Private Tierschützerin

15. Februar 2020 20:39; Akt: 16.02.2020 12:00 Print

«Das Amt verbietet mir, Tieren zu helfen»

Seit 14 Jahren nimmt Leserin N. K. Tiere in Not bei sich auf und vermittelt sie dann gratis weiter. Das Veterinäramt Zürich hat ihr das nun verboten.

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Hunde, Katzen, Vögel, Nager oder auch Fledermäuse – immer wieder hat sich Leserin N. K.* in den vergangenen Jahren um Tiere gekümmert, die verletzt waren oder einfach auf der Strasse ausgesetzt wurden. «Danach suche ich jeweils Personen oder Organisationen, die den Tieren ein neues Zuhause geben können», so die 32-Jährige. 14 Jahre lang sei sie schon im Tierschutz aktiv. Nun macht ihr aber ein Brief des Veterinäramts Zürich einen Strich durch die Rechnung: «Mir wurde mitgeteilt, dass ich das nicht mehr tun dürfe, da mir eine Handelsbewilligung fehlt.» Sie habe nun ein Gesuch für eine Bewilligung abgeschickt.

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Die Bonstetterin ist aber sauer: «Obwohl ich da helfe, wo sonst kaum jemand hilft, wird mir dies nun vom Veterinäramt verboten. Das ist doch ein Witz. Wir Tierschützer sind Tag und Nacht für Tiere in Not im Einsatz. Doch anstatt uns zu unterstützen, werden uns unsinnige Auflagen gemacht. Hingegen darf jeder Privat-Vermehrer und Landwirt seine Tiere unkontrolliert verkaufen.»


Hier sieht man, wie K. ein kleines Kätzchen pflegt. (Video: Facebook)

Mehr Unterstützung gewünscht

Um Profit gehe es bei ihren Hilfsaktionen nicht: «Für mich steht allein das Wohl der Tiere im Vordergrund. Ich gebe sie kostenlos weiter, wenn ich vom Platz überzeugt bin.» Sie mache sogar ein Minusgeschäft, da sie Tierarztkosten tragen müsse und Futter für die Tiere kaufe. Seit sie den Brief geöffnet hat, hat sie damit aufgehört. «Die Angst, mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, ist für mich zu gross, obwohl ich bis jetzt keine entsprechende Bestimmung im Gesetz gefunden habe, lediglich ein Informationsschreiben», sagt K. Eine Bekannte von ihr habe aus denselben Gründen schon einmal eine Anzeige erhalten.

«Ich frage mich, ob die Ämter überhaupt für das Tierwohl einstehen», so K. Ihr sei bewusst, dass es am einfachsten wäre, die Tiere jeweils in einem Tierheim unterzubringen, doch diese seien meistens ausgelastet, weil sie auch Ferientiere aufnehmen. Darum wünscht sich die 32-Jährige, dass Tierschützer wie sie mehr Unterstützung von den Ämtern erfahren – sie setze sich ja schon seit Jahren für Tiere ein und habe sich nie etwas zuschulden kommen lassen.

Veterinäramt macht keine Ausnahmen

Wie Mona Neidhart, Kommunikationsverantwortliche des Veterinäramts Zürich sagt, gibt es aber keine Ausnahmefälle: «Das Veterinäramt ist nicht befugt, einzelne Personenkreise bevorzugt zu behandeln. Ausnahmen sind durch die Gesetzgebung nicht vorgesehen, auch dann nicht, wenn das Handeln dadurch motiviert ist, «einem Tier helfen zu wollen». Die Eigentumsübernahme und -Übertragung von Tieren sei in der Tierschutzgesetzgebung des Bundes als Handel geregelt. «Um vorausschauend unnötige Belastungen für Tiere zu vermeiden, hat der Bundesrat eine Bewilligungspflicht festgeschrieben», so Neidhart.

Bewilligungen werden erteilt, wenn die personellen Voraussetzungen, die Unterbringungsmöglichkeit, die Betriebsabläufe und die Dokumentation den Mindestanforderungen genügen. Laut Neidhart muss ausserdem jeder, der ein verlorenes Tier findet, dies unverzüglich der Findeltiermeldestelle mitteilen. «Findeltiere können in ein Tierheim gebracht werden. Diese verfügen über die notwendigen Bewilligungen und sind befugt, Tiere zu platzieren.»


*Name der Redaktion bekannt

(viv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tina am 15.02.2020 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VA

    Das Veterinäramt ist ein Witz. Auf verschiedenen Höfen verenden Tiere elends und wenn es zu spät ist, schreiten sie dann erst ein.

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  • Claudia Buchser am 15.02.2020 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiere

    Ich finde dieser Frau gehört ein großes Dankeschön und keine Auflagen ist ja nicht normal

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  • Nancy Kraus am 15.02.2020 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    Anstatt die Frau zu unterstützen und froh zu sein, dass sie hilft wo andere wegsehen werden ihr Steine in den Weg gelegt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sascha Zürcher am 16.02.2020 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Pragaphen Idioten

    es ist eine Schane, ein verrechen den Tieren gegenüber. Sie hilft und wird bestraft. Hoffentlich landen diese I...n genauso mal auf der Strasse - und NIEMAND hilft denen. Ja das Gesetz!!!!

  • Stan Kehrer am 16.02.2020 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    in Nöten

    wo ist diese Findetierkiste? Mir ist da ein Wurm zugekrochen, einfach aussetzen geht sicher nicht, weitergeben wäre ungesetzlich, was jetzt?

  • Doma am 16.02.2020 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist die schweiz

    Tiere sind in der Schweiz nichts wert! ist nur ein gegenstand oder eine sache! Traurig aber wahr. und leider ist esauch das land der verbote und der bewilligungen. bald auch wenn wir aufs klo müssen

  • Helen am 16.02.2020 13:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbietet Tieren zu helfen

    Danke für diesen Einsatz, anstatt sie zu unterstützen, wird es Ihnen noch schwer gemacht. Traurig!

  • Mona Della Torre am 16.02.2020 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    KESB-Schreibtischtäter für Tiere

    Die Personen vom Veterinäramt sind Bürokraten und Schreibtischtäter, die schlafen, wenn Tiere Hilfe brauchen, und übertriebenen Aktivismus an den Tag legen, wenn Menschen privat den Tieren helfen. Wenn sie bei massiven Verletzungen des Tierschutzes so fleissig wären beim Durchsetzen der Gesetze wie bei eigeninitiativer Hilfe für Tiere, dann würde es keine leidenden Tiere mehr geben.