Schande von Zürich

03. Oktober 2011 14:27; Akt: 04.10.2011 14:39 Print

«Das sind kriminelle Idioten»

Werden an einem Fussballmatch Pyros oder Petarden gezündet, soll das Spiel sofort abgebrochen werden. Diese «Nulltoleranz» fordert Stadtrat Gerold Lauber nach den Derby-Krawallen.

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«Im Umgang mit Pyros und Petarden braucht es Nulltoleranz», sagte Gerold Lauber, Vorsteher des Schul- und Sportdepartements am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Er will so rasch wie möglich mit den Klubverantwortlichen das Gespräch suchen und Massnahmen überlegen.

Die Stadt als Eigentümerin des Stadions und die Klubs als Veranstalter der Spiele könnten nur gemeinsam etwas erreichen, ist der für den Sport verantwortliche Zürcher CVP-Stadtrat überzeugt. «Tragen die Klubs die Nulltoleranz mit, kann man bei der Liga etwas erreichen», sagte Lauber.

Fan-Sektoren durch Gitter trennen

Eine Verbesserung der Sicherheit im Stadion durch eine verstärkte Abgrenzung der Sektoren wurde von Seiten der Stadt eigentlich bereits im vergangenen Sommer beschlossen. Da im Stadion seither jedoch ohne Unterbruch gespielt wurde, konnten die Massnahmen bis jetzt noch nicht umgesetzt werden.

Gemäss Lauber werden nun aber in den spielfreien Wintermonaten «massive bauliche Massnahmen» im Letzigrund vorgenommen. Die verschiedenen Fan-Sektoren aber auch das Spielfeld werden durch schwere Gitter getrennt. «So braucht es später vielleicht auch weniger Sicherheitspersonal im Stadion», sagte Lauber.

Während dem Spiel fand eine Sicherheits-Inspektion statt

Beim Spiel vom Sonntagabend fand gemäss Lauber zudem eine so genannte A-Inspektion statt. Sicherheitsverantwortliche der Liga und des Fussballverbands waren im Stadion, um das Sicherheitskonzept zu überprüfen. «Wir warten nun diese Resultate ab», sagte Lauber.

Der Stadtrat fand deutliche Worte für das Geschehen vom Sonntagabend: «Das sind kriminelle Idioten.» Der Fussball in Zürich habe die Talsohle erreicht. «Tiefer kann man nicht fallen.» Wenn Spiele wie im Kriegsbunker überwacht werden müssten, mache das Ganze keinen Sinn mehr, sagte Lauber.

Klubs geben sich einsilbig

Nicht nur er hat genug von gewaltbereiten Fans, auch aus der Fanszene selbst wird die Forderung nach harten Massnahmen laut. So verurteilt der Fanclub 1896 des FCZ die Vorfälle mit aller Schärfe und fordert, hart gegen die Täter vorzugehen. «Ich wäre für Polizei im Stadion. In Deutschland macht man das so und hat Erfolg», sagt Christian Wenger. Auch für Namenstickets können sich viele Fussballfans erwärmen. «Das funktioniert in Holland gut und wäre darum sicher auch etwas für die Schweiz», sagt ein Mitglied des Letzi-Clubs.

Die Klubs selbst schweigen die Situation erneut aus. Der FCZ lässt verlauten, im Moment keine Stellung mehr zu den Vorfällen zu nehmen. Bei GC will man ebenfalls den Entscheid der Diziplinarkommission abwarten. Zudem sei man selbst dabei, die Ereignisse zu analysieren. Immerhin zu einer kleinen Stellungnahme lässt sich GC-Sprecher Eugen Desiderato hinreissen: «Man muss reagieren und allfällige Schwachstellen im Stadion verbessern».

Gerold Lauber äussert sich zu den Letzi-Krawallen:

Hier spazieren FCZ-Anhänger in den GC-Sektor:

(ann/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Xamax Fan am 06.11.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschiede!!

    Hi... etwas muss man klar machen: es gibt die normalen Fans, dann gibts die Hooligans, das sind die die sich nach dem Spiel treffen und sich verprügeln (ohne Waffen), dann gibts die Ultras das sind die mit den Fahnen und Pyros aber die würden nie eine Pyro schiessen und zum Schluss gibts noch dei Krawallmacher die intressiert Fussball gar nichts, die werfen Pyros, prügeln im Stadion, provozieren u.s.w.

  • R.M.Z. am 07.10.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Die Medien...

    Die ganzen Medien behaupten doch noch immer wenn die 3-4 % die Krawale machen aus dem stadion sind können die wirklichen fans stimmung machen das.... .... dabei sind genau die Chaoten die leute die Finaziell in Choreos inverstieren unter der Woche die Choreos Vorbereiten und die Chaoten sind auch die leute die 30 stunden in einen Car sitzen um ihre Mannschaft spielen zu sehen in Rumänien

  • Hans am 07.10.2011 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Stadion Jetzt!

    Ja genau, setzt nur noch mehr Geld in den Letzi/Sand. Mit dem ganzen Geld, welches schon für die Aufrüstung des Letzis augegeben wurde, hätte man längst ein neues Stadion in Zürich bauen können, welches den Sicherheitsanforderungen von Anfang an entspricht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Xamax Fan am 06.11.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschiede!!

    Hi... etwas muss man klar machen: es gibt die normalen Fans, dann gibts die Hooligans, das sind die die sich nach dem Spiel treffen und sich verprügeln (ohne Waffen), dann gibts die Ultras das sind die mit den Fahnen und Pyros aber die würden nie eine Pyro schiessen und zum Schluss gibts noch dei Krawallmacher die intressiert Fussball gar nichts, die werfen Pyros, prügeln im Stadion, provozieren u.s.w.

  • Juventino am 10.10.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    ID-PFLICHT..!

    hallo... Was hier in der Schweiz als Idee gesehn wird ist in Italien schon pflicht! Ich bin Juve-Fan und war vor ne woche Juve-Milan schauen und für das musste ich mein Pass-Daten od ID abgeben nur so krigst ein Ticket und es steht auch dort draf dein Name! egal od fan oder nicht jeder muss seine daten abgeben nur so kommst rein.. Und Fahnen gehören zum Spiel..!

    • Engländer am 06.11.2011 12:41 Report Diesen Beitrag melden

      Italien

      Musst gerade nichts sagen : in italien fliegen Pyros nur so rum

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  • Markus_Oberholzer am 10.10.2011 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Information

    bitte unterscheidet Hooligans und Ultras. Ihr schreibt alle so viele kommentare ohne zu wissen was da überhaupt los war. Die Fackel/Petarde die der junge Mann schoss wird nur ein paar hundert grad heiss und nicht tausende..wenn ihr was zu melden habt, dan geht euch zuerst bitte richtig informieren. als hier eine aufe grosse klappe machen!

  • Marc Meiser am 10.10.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht immer 2!

    Gundsätzlich geht es ja darum, die Ursache/ die Gründe herauszufinden, warum eine Situation überhaupt eskaliert!! Und allen ist bekannt: "es braucht immer 2"!! Ob Fans - Fans oder "Sicherheitspersonal" - Fans (Fans-"Sicherheitspers.") Nur durch Kommunikation, Vertrauen und Verständis beider Seiten wird es in Zukunft zu weniger Probleme kommen!! Es ist an der Zeit durchdachte und sinnvolle Lösungen zu suchen! Alle Vor- und Nachteile müssen dabei beachtet werden und zwar mit professionellem Handwerk!!

  • Tom Baumann am 10.10.2011 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    ID-Pflicht, super Idee!

    Es ist unglaublich, dass bezüglich Hooliganismus noch so viel gezögert wird. Aber wenn man dem sehr fragwürdigen Fussballverbands-Präsidenten zuhört, wundert einen nichts mehr. Jetzt blasen die Klubs ins gleiche Horn! Es ist absolut unverfroren von den Klubs zu meinen, dass der Steuerzahler die durch die Hooligans verursachten Kosten zu tragen haben. Ich und viele andere Schweizer haben mit Fussball abolut nichts am Hut. Darum sollen die Klubs die Kosten zu 100% zu übernehmen. Um neue, wehleidige Kicker zu kaufen, sind doch auch immer zig Millionen übrig.