Nach Krawall-Wochenende

19. September 2011 16:26; Akt: 19.09.2011 18:08 Print

«Die Event-Chaoten sollen Strassen fegen»

von Adrian Müller - Den ganzen Tag wurden die 48 verhafteten Krawallmachern von der Zürcher Staatsanwaltschaft befragt. Morgen will sie dann entscheiden, wie viele in Untersuchungshaft gesteckt oder wieder auf freien Fuss gesetzt werden.

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Bei den Ausschreitungen rund um den Zürcher Hauptbahnhof von Samstagnacht fackelten die Polizisten – im Gegensatz zu den Randalen ums Bellevue - nicht lange: Sie kesselten die Krawallbrüder ein und verhafteten 91 Chaoten. Laut Polizeiangaben sind 80 Prozent der Festgenommenen Schweizer. 48 davon haben bereits die zweite Nacht in einer Gefängniszelle verbracht. Die Zürcher Staatsanwaltschaft entscheidet morgen, ob die U-Haft verlängert wird.

Wegen Landfriedensbruch droht den Chaoten theoretisch bis zu drei Jahren Gefängnis. «Die meisten dürften aber mit einer bedingten Geldstrafe von wenigen hundert Franken davonkommen», sagt Strafrechtsprofessor und SP-Nationalratskandidat Martin Killias. Dies grenze an «Sanktionsverzicht» und habe darum kaum abschreckende Wirkung auf die Chaoten. Er fordert deshalb eine Verschärfung des Strafgesetzes. «Bei solchen Ausschreitungen halte ich eine unbedingte Freiheitsstrafe von ein bis zwei Monaten für angemessen.» Denn bei «Event-Chaoten» sei das Wiederholungspotenzial sehr gross.

Teenager sollen Strassen fegen

Unter den verhafteten Krawallmachern befanden sich auch 25 Minderjährige, die noch in der Nacht von den Eltern abgeholt werden mussten. «Als Strafe sollten die eine Woche Strassen wischen», fordert der Zürcher SVP-Gemeinderat Mauro Tuena. Dies sei im aktuellen Jugendstrafrecht ausdrücklich möglich.

Bis die Gerichte die Event-Chaoten verurteilen, wird es aber einige Zeit dauern. Zahlreiche Leser fordern deshalb, dass künftig bei Ausschreitungen Schnellgerichte zum Einsatz kommen. Ähnlich denkt auch der Strafrechtsprofessor Killias. «Bei Schnellverfahren ist aber das Fehlerrisiko gross. Darum ist Vorsicht geboten.»

Innert sieben Tagen hat Zürich vier Krawalle erlebt. Killias glaubt nicht, dass es in diesem Stil weitergeht. «Wenn die Polizei weiterhin hart durchgreift und möglichst viele Leute verhaftet, hört der Radau auf.» Denn eine Nacht in U-Haft zu verbringen sei eine sehr «unangenehme Erfahrung, die Wirkung zeige».

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kritik 44 am 19.09.2011 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    unbedingt Gefängnis

    Ja ein bis zwei Monate unbedingt ins Gefängnis halte ich für richtig, denn sonst lachen die Kaoten uns doch nur aus, dies sollten eigentlich auch die Richter meken und nicht nur das dumme Volk.

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  • Patrick Meier am 19.09.2011 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Schadenersatz - Strafe genug?

    Wiso nicht einfach den angerichteten Schaden auf die Krawallmacher abwälzen? Schadenssumme : Verhaftete = Busse pro Krawall macher. So ist der Schaden bezahlt, die Versicherungsprämien sinken und die Allgemeinheit kann die Kosten für das Gefängnis sparen. Zusätzlich werden Sie beim abzahlen noch eine ganze Weile daran denken und Nachahmer könnten empfindlich abgeschreckt werden.

  • Xxl Gegner Von Demos am 19.09.2011 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 Monate Kiste

    Die Idee von dieem Killias finde ich toll! Dann kann er dies gleich an den Parteiversammlungen durchsickern lassen, der grösste Teil dieser Chaoten ist doch bei den Linksautonomen Genossen angesiedelt! Dann aber 2 Monate schwedische Gardinen, das gibt abschreckende Erinnerungen.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 20.09.2011 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    IT & intelligente Strafen

    Ein Phänomen ist die Verabredung via `neue Medien`. Und genau hier liegt die Antwort. Wer bei den Ereignissen mit dabei war spürt, dass es eine Mischung aus "Coolness", Radau und Provokation war. Mit Hightech lässt sich dies schnell überwinden: Rayonverbote mit GPS-Überwachung (elektronische Fussfessel) reduzieren den Bewegungskreis bei Hooligans ebenso wie bei Krawallmachern. Diejenigen, die derzeit noch inhaftiert sind, werden bei der Rückkehr in ihren Freundeskreis als Helden gefeiert. Anders sieht dies aus, wenn z.B. 6 Monate lang Woche für Woche der Ausgang verboten und überwacht wird.

  • Paul D. am 20.09.2011 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Kostenübernahme

    Ach ja ... nicht nur in den Kanst mit diesen Zerstörern. Sie sollen auch noch für den angerichteten Schaden aufkommen. Es geht ja nicht an, dass der Bürger üer Steuern und Versicherungsprämien all die Schäden, den Polizei- und Gerichtsaufwand sowie die Kosten für den Gefängnisaufentahlt zahlen muss, nur weil sich jemand austoben wollte, unverstanden fühlt oder gegen etwas ist.

    • Jungendlicher am 20.09.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      UBS...

      Ich kann Ihre Argumente verstehen.. Aber wieso müssen wir dann z.B die UBS- rettung finanzieren? Ich denke diese hat ja weitaus mehr Schaden angerichtet. Wie wärs wenn Sie zeursteinmal über das motzen?

    • Paul D. am 20.09.2011 14:06 Report Diesen Beitrag melden

      Ja - auch -

      @ Jugendlicher: Kann die Argumente wegen UBS nachvollziehen. Ich war gegen die Rettung. Ich hätte sie hops gehen lassen. Alte Bäume müssen fallen damit Platz für neues Grün entsteht. Weil man hier für die Kostenübernahmen einsteht heisst dies doch nicht das man das andere Schlavienertum gutheisst. Es ist doch nicht Jung gegen Alt, Stadt gegen Land, Konservativ gegen Progressiv. Es ist doch alle gegen Gewalt und Zerstörung. Oder sehe ich als gestandener, nicht mehr so junger Mann dies so falsch?

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  • Abbas Schumacher am 20.09.2011 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gefangene sollen ihr Aufenthalt selber..

    durch Arbeit finanzieren. Gefängnisse müssen umdenken. Rentabler werden in der Arbeit für Gefangene. Eine Stunde Arbeit sollte Fr. 45.- einbringen. Davon erhält der Gefangene Fr. 1.- Rest geht an die Unterbringungskosten.

  • Urs Wenger am 20.09.2011 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz

    Strafe schreckt ab, Punkt. Vielleicht begreifen das auch einmal schweizer Richter

    • Der Kritiker am 20.09.2011 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      Führt die Todesstrafe ein!

      Je härter die Strafe desto besser die Abschreckung, oder? Denn die Angst vor dem Stuhl schreckt ja bei den Amis auch die ganzen kriminellen vom Morden ab...

    • Guschti am 20.09.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Kritiker

      übe Dich in Selbstkritik. Du musst nicht die Angst der erwischten Mörder als Massstab nehmen, sondern die Dunkelziffer an Morden, die durch eine drohende Todesstrafe verhindert werden konnten. Täter wird es immer geben. Aber deren Anzahl kann durch drastische Strafen sehr stark gemindert werden.

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  • Kurt am 20.09.2011 01:29 Report Diesen Beitrag melden

    Strafe und finazielle haftung muss sein

    Ich hoffe das diese kriminellen jungentlichen nicht nur bestraft werden sonder auch haften müssen für den schaden,und zwar kollektiv für alle beteiligten