Regensdorf ZH

25. November 2019 05:02; Akt: 25.11.2019 09:12 Print

«Bin erschüttert, dass das alles im Abfall landet»

Ein Leser-Reporter nervt sich über einen Ladenbesitzer auf, der Essen wegwirft. Dieser will nun anders mit den Lebensmitteln umgehen. Das freut Grünen-Politikerin Meret Schneider.

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«Es ist doch völlig verfehlt, so viel Essen für einen Laden zu bestellen, um dieses dann wegzuwerfen», sagt ein Leser. Er würde es begrüssen, wenn die Nahrungsmittel statt im Container bei Bedürftigen landen würde. Mustafa Kara ist Geschäftsführer des Red Apple Shops in Regensdorf. Er sagt, dass er und seine Mitarbeiter wöchentlich einen Container mit Lebensmittel wegwerfen müssten. Künftig will Kara schauen, dass der Container möglichst leer bleibt. «Wir sind offen mit einer Organisation zusammenzuarbeiten, die das Essen Hilfsbedürftigen gibt», sagt Kara. Dieses Angebot nimmt die künftige Grünen-Nationalrätin Meret Schneider dankend an. Sie setzt sich seit Jahren gegen Foodwaste ein, engagiert sich auch in einem Verein. «Wir haben Kooperationen mit Restaurants und Läden, bei denen wir am Abend Nahrungsmittel holen, die sonst im Abfall landen», so Schneider. Im Juni 2018 sorgte dieses Bild bei einem Leser für Empörung: Laut der Beschriftung auf dem Container gehört er der Heilsarmee Flüchtlingshilfe Viktoria Bern. Koch D. L* ist wütend: Die Heilsarmee betreibe Food-Waste. Laut der Heilsarme handelte es sich um Brot, das vom Foodwaste-Programm übrigblieb. Dieses Foto sorgte für eine Facebook-Diskussion. Coop sprach von einem Einzelfall. Laut dem WWF werden in der Schweiz jedes Jahr rund zwei Millionen Tonnen einwandfreier Lebensmittel weggeworfen. Das sind die Lebensmittelverluste in der Schweiz, verursacht durch die Haushalte. (WWF, 2014) So können Haushalte Food-Waste reduzieren.

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An einer befahrenen Strasse in Regensdorf steht ein grüner Container. Der Deckel geht nicht mehr zu. Ein Haufen Pittabrot ist zu sehen. Der Container ist randvoll mit Nahrungsmitteln. «Das ist eine absolute Sauerei», sagt Leser W.M.* aus Regensdorf ZH zu 20 Minuten. «Ich bin erschüttert, dass das alles im Abfall landet.»

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Es sei doch völlig verfehlt, so viel Essen für einen Laden zu bestellen, um dieses dann wegzuwerfen. Er würde es begrüssen, wenn die Nahrungsmittel statt im Container bei Bedürftigen landen würden.

Gemüse für Tiere

Der Container gehört zum Red Apple Shop in Regensdorf. Geschäftsführer Mustafa Kara sagt, dass er und seine Mitarbeiter wöchentlich einen Container mit Lebensmittel wegwerfen müssten. «Gemüse, Früchte oder Brot können wir einfach nicht mehr verkaufen, wenn es schlecht ist.»

Weniger bestellen wäre eine Option. «Aber es ist ja nicht so, dass wir extra zu viel Lebensmittel beziehen. Wir schauen schon darauf, dass es möglichst wenig Abfall gibt», sagt Kara. Zudem würde er manchmal Gemüse und Früchte einer Frau geben, die damit ihre Tiere füttert.

Essen für öffentliche Kühlschränke

Künftig will Kara schauen, dass der Container möglichst leer bleibt. «Wir sind offen mit einer Organisation zusammenzuarbeiten, die das Essen Hilfsbedürftigen gibt», sagt Kara. Zudem will er in Zukunft die Nahrungsmittel täglich zwischen 5 und 6 Uhr an Leute geben, die nur wenig Geld haben. «Das ist mir natürlich lieber, als es wegzuschmeissen.»

Dieses Angebot nimmt die neu gewählte Grünen-Nationalrätin Meret Schneider dankend an. Sie setzt sich seit Jahren gegen Foodwaste ein, engagiert sich auch in einem Verein. «Wir haben Kooperationen mit Restaurants und Läden, bei denen wir am Abend Nahrungsmittel holen, die sonst im Abfall landen», so Schneider.

«Leute haben Freude»

Das Essen werde beispielsweise an Flüchtlinge abgegeben oder in öffentlichen Kühlschränken angeboten. «Hauptsache es wird nicht weggeworfen», so Schneider. Die Politikerin will sich mit Kara in Kontakt setzen, um eine tägliche Essensabholung zu organisieren.

Meret Schneider hat selbst einen öffentlichen Kühlschrank in Uster, ihrer Heimatstadt, auf dem Zeughausareal lanciert. «Dieser läuft super. Die Reaktionen sind positiv. Die Leute haben Freude und machen mit, in dem sie Essen zur Verfügung stellen, abholen oder helfen, den Kühlschrank zu putzen.»


*Namen bekannt.

(jen)