Aufstand der Professoren

30. Dezember 2009 08:54; Akt: 30.12.2009 14:08 Print

«Die SVP vergiftet die Gesellschaft»

Rund 200 Professorinnen und Professoren der Universität Zürich und der ETH Zürich wehren sich in einem ganzseitigen Zeitungsinserat gegen den Vorwurf der SVP, an der Zürcher Uni und in den Spitälern mache sich «deutscher Filz» breit.

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Auge um Auge, Zahn um Zahn: Lange haben die Zürcher Hochschulen ob der Vorwürfe der SVP, es mache sich ein «deutscher Filz» an der Zürcher Uni und den Spitälern breit, geschwiegen; nun schlagen sie zurück. In einem ganzseitigen Inserat in der NZZ vom Mittwoch werfen sie der SVP vor, eine rassistische und fremdenfeindliche Rhetorik, Ideologie und Politik zu betreiben. Damit würden die Ausbildung der Jugend torpediert, die Zukunft aufs Spiel gesetzt, die Gesellschaft vergiftet und das gefährdet, was die Stadt Zürich und die Schweiz lebenswert mache: die freundschaftliche Nachbarschaft unterschiedlicher Kulturen.

«Wir sind stolz auf den internationalen Ruf unserer Hochschulen und froh, dass exzellente Studierende und herausragende Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und vielen anderen Ländern bei uns tätig sind», heisst es in dem von rund 200 Professorinnen und Professoren unterzeichneten Inserat. Forschung und Lehre seien international und die Stärke der Hochschulen gründe gerade darauf, dies ernst zu nehmen. «Wer sich abschottet, hat verloren.»

In einer Medienmitteilung vom Mittwoch bezeichnete die SVP der Stadt Zürich die Vorwürfe der Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus als unverständlich. Sie fühle sich im Gegenteil durch Aussagen von «verschiedener Seite aus Universitäts- und Ärztekreisen» bestätigt.

(sda/ap)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wachtmeister Studer am 22.01.2010 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Angst vor wem?

    Vor wem habt Ihr noch Angst außer vor den Deutschen? Vor Victor Vekselberg, Nicolas Hayek, Marc Rich? Vor den USA, den Lybiern, den Romands? In der Wissenschaft wird so etwas auch als kollektive Schizophrenie beschrieben.

  • Mario Zuppiger am 06.01.2010 07:19 Report Diesen Beitrag melden

    Falsches Beispiel gewählt

    Das Problem liegt nicht in den Rängen der "kluge Köpfe". Der Unfriede resultiert vielmehr aus den Alltagserfahrungen bei den "normalen" Jobs, wo tatsächlich sogar Schweizer Angestellte unter fadenscheinigen Gründen entlassen werden, weil Deutsche billiger eingekauft werden können. Dies bestätigen mir immer wieder Kollegen, die in diversen HR's arbeiten. Und da stellen sich dann bezüglich der Sinnverfehlung bei der Personenfreizügigkeit doch Zweifel ein. Wenn die Regierung nicht bald die Notbremse zieht, wird sie eines Tages auch den Volkszorn nicht stoppen können.

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  • Günther Schulz am 22.01.2010 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Direkte Demokratie?

    Ein Volk, von dem mal eine starke Minderheit, mal eine Mehrheit den Vorschlägen einer Partei erliegt, die mit billiger Demagogie auf Stimmenfang geht und deren Hauptprotagonist sowohl politisch als auch beruflich stets nur seine eigenen Interessen verfolgte, dabei die Schweizer Usancen mit Füßen trat und hierbei eher deutsche Eigenschaften zeigte, läßt mich darüber sinnieren, ob die direkte Demokratie wirklich die geeignetste Staatsform für dieses Volk ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wachtmeister Studer am 22.01.2010 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Angst vor wem?

    Vor wem habt Ihr noch Angst außer vor den Deutschen? Vor Victor Vekselberg, Nicolas Hayek, Marc Rich? Vor den USA, den Lybiern, den Romands? In der Wissenschaft wird so etwas auch als kollektive Schizophrenie beschrieben.

  • Günther Schulz am 22.01.2010 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Direkte Demokratie?

    Ein Volk, von dem mal eine starke Minderheit, mal eine Mehrheit den Vorschlägen einer Partei erliegt, die mit billiger Demagogie auf Stimmenfang geht und deren Hauptprotagonist sowohl politisch als auch beruflich stets nur seine eigenen Interessen verfolgte, dabei die Schweizer Usancen mit Füßen trat und hierbei eher deutsche Eigenschaften zeigte, läßt mich darüber sinnieren, ob die direkte Demokratie wirklich die geeignetste Staatsform für dieses Volk ist.

  • Schweizer Freunde am 22.01.2010 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Moment mal

    Die Swissair, die UBS, DAS war Filz, SCHWEIZER Filz wohlgemerkt. Jetzt mußten dort überall Deutsche ran, um die Suppe auszulöffeln, nachdem man keinen brauchbaren Schweizer mehr dafür finden konnte. Bei Eurer Post hat's ja gerade nochmal geklappt mit der Filz-Nachfolge. So mußte man nicht - wie etwa bei der Swisscom - auf fachliche Qualifikation achten. Es gibt reichlich weitere Beispiele...

    • Günther Schulz am 22.01.2010 18:38 Report Diesen Beitrag melden

      Euer Militär

      In Eurem Militär ist der Leistungsgedanke ja auch schon angekommen: Ich sage nur: Nef, Kanderunglück, Jungfraujoch. Wie würdet Ihr wohl in Afghanistan dastehen, wenn Ihr als Bergvolk nicht mal sicher eine Raftingtour durchführen könnt, geschweige denn einen verschneiten Berg besteigen? Mit einem Michael Jackson-Look-a-like vor den Taliban? Ich sage Euch, der Schweizer Filz ist in Eurem auch das Zivilleben prägenden Militär weit ausgeprägter als unter Euren deutschen Gästen und Helfern.

    • ... am 22.01.2010 18:47 Report Diesen Beitrag melden

      Ihr könnt es einfach nicht

      Wenn wir schon dabei sind: ABB, Nestlé, Mövenpick, das Kulm-Hotel in Arosa, Aldi, Lidl...

    • Tobias Kuhn am 24.01.2010 02:43 Report Diesen Beitrag melden

      ...

      ist dann doch ein sehr schwacher Name, da kann man den Beitrag gleich sein lassen. Sage ich als jemand, der ansonsten diese ganze Diskussion doch eher als ärgerlich von Schweizer Seite aus sieht.

    • Fritz Meyer am 24.01.2010 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      Günther Schulz

      Mit Winter und Schnee kennen sich die Deutschen Soldaten schon aus geschichtlichen Gründen besser aus als wir.Was ein tragisches Unglück mit dem deutschen Filz zu tun hat?Um diese Logik zu verstehen muss man Deutscher sein.

    • Dani am 25.01.2010 11:57 Report Diesen Beitrag melden

      @ Fritz

      Man muss kein Deutscher sein um die Logik zu verstehen - ich denke, man muss die Logik überhaupt nicht verstehen, da es einfach ein unqualifizierter Kommentar war. Wieso müssen die Leute immer angreifen wenn ihnen die Argumente ausgehen? Sowohl von Deutscher wie auch von Schweizer Seite aus.

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  • xy am 21.01.2010 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    jaja

    Mein Vater ist ein Deutscher. Trotzdem mag ich es nicht, wie manche des deutschen Volkes sich in sprachlichen Fertigkeiten besser wähnen, als die Schweizer. Und: Es ist schön, mal wieder einen Schweizer Professor zu hören. Und: Jammert nicht, ihr Deutschen. Es geht ja eigentlich gar nicht um euch...

  • Fränzi Brunner am 19.01.2010 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Und ob wir froh sind

    Wir sind froh das es Deutschland gibt.Daran können wir sehen ,wie tief wir nicht sinken wollen.Diese Motivation ist unbezahlbar und wird uns aus der Wirtschaftskrise bringen.