Hundetöten in Ukraine

01. Dezember 2011 18:07; Akt: 02.12.2011 19:24 Print

«Die Fifa ist schuld am Tiergemetzel»

Die weltweiten Proteste gegen die Tötung der ukrainischen Strassenhunde hat die Fifa-Zentrale erreicht. Auf dem Sonnenberg in Zürich demonstrieren Tierschützer derzeit gegen das Hundekillen im Land des EM-Gastgebers.

Bildstrecke im Grossformat »

Fehler gesehen?

Sie sind bewaffnet mit Transparenten und Schriftzügen. Und nicht wenige haben ihre Hunde dabei. Natascha P. etwa ist mit ihrem dreibeinigen italienischen Strassenhund und ihrer Bulldogge auf den Sonnenberg in Zürich gepilgert. Und sie nimmt klare Worte in den Mund: «Das systematische Hunde-Massaker erinnert an Vorgehen wie zu Hitler-Zeiten.»

Natascha P. ist eine von gegen 100 Tierschützern, die derzeit vor dem Hauptsitz des Weltfussball-Verbands Fifa gegen die Abschlachtung von Strassenhunden in der Ukraine und Rumänien demonstrieren. «Es ist ein stiller Protest gegen das Tier-Massaker», sagt die Rumänin Alina, die in Zürich wohnt und mit ihren Hunden vor dem Fifa-Sitz protestiert. Ihre Kollegin Michelle ergänzt: «Fifa und Uefa sind mitschuldig, dass dort Tiere gemetzelt werden.»

Mahnwachen und Schweigemärsche für Hunde

Die Welle der Empörung geistert seit Wochen durchs Internet. Seit bekannt ist, dass der Gastgeber der Fussball-Europameisterschaft Tausende Hunde und Katzen gefangen nimmt und brutal tötet, um die Strassen im Hinblick auf die EM zu säubern, regt sich in ganz Europa Widerstand. Seit Wochen finden in europäischen Metropolen wie Berlin oder Wien Mahnwachen und Schweigemärsche statt. In Deutschland hat die Tierschutzorganisation Peta Spielerfrauen eingespannt, die in einer Fotokampagne gegen das Hundekillen protestieren. Und Frankreichs prominenteste Tierschützerin Brigitte Bardot hat dem ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch einen offenen Brief geschrieben. Der Fokus der Hundemassaker richtet sich natürlich auf den EM-Gastgeber Ukraine. «In Rumänien aber ist es noch viel schlimmer. Dort müsste die EU eingreifen und das systematische Töten der Hunde stoppen», sagt eine der Aktivistinnen.

Die Macht der Massen hat erst kürzlich erste Wirkung gezeigt. Der ukrainische Ministerpräsident Nikolai Asamow hat die Städte und Kommunen des Landes aufgefordert, die Tötungsaktionen zu beenden und Tierquäler hart zu bestrafen. Doch die Protestbewegung hat er mit der Ankündigung nicht beruhigt. «Der Regierung trauen wir nicht», sagt Alina. Die Zürcher Protestbewegung ist allerdings klein ausgefallen. Auf Facebook haben sich über 400 Tierschützer für den Stillen Protest angemeldet. Gekommen sind weit weniger.

(am/meg)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hinter denker am 01.12.2011 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    blickwinkel

    Mal abgesehen davon, dass streunende tiere gefährlich sind für die menschen haben sie meist selber nur wenig bis kein futter und oder sind krank. klar ist es brutal die tiere zu töten aber wenn damit epidemien (zb. vogelgrippe) etc verhindert werden können und gleichzeitig die tiere "erlöst" werden muss man das ganze evtl. ein bisschen anders anschauen.

    einklappen einklappen
  • Blerim am 02.12.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Und was bringts? NICHTS!!!!!

    einklappen einklappen
  • Ricardo Granda am 01.12.2011 23:41 Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilige Europäer

    Wie wenn das Tierdasein ohne EM für die Tiere besser wäre. Und was ein Asamow palavert hat auch nur mit der EM zu tun. Wieso sollte ein Asamow plötzlich interesse an das wohlergehen der streunenden Hunde haben? Das ist doch nur wieder ein Beispiel, dass es genügt wärend einer bestimmten Zeit sich zu Benehmen, damit die Spiele (egal welche und wo) stattfinden können. Und Funktionäre und Politiker sind dann hochzufrieden wenn sie sehen, dass in solchen Ländern alles o. k. ist. Unter uns gesagt, wer rechnet damit, dass das Hundetöten nach der WM vorbei sein wird?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gnoemo am 05.12.2011 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Tierleben für Fussball?

    Wieso führt man überhaupt eine EM in diesen Ländern durch?!? Ist doch unglaublich, echt!

  • Serina Bucher am 05.12.2011 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    hinderwäldnerisch

    Russland ist und bleibt wohl noch für viele Jahre hinterwädnerisch

  • Tierfreund am 04.12.2011 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ukraine macht es vor

    Die Ukraine macht das einzig Richtige. Streunende Tiere, dazu gehört auch die Taubenplage in den Städten, gehören abgeschossen, denn sie sind eine grosse Gefahr. Nicht nur wegen Beissereien, nein noch viel grösser ist die Seuchengefahr. Das gute Beispiel der Ukraine sollte auch in anderen Ländern Schule machen. Der "Schutz" dieser Tiere ist total falsch verstanden "Tierliebe".

    • Irene L. Deutschland am 05.12.2011 09:50 Report Diesen Beitrag melden

      Ukraine, Humanität gegenüber Lebewesen!!

      Zu so einer Aussage kann man keinen Kommentar hinter- lassen. Ich bin erschüttert, so etwas lesen zu müssen. Ist die Seuchengefahr vielleicht der Mensch?

    einklappen einklappen
  • Realist am 02.12.2011 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die selbe Kerbe

    Im Grunde finde ich es gut, sich für diese Hunde einzusetzen. Wo es mir aber schon wieder schlecht wird, ist die wie so häufig schon eingesetzte Gleichsetzung mit dem Nationalsozialismus. Es ist nicht das gleiche und die Schoa war das gröszte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit. Solche Vergleiche relativieren den Holocaust und somit reiht sich diese Bewegung ein in eine lange Reihe voller Geschichtsrevisionisten.

  • Baghira1711 am 02.12.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Hunde der Ukraine

    sollen sie doch kastrieren dann kommt wenigstens kein Nachwuchs mehr ist jedenfalls humaner als das gemetzel und solche Tiere sind auch nicht gefährlicher als andere