Viel Kritik

29. November 2018 06:28; Akt: 29.11.2018 06:28 Print

«ETH-Rapvideo ist einfach nur peinlich»

Mit einem Rapvideo will die ETH Zürich Studenten anlocken. Dafür gibt es viel Kritik. Viele finden das rausgeschmissenes Geld. Die Hochschule sieht das anders.

Drei Rapper werben für die ETH Zürich, darunter ist auch eine indische Doktorandin. (Video: ETH Zürich)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Drei junge Rapper führen durch den ETH-Campus und schwärmen mit einer Prise Witz von den Vorzügen der Zürcher Hochschule. Damit will die ETH Zürich neue Masterstudenten nach Zürich holen. Der Clip, der seit einigen Tagen online verfügbar ist, sorgt nicht nur bei 20-Minuten-Lesern, sondern auch auf Youtube für Kritik.

Umfrage
Wie finden Sie das Werbevideo der ETH?

In zahlreichen Kommentaren wird das Video als «einfach nur peinlich» bezeichnet. Man müsse sich fremdschämen und es bediene sich einfacher Klischees. Eine Nutzerin sagt sogar: «Ich denke, mein ETH-Master hat gerade an Wert verloren.» Manche fordern, dass das Video gelöscht wird. Auch zu 20 Minuten sagen mehrere aktuelle und ehemalige ETH-Studenten, dass sie das Video nicht gelungen finden. Kritisiert werden auch die Kosten für das Video. Man habe hier Studiengebühren verschwendet.


«Kosten des Videos sind Thema»

Beim Verband der Studierenden an der ETH (VSETH) findet man das Video unproblematisch. Laut Präsident Lewin Könemann werden zwar Klischees bedient: «Doch diese Stereotype werden humorvoll und einer gewissen Ironie aufgegriffen.»

Bei seinen Mitstudenten seien die Kosten des Videos aber ein Thema. Manchen stosse immer noch sauer auf, dass die Studiengebühren ungerechtfertigt erhöht worden seien. Allerdings sei dafür der ETH-Rat und nicht die ETH zuständig. Daher sei kein direkter Zusammenhang zum Video ersichtlich.

«Video ist kein rausgeschmissenes Geld»

Werber David Schärer von Rod Kommunikation findet hingegen nicht, dass der Clip rausgeschmissenes Geld ist: «Eine Institution wie die ETH muss sich bekannt machen, um die besten Leute anzusprechen.» Ein solches Video erreiche sicher viel mehr Publizität als ein herkömmlicher Imagefilm. Das Rap-Video hat Schärer persönlich aber etwas ratlos zurückgelassen: «Die Form passt nicht zur ETH – aber vielleicht ist ja das genau das Ziel der Macher.»

Doch können die negativen Stimmen nicht dem Ruf der Hochschule schaden? «Die Zielgruppe hat genug Urteilsvermögen, um die Ironie in diesem Video zu erkennen.» Wichtig sei, dass der Clip nur ein Teil der Kommunikation bleibe.

«Emotionalität hat uns überrascht»

Klar ist, dass die ETH mit dem Clip auffallen will. «Wenn wir die Besten anziehen wollen, dann müssen die wissen, dass es die ETH überhaupt gibt», sagt Rainer Borer, Leiter Hochschulkommunikation: Man sei sich im Vorfeld bewusst gewesen, dass das Video stärker polarisieren werde als andere ETH-Trailer. Das Ausmass der Reaktionen und insbesondere die Emotionalität hätten aber überrascht.

Im Vorfeld habe man lange über die Frage der Stereotypisierung diskutiert und sich mit Studierenden unterschiedlicher Herkunft ausgetauscht: «Wir sind der Meinung, dass die Selbstironie im Video den Vorwurf entkräftet», so Borer. Die Kosten von 160'000 Franken wurden über das reguläre Kommunikationsbudget gedeckt. Das sei nicht viel mehr als eine Ausgabe des hauseigenen Magazins «Globe».

Video bleibt im Netz

Borer hält aber auch fest: «Neben den negativen Kommentaren erhalten wir auch viel Zuspruch.» Deshalb werde man das Video nicht vom Netz nehmen. Reaktionen und die Wirkung würden aber auf jeden Fall genau analysiert. Und neue Wege will man auch künftig gehen: «Nächstes Mal hoffentlich mit mehr Likes.»

(som/tam)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Slimanous am 29.11.2018 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Naja, wenn man für eine Hochschule wirbt, aber eine aussprache hat, wie von einem Dreijährigen ist es logischerweise peinlich.. da stimme ich zu

    einklappen einklappen
  • fränzi am 29.11.2018 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    nix verstanden..

    warum wird englisch mit einem englischen untertitel übersetzt? muss ich jetzt auch an der eth studieren, dass ich das verstehen kann?

    einklappen einklappen
  • Its Me am 29.11.2018 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Wiso kritisieren?? Ist doch ein toller Gag und gut gemacht! Man sollte nicht alles so ins negative ziehen sondern solche sache auch mal positiv sehen. Nicht immer ans Geld denken..

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • FHler am 29.11.2018 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Passt gut

    Das Video passt doch eigentlich voll zur ETH. Ein Haufen Nerds, die vom praktischen Leben keinen Schimmer haben, dafür aber viel Geld für technischen Spielzeug. Dazu noch ein bisschen vom üblichen "Wir sind sowieso die besten" und fertig ist das Video.

  • Jangdebang am 29.11.2018 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, die heutigen Studenten...

    wissen nicht (mehr) was zu tun bzw. zu studieren ist. Der Herr Papa finanziert ja das Studium und das weiter erledigt sich von selbst - inkl. dieser primitiven Darbietung. Richtig: Einbildung ist ja auch eine Art Bildung. Dies einfach im unteren Niveaubereich.

    • Jangtwo am 29.11.2018 18:05 Report Diesen Beitrag melden

      punktgenau

      besser kann man/frau es nicht mehr formulieren!

    einklappen einklappen
  • Soph am 29.11.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    immer diese Negativität..

    Die Idee und das Video finde ich cool, passt zur heutigen Zeit. Verstehe all die feindseligen Kommentare nicht.

  • samira meier am 29.11.2018 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super Idee

    finde de Song echt guet! Bravo ETH! Kompliment!

  • Zendo am 29.11.2018 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ihr habt es sicher gut gemeint

    Es ist völlig normal, dass wenn in der Schweiz sowas gemacht wird, diletantisch daherkommt.