Glattalbahn

08. Juli 2014 19:19; Akt: 08.07.2014 19:26 Print

«Angewöhnung kann bis zu zehn Jahre dauern»

Dank Barrieren soll die Anzahl Unfälle auf der Glattalbahn-Linie halbiert werden. VBG-Direktor Matthias Keller sagt, wieso man diese nicht von Anfang an montiert hat.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Herr Keller*, als weitere Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit der Glattalbahn sind Schranken an fünf auffälligen Kreuzungen geplant. Warum wurden diese nicht von Anfang an gebaut?
Wir haben drei der betroffenen Kreuzungen im Juli 2013 mit grüner Farbe gekennzeichnet, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Diese Massnahme bot drei signifikante Vorteile: Sie benachteiligt niemanden, sie wäre rasch auch an anderen Kreuzungen umsetzbar und sie wäre kostengünstiger. Jetzt müssen wir einsehen, dass diese Massnahme nicht den gewünschten Effekt erzielt hat. Deshalb planen wir nun Barrieren an den besagten fünf Kreuzungen.

Eine weitere Massnahme ist die Temporeduzierung auf maximal 36km/h. Auf welchen Streckenabschnitten wird diese Begrenzung eingeführt?
Prinzipiell an diesen fünf Kreuzungen bis die Schranken gebaut sind. Da drei dieser Übergänge sehr nahe beieinander liegen, gelten diese 36km/h für die ganze Flughofstrasse in Opfikon-Glattbrugg, damit es in diesem Abschnitt für die Fahrgäste nicht zu einem Stop-and-Go kommt.

Ziel ist die Halbierung der Anzahl Unfälle. Bis wann möchten Sie dieses Ziel erreichen?
Sobald die Barrieren in Betrieb sind. Wir hoffen, dass dies innerhalb der nächsten zwei Jahre der Fall sein wird. Einsprachen könnten die Realisation verzögern.

Der Bau einer Schrankenanlage an einer Kreuzung kostet voraussichtlich zwischen 300‘000 und 600‘000 Franken. Die Gesamtkosten werden also zwischen 1.5 Millionen und 3 Millionen Franken betragen. Wie wird dies finanziert?
Da die Umsetzung dieser Massnahmen ein Folgeprojekt der Glattalbahn ist, wird der Bau der Barrieren ebenfalls vom Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) finanziert.

Im Durchschnitt gibt es 8.3 Unfälle pro einer Million gefahrener Tramkilometer bei Schweizer Trams. Bei der Glattalbahn hingegen sind es zehn polizeilich erfasste Unfälle. Wo liegen die Ursachen für höhere Anzahl?
In der Stadt ist das Erscheinungsbild eines Trams sehr dominant und jedes Kind weiss, dass an der Bahnhofstrasse Trams fahren. Hier im Glatttal braucht es noch eine Angewöhnungszeit seitens der Verkehrsteilnehmer, die bis zu zehn Jahre dauern kann, wie wir von Strassenprojekten her wissen. Auch möchten wir keinen Vergleich mit anderen Unternehmen anstellen, da überall andere Verhältnisse vorherrschen. Somit ist ein punktueller Vergleich nicht zweckmässig.

*Matthias Keller ist Direktor der Verkehrsbetriebe Glattal

(KV)