Reaktionen auf Absage

04. September 2018 16:51; Akt: 04.09.2018 17:11 Print

«Dieses Formel-E-Rennen gehört nicht nach Zürich»

Das Formel-E-Rennen will nächstes Jahr nach Bern zügeln. Die Organisatoren sind zuversichtlich, dass es 2020 wieder nach Zürich kommt. Doch der Protest ist gewiss.

Sehen Sie, wie Rennfahrer im Vorfeld des Formel-E-Rennens durch Zürich fuhren.
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«Ich konnte zwei Monate lang nur schlecht schlafen», sagt eine Bewohnerin des Enge-Quartiers. Sie wohnt direkt an der Strecke, wo am 10. Juni die Formel-E-Boliden durchbrausten. Doch der Renntag war nicht das Hauptproblem für die Anwohner, wie sie sagt: «Die wochenlangen Auf- und Abbauarbeiten, auch nachts, waren für uns unzumutbar – zum Beispiel, wenn sie stundenlang auf die Eisenstangen hämmerten.»

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Deshalb gründeten sie und andere Quartierbewohner die Gruppe Formel-E-Ade und sammelten über 3000 Unterschriften gegen eine erneute Austragung des Rennens. Ob die Petition, die sie im Juli der Sicherheitsvorsteherin Katrin Rykart (Grüne) übergaben, dazu beigetragen hat, dass die Formel E 2019 nun nach Bern zügeln soll, ist nicht bekannt. Die Anwohnerin ist trotzdem froh und würde dieses Rennen am liebsten für immer aus Zürich verbannen: «Es gehört nicht hierher, schon gar nicht in die Innenstadt.»

«Rennen passt nicht in die Stadt»

Dieser Meinung sind auch viele Politiker aus dem linken Lager. So etwa die Stadtzürcher Juso-Co-Präsidentin Lara Can: «Zürich ist dicht besiedelt. Ich wüsste nicht, wo ein solches Rennen nicht stören würde.»

Markus Knauss, Gemeinderat der Grünen, ergänzt: «Die Belastung und die Einschränkungen sind für die Anwohner schlicht zu gross, einige kamen kaum zu ihren Wohnungen.» Wenn schon, findet Knauss, müsse ein solches Rennen ausserhalb der Stadt durchgeführt werden – also dort, wo wenige Menschen leben.

2020 soll Formel E wieder in Zürich sein

Daran denken die Organisatoren der Formel E nicht, wie Sprecher Stephan Oehen sagt: «Das soll ein Stadtrennen mit internationaler Ausstrahlung bleiben.» Dass der Stadtrat für 2019 eine Absage erteilte, kann er verstehen: «Neben dem Züri-Fäscht wäre dies einfach zu viel.»

Er ist aber zuversichtlich, dass die E-Boliden 2020 bereits wieder in Zürich unterwegs sind. Das Seebecken als Strecke sei sehr wünschenswert, aber für ein Rennen nicht zwingend, so Oehen: «Denkbar wäre auch, dass man die Skyline oder die historische Seite der Stadt zeigt.» Oehen versichert, dass man aus den Fehlern lernen wolle: «Auf- und Abräumarbeiten sollen in Zukunft tagsüber stattfinden.» Zudem wolle man die Bewilligungen früher einholen.

«Eine bessere Werbung für Zürich gibt es kaum»

So sieht es auch Raphaël Tschanz, FDP-Gemeinderat und Vorstandsmitglied des Vereins E-Mobil Züri. Er betont aber auch, dass die Veranstaltung ein grosser Erfolg gewesen sei: «Das Medienecho aus der ganzen Welt war riesig. Eine bessere Werbung für die Stadt gibt es kaum.»

Auch er glaubt, dass man für 2020 eine geeignete Formel-E-Strecke in Zürich finden wird. Vor allem ist er aber glücklich, dass Bern nächstes Jahr Austragungsort ist: «Es ist schön, dass das Rennen in der Schweiz bleibt.»

Der Formel-E-GP von Zürich

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Formel E Fan am 04.09.2018 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Formel E in Dübendorf

    Baut doch eine Strecke auf dem Flughafen von Dübendorf, analog jener von Silverstone.

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  • IKUR am 04.09.2018 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedingungen

    in Bern? Aber nur wenn die Autis rot oder grün lackiert sind und mit der Hammer und Sichel Flagge fahren. Sonst gibts Lämpe mit Antifa und schwarzem Block. Und mit Atomstrom geht schon gar nichts. Die Pneus müssen vegan sein und die Piloten Multi-kulti.

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  • p. meier am 04.09.2018 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verständlich

    Finde den Entscheid verständlich gerade wegen des Zürifäschts. Denke auch Dübendorf könnte eine Lösung sein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Antonius am 04.09.2018 21:19 Report Diesen Beitrag melden

    Warum mitten in der Stadt??!

    Warum um Himmels Willen muss ein solcher Anlass ausgerechnet durch eine Grossstadt führen?? Dass es da zu Konflikten und Ablehnung kommt ist vorprogrammiert und absolut nachvollziehbar. Bern ist auch nicht besser (dort nerven schon andere Anlässe, welche die Stadt blockieren). Ein Formel-E Rennen und andere Sportanlässe sind eine tolle Sache, aber hört mit dieser Vereinnahmung der Städte auf! Es gibt wesentlich bessere Orte, die auch für Zuschauer attraktiver wären.

  • Gernstl am 04.09.2018 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wer braucht sowas?

    Macht doch das Rennen auf dem Bundeshausvorplatz. Immer im Kreis, wie es sich gehört. 10 Runden rechtsrum, 10 Runden linksrum. Es sind immer die gleichen die gross abkassieren. Der Lärm und Dreck dürfen sich die Anwohner teilen.

  • Ralf am 04.09.2018 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strassenlärm fördern?

    Merkwürdig finde ich persönlich nur, dass sich die meisten am Lärm anderen Sportautos stören, aber die E-Boliden quitschend (schon im Vorfeld) durch die Strassen fahren dürfen.

  • Fritz am 04.09.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Weltstadt Bern

    Richtig, dass dieses Rennen in der Weltstadt Bern ausgetragen wird und nicht in dem Provinzstädtchen Zürich.

  • Anwohner am 04.09.2018 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch das Stadion nicht

    Wegen dem Lärm und der Leuteansammlung, gehört auch das Fussballstadium nicht mehr auf den Hardturm. Sollen sie es Richtung Schlieren bei den Gärten bauen und aus dem Hardturm einen Begegnungplatz machen. Als Anwohner passt mir die jetzige Nutzung (jetzt ist gerade der Zirkus dort) sehr gut.