Hyperloop-Wettbewerb

22. Juli 2019 17:04; Akt: 24.07.2019 12:28 Print

Elon Musk begeistert von Schweizer Studenten

Beim Hyperloop-Wettbewerb in Los Angeles haben Schweizer Studenten den zweiten und dritten Platz erreicht. Nur ein Team aus Deutschland war besser.

So rast die Kapsel des Teams Swissloop durch die Röhre. (Video: ETH Zürich / Swissloop)
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Ein Jahr lang haben sich die Studenten des Vereins Swissloop auf diesen Moment vorbereitet: Ihre selbst entwickelte Kapsel liegt in der Hyperloop-Röhre auf dem Spacex-Gelände in Los Angeles und ist bereit, um beim Wettbewerb von Spacex- und Tesla-CEO Elon Musk auf den ersten Platz zu fahren. Das Ziel des jährlichen Wettkampfs ist es, dass die Kapsel möglichst schnell durch die Vakuumröhre fährt.

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Von den 21 eingeladenen Teams durften nur vier am Final vom Sonntag teilnehmen, darunter auch Swissloop. «Als der Countdown begann, war unsere Anspannung riesig», sagt Nathalie Nick, die an der ETH Zürich studiert. Alle hätten die Daumen gedrückt, als die 200 Kilogramm schwere und 3,27 Meter lange Kapsel startete, die nach dem Schweizer Astronauten Claude Nicollier benannt wurde. In zwölf Sekunden beschleunigte die Kapsel auf 252 Kilometer pro Stunde. Das reichte für den zweiten Platz.

«Kapsel wäre noch schneller gewesen»

«Die Konkurrenz war extrem stark», so die 21-jährige Maschinenbau-Studentin, die für die Aerodynamik der Kapsel zuständig war. Das Team sei deshalb sehr zufrieden mit dem Resultat – auch wenn es nicht der erste Platz ist. «Wir sind glücklicherweise von grösseren Problemen verschont geblieben. Allerdings stoppte die Kapsel früher, sonst wäre sie noch schneller gewesen», sagt Nick.

Hyperloop

Den neuen Rekord der erstplatzierten Studenten aus München zu toppen, wäre aber schwierig geworden. Deren Kapsel raste mit 463 Kilometern pro Stunde durch die Röhre – ging aber kaputt: «Das tut mir für unsere Münchner Kollegen leid. Sie sind trotzdem die Gewinner des Wettbewerbs.»

Lob von Tech-Milliardär

Kleiner Zusatzsieg für die Swissloop-Kapsel: Sie ist mit dem Innovation Award ausgezeichnet worden, weil die Studenten einen sogenannten linearen Induktionsmotor entwickelt und verwendet haben. «Das ist die ursprüngliche Idee von Elon Musk, aber viel schwieriger zu konstruieren», so Nick. Der Tech-Milliardär sei deshalb auch begeistert gewesen von der Kapsel: «Er schaute sie an und lobte uns für das gute Engineering. Dann gab er eine Unterschrift auf der Hülle.»

Musks Vision: In Zukunft sollen Güter und Personen mit bis zu 1200 Kilometern pro Stunde durch solche Hyperloop-Röhren transportiert werden. Ob das schon bald realistisch ist, sei schwierig vorherzusehen: «Die Technik hat viele Vorteile wie etwa die Geschwindigkeit, die geringe Lärmbelastung und kein CO2-Ausstoss», so Nick. Bis das ausgereift sei, brauche es aber noch Zeit. «Wir werden weitertüfteln.»

2020 soll es deutlich anspruchsvoller werden

Das wird sowieso nötig sein, denn die ETH-Studentin will im kommenden Jahr wieder am Hyperloop-Wettbewerb teilnehmen und wird im Leitungsteam von Swissloop dabei sein. Wenn es nach Musk geht, soll es 2020 deutlich anspruchsvoller werden. In einem Tweet kündigte er an, dass die Strecke der Röhre von 1,25 auf 10 Kilometer verlängert und eine Kurve eingebaut wird. «Das erhöht die Schwierigkeit massiv», so Nick.

Bevor sie sich darüber den Kopf zerbricht, wurde zuerst mal der gemeinsame Erfolg gefeiert – zusammen mit dem drittplatzierten Team aus Lausanne und den Siegern aus München zog man in Los Angeles um die Häuser.


(tam)

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  • Miss Eule am 22.07.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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    Gratuliere! Mega Leistung! Weiter so!

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