Rapper in U-Haft

27. Februar 2019 21:05; Akt: 28.02.2019 07:50 Print

«Besko hat es sich endgültig verscherzt»

Rapper Besko (33) sitzt in Untersuchungshaft. Er soll eine Postfiliale überfallen haben. Politiker fordern schärfere Gesetze.

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Der Zürcher Rapper Besko (33) sitzt in Untersuchungshaft. Er soll am vergangenen Dienstag die Postfiliale in Dübendorf ZH überfallen haben. Dabei wurde er eigentlich vor zweieinhalb Jahren ausgeschafft und lebt seither im Kosovo. Wegen verschiedenen Delikten wie Nötigung und bewaffnetem Raubüberfall hatte er zuvor schon fünf Jahre in Haft verbracht.

In die Schweiz reisen darf Besko laut «Tages-Anzeiger» nur wenige Wochen im Jahr dank einer Ausnahmebewilligung, um sein Kind zu sehen. Diese Zeit nutzte er offenbar, um mit dem Raubüberfall Geld zu erbeuten, mit dem er Schulden abzahlen wollte.

Musterbeispiel der Integration

Er wurde in der Nähe eines Tonstudios in Dübendorf verhaftet, wie das Studio gegenüber 20 Minuten bestätigt. Auf Hilfe aus der Politik kann Besko nun nicht mehr zählen. Vor seiner Ausschaffung hatten sich noch verschiedene Musiker unter dem Hashtag #freebesko für ihn eingesetzt, Besko galt als Musterbeispiel gelungener Reintegration. Er selbst betonte immer wieder, kriminellen Aktivitäten abgeschworen zu haben.

Auch SVP-Nationalrat Lukas Reimann setzte sich damals für den Rapper ein. Er sah in Besko einen geläuterten Musiker, der Jugendliche mit Migrationshintergrund von einer kriminellen Karriere abhalten könnte. «Er nützt uns hier mehr als im Kosovo», sagte Reimann damals der «Rundschau».

«Besko hat Besuchsrecht verwirkt»

Davon ist nun nichts mehr zu spüren. Im Gespräch mit 20 Minuten will er sich nicht mehr zu seiner früheren Unterstützung des Rappers äussern. Ob er enttäuscht ist, will der SVP-Nationalrat ebenfalls nicht kommentieren.

Deutlichere Worte findet dafür Parteikollege und SVP-Asylchef Andreas Glarner. «Besko hat es sich verscherzt», sagt er. Dass er die Möglichkeit hatte, in die Schweiz zu reisen, sei ein «Riesenfehler» und zeige, dass die Gesetze verschärft werden müssten. Auch das Besuchsrecht für sein Kind habe der Rapper verwirkt, findet Glarner. «Dass er ein Kind hier hat, ist keine Entschuldigung», so der SVP-Politiker. Das Kind sei ohne seinen Vater «ohnehin besser dran».

(qll/bz/ehs)