Zürich-Oerlikon

18. Oktober 2019 04:54; Akt: 18.10.2019 08:23 Print

«Auf dem Schulweg lagen blutige Heroin-Spritzen»

Laut einer Leserin lagen mitten auf einem Schulweg in Zürich-Oerlikon mehrere blutige Spritzen. Für sie nicht nur abnormal, sondern auch gefährlich.

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Gleich mehrere blutige Spritzen fand eine Leser-Reporterin am Dienstag mitten auf einer Strasse in Zürich-Oerlikon. Das Beunruhigende daran: Der Fundort soll sich laut der Frau in der Nähe eines Kindergartens sowie einer Schule befinden. «Dort, wo die blutigen Heroin-Spritzen lagen, laufen viele Kinder entlang. Das ist ein Schulweg.»

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Für sie sei so ein Fund nicht nur abnormal, sondern auch gefährlich. «Die Kinder könnten mit den Spritzen spielen und sich verletzen oder im schlimmsten Fall mit irgendwelchen Krankheiten infizieren.» Sie meldete den Fund deshalb gleich dem Hauswart der nahegelegenen Schule. In der Zwischenzeit seien die Spritzen weggeräumt worden.

«Nichts Aussergewöhnliches»

Bei der Stadtpolizei Zürich ist diesbezüglich keine Meldung eingegangen. Für Sprecher Marc Surber könne der Fund der Leserin aber durchaus möglich sein: «Auch wenn der Kreis 11 nicht als Problemviertel bekannt ist, ist so etwas in der Stadt Zürich nichts Aussergewöhnliches.»

Es komme immer wieder vor, dass Mitarbeitende von Sicherheit, Intervention und Prävention (SIP) oder auch Polizistinnen und Polizisten nicht richtig entsorgte Spritzen einsammeln und entsorgen müssten, sagt Surber.

Spritze in Abfalleimer entsorgen

Trotzdem: «Für Kinder kann es beim Umgang mit solchen Spritzen zu gefährlichen Situationen kommen.» Polizei-Sprecher Surber rät: «Kinder sollten die Spritzen auf keinen Fall anfassen.»

Erwachsene hingegen könnten, falls sie es sich zutrauten und die Nadel mit dem Deckel geschützt sei, die Spritze in einem Abfalleimer entsorgen. «Ansonsten darf man sich selbstverständlich an die Polizei oder die SIP wenden, welche die Spritzen rasch und entsprechend richtig entsorgen.»

«Weniger junge Schwerstabhängige»

Laut Simon Weis, Abteilungsleiter bei SIP Zürich, werden die meisten Spritzen über die Sommermonate sowie in der Innenstadt und den Langstrassenquartieren gefunden: «Insbesondere die Umgebung der Kontakt- und Anlaufstellen, in denen die rund 850 schwerstabhängigen Konsumentinnen und Konsumenten betreut werden, wird täglich auf Spritzenfunde kontrolliert.» In den letzten 10 Jahren habe die Anzahl Spritzen im öffentlichen Raum aber massiv abgenommen.

Zudem habe sich im selben Zeitraum die Anzahl Nutzerinnen und Nutzer der stadtzürcherischen Kontakt- und Anlaufstellen leicht verringert, so Weis. Dabei liege die grösste Veränderung in der Altersstruktur: «Erfreulicherweise gibt es weniger junge Schwerstabhängige.» Das durchschnittliche Alter der rund 850 Personen liege bei 48 Jahren. «1 Prozent ist unter 30 Jahren alt. Vor 10 Jahren waren es noch rund 13 Prozent gewesen.»

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Corine79 am 18.10.2019 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    80er gang und gäbe auf dem Pausenplatz

    Wir haben sogar in der Schule gelernt, wie die Spritze entsorgt werden. Auf dem Pausenplatz lagen immer wieder Spritzen zur Platzspitz Zeit.

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  • Tetrapack am 18.10.2019 05:48 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, gut.

    Eine Meldung bei der Stadt hätte gereicht. Ein solcher Sack (wie jeder Abfall, der einfach auf die Strasse geworfen wird), ist überall unpassend, nicht nur in der Nähe einer Schule...

  • giorgio1954 am 18.10.2019 05:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SP und Co.

    Die Zürcher haben eine linke Stadtregierung gewählt. Falls diese ihren Job nicht macht, besteht die Möglichkeit eine andere Regierung zu wählen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wicki am 18.10.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Was lerne ich meinen Kindern?

    Werden die Kinder heute so erzogen dass auch der Umgang mit solchen Sachen thematisiert wird oder ist das einfachste wegschauen und die Kinder dann vorne hinstellen als gefährdet da die Erziehung versagt hat? Auch solche Themen gehören zur Entwicklung eines Kindes, es ist aber einfacher tagsüber in Mittagstisch und abends PC/IPhone, damit sich Eltern nicht kümmern müssen, Verantwortung abschieben können.

  • Steibogg am 18.10.2019 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja und?

    Früh übt sich wer in Zürich bleiben möchte. Drogen, Saufgelage , Verbrechen gehören in Zürich zur Selbstverständlichkeit. Auch zehn Fremdsprachen in der Schule gehört dazu , wie Albanisch, Serbisch, Türkisch, Rumänisch, etc. Wer das nicht will gehört nicht nach Zürich sondern ins Calancatal. Dort ist noch heile Welt.

  • Andreas am 18.10.2019 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein entlarvender Satz

    «Auch wenn der Kreis 11 nicht als Problemviertel bekannt ist, ist so etwas in der Stadt Zürich nichts Aussergewöhnliches.» Dieser eine Satz sagt so viel über den Stand der Polizei bzw der Sicherheit Zürichs aus. Übersetzt heißt das "ja kann man halt gar nichts machen". Was für ein Vollversagen der Sicherheitsorgane.

    • Cartman1993 am 18.10.2019 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas

      ja was soll die polizei denn deiner meinung nach machen?

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  • Il am 18.10.2019 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte vorsichtig alle Süchtige Menschen!

    Das soll hart bestraft werden, Weil, es gibt gerade in Zurich Alle Infrastruktur für heroin Süchtige Frei gratis und sauber, Wenn das anderswo wäre, Ist auch schlimm, aber Zürich Ist davon geschont, hofft man ja, Es werde immer Ausnahme geben !

  • Henri am 18.10.2019 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Danke SIP!

    Habe vor ca. 20 Jahren in der Nähe vom Limmatplatz eine auf dem Trottoir liegende Spritze aufgelesen. Nachdem ich die vorher daran vorbeilaufende SIP darauf ansprach, war die lapidare Antwort in gebrochenem Deutsch: "Das ist nicht unsere Auftrag." Danke SIP. Habs noch im Kopf, wie wenns gestern gewesen wäre.