Uster ZH

17. Januar 2019 13:58; Akt: 17.01.2019 15:58 Print

«Auto verlassen» oder «Barriere durchbrechen»

Was soll man tun, wenn man mit seinem Auto zwischen den Barrieren auf einem Bahnübergang stecken bleibt? SBB und die Polizei haben hier unterschiedliche Ratschläge.

Eine Leser-Reporterin hat den Zeitpunkt des Unfalls mit ihrem Handy gefilmt.
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Das Video von der Kollision einer S-Bahn mit einem Auto am Mittwochnachmittag in Uster sorgt für hitzige Diskussionen. Wie hätte man in einem solchen Fall richtig reagiert?

Laut einer Sprecherin der SBB sollte es gar nie zu solchen Situation kommen: «Im Gesetz ist klar definiert, dass vor Bahnübergängen anzuhalten ist, wenn Schranken sich schliessen oder Signale Halt gebieten.»

Kantonspolizei empfiehlt andere Vorgehensweise als SBB

Komme man dennoch in eine solche Aktion, stehe die Sicherheit aller beteiligten Personen an oberster Stelle. Ihr Ratschlag: «Bleibt ein Fahrzeug bei geschlossenen Schranken auf einem Bahnübergang stehen, ist es wichtig, dass die Insassen das Fahrzeug sofort verlassen und sich in Sicherheit bringen.»

Die Kantonspolizei Zürich empfiehlt eine andere Vorgehensweise. «Fahrzeuge und Personen sollten so schnell wie möglich aus dem Gefahrenbereich gebracht werden», sagt Sprecher Florian Frei. Daher rät die Polizei: Gas geben. «Die Barriere hat in der Mitte einen Bereich, wo sie einfacher bricht», so Frei. Was die Frau des Vorfalls in Uster nun für Konsequenzen erwartet, kann er nicht sagen, da die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen.

Warnlicht ist wie Rotlicht zu behandeln

«Grundsätzlich ist es so, dass das blinkende Warnlicht bei der Barriere wie ein Rotlicht beim Lichtsignal zu behandeln ist», sagt Frei. Das heisst: Fährt man über den Bahnübergang, während das Warnlicht bereits blinkt, droht eine Ordnungsbusse von 250 Franken. Es gibt aber auch Fälle, in denen man aufgrund eines Staus oder eines technischen Defekts am Auto auf dem Bahnübergang stehen bleibt. «In solchen Fällen wird die Situation dann auch anders beurteilt», sagt Frei.

Bei der Beurteilung wird auch unterschieden, ob eine Person verletzt wurde oder ob es sich nur um einen Blechschaden handelt. Die Beurteilung eines strafrechtlichen Sachverhalts obliegt den Untersuchungsbehörden. Diese entscheide auch, welche Strafen eine Person nach solchen Vorfällen effektiv zu erwarten habe. «Die Polizei führt die Ermittlungen durch und klärt den Sachverhalt, was genau passiert ist – alles Weitere ist dann Sache der Staatsanwaltschaft», sagt Frei.

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(mon/wed)