehen, aber im Notfall könnte ein semistationäres Geschwindigkeitsmessgerät Personen in Not und den Rettungskräften Schwierigkeiten bereiten: «Solch eine grosse Radaranlage braucht viel Platz. Das ist unverhältnismässig.»

Bei der Kantonspolizei Obwalden bestätigt man, dass es am Sonntag im Tunnel Lungern zu einer Geschwindigkeitskontrolle gekommen ist. Durch das semistationäre Radargerät werde aber die Sicherheit im Tunnel nicht beeinträchtigt. «Die Tunnelnischen sind relativ gross gestaltet», sagt Martin Kathriner von der Kantonspolizei Obwalden auf Anfrage.

Ein solches Radargerät sei rund eineinhalb mal eineinhalb Meter gross und werde am Ende oder am Anfang einer Nische aufgestellt. «Die Platzverhältnisse werden dadurch nicht beeinträchtigt», sagt er. Die Fluchtwege seien frei und ohne Schwierigkeiten passierbar.

Wendemanöver im Tunnel

In diesem Gebiet gebe es öfter Geschwindigkeitskontrollen. «Auf der Brünigachse sind unter anderem viele Touristen unterwegs.» Trotz Gegenverkehr und Sicherheitslinie komme es immer wieder zu Überholmanövern und Tempoüberschreitungen. «Es kommt auch des Öftern vor, dass Personen ihr Auto im Tunnel wenden», so Kathriner. Deshalb seien Kontrollen durch die Polizei immer wieder nötig. Dies im Sinne der Verkehrssicherheit.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stef Auer am 22.08.2018 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Märlistund!!

    "Dies im Sinne der Verkehrssicherheit" Dieses Märli könnt ihr uns noch lange erzählen, wir glaubens trotzdem nicht.

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  • leser am 22.08.2018 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    interessante Begründungen

    Überhol- und Wendemanöver wird man mit dieser "Kontrolle" wohl nicht dokumentieren. Jedoch durch Kameras die permanent überwachen.

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  • Heinz Meier am 22.08.2018 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polizei perfekt

    Wer kommt den auf die Idee, dass die Polizei etwas falsch macht oder einen Fehler gesteht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • T. F am 22.08.2018 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzockerei statt Sicherheit

    Es geht nicht um die Sicherheit, sondern um Abzocke

  • Auto Fahrer am 22.08.2018 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlich!

    nicht wegen der etwas kleineren Notnische sondern wegen den Leuten die beim Blitz hart in die Bremsen treten, auch wenn es schon zu spät ist. Gerade im Tunnel ist das EXTREM gefährlich da der nächste vermutlich eher knappen Abstand hält und nicht damit rechnet.

  • Markus am 22.08.2018 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Geldmacherei

    Wenn die radarkontrollen zur sicherheit wären, würden diese 10 mal soviel kosten. Es könnte auch ein bonus malus system eingeführt werden. Das was wir hier haben, ist nur geldmacherei und kann nicht als sicherheitsmassnahme ernst genommen werden

  • Stefan H am 22.08.2018 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fluchtwege in einem Brandfall sollte

    Zugänglich sein. Das finde ich auch, den Fluchtweg versperren ist gefährlich das sollte doch jeder man wissen. In einem Tunnel mit Gegenverkehr um so mehr. Solche faule Ausrede wie das im Tunnel als wende Manöver ist doch übertrieben. Warum nicht gerade eine Überwachungskamera installieren bezahlt sich doch besser aus. Oder eine fest Installierte Blitzer. Würde wohl zu viel kosten dafür kann man doch besser der Automobilist besser biss sacken.

  • Sandy am 22.08.2018 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lusbuebe

    Wer wegen einem Radar erschreckt, sollte kein Auto fahren.