Axtmord in Zürich

06. Dezember 2010 09:22; Akt: 06.12.2010 17:14 Print

«Er schlug wie ein Irrer auf die Frau ein»

von Annette Hirschberg - Ein 56-jähriger Mann hat in Zürich seine Ex-Frau auf offener Strasse mit einer Axt erschlagen. Augenzeugen berichteten von einer «furchtbaren und brutalen Tat».

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«Furchtbar», «unglaublich», «brutal»: Die Augenzeugen vom Tötungsdelikt an der Badenerstrasse sind geschockt. Gegen 8.15 Uhr hat am Montag ein 56-jähriger Serbe seine 52-jährige Partnerin erschlagen. Der Mann lauerte ihr auf dem Arbeitsweg auf. Gemäss Stadtpolizei Zürich fing der Mann die Frau 50 Meter von ihrem Arbeitsort ab. «Er sprang aus einem schwarzen Smart und begann unvermittelt, der Frau auf den Kopf zu schlagen», so Sprecher Marco Cortesi.

Die Frau sei noch vor dem Eintreffen des Rettungswagens an ihren «massiven und stumpfen Kopfverletzungen» erlegen. Was die Tatwaffe war, konkretisierte der Polizeisprecher nicht. Gemäss mehreren Augenzeugen handelte es sich um eine Axt: «Wie ein Irrer» sei der bärtige Mann mit der Axt auf die Frau losgegangen und habe ihr - auch als sie schon am Boden lag - immer wieder mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen. Wie eine Augenzeugin gegenüber der Videoagentur Keystone berichtet, war das Gesicht der 52-Jährigen kaum noch erkennbar (siehe Video am Ende).

Das Opfer ging an Krücken

Zwei Augenzeugen versuchten einzugreifen, hatten aber gegen den rasenden Mann keine Chance. «Auf einen Helfer ist er noch losgegangen», erzählt eine Augenzeugin. Nach dem mutigen Eingreifen liess der Täter von seinem Opfer ab und floh. Der 56-Jährige stellte sich nur rund 30 Minuten später der Polizei. Die ersten Erkenntnisse deuten auf ein Beziehungsdelikt hin. Was der konkrete Hintergrund ist, blieb allerdings zunächst unklar. Nach ersten Informationen der Polizei war der 56-Jährige der Ex-Mann des Opfers.

Die 52-jährige Frau war offenbar gehbehindert und ging an Krücken. Sie arbeitete in einer sozialen Werkstatt der Stadt Zürich in der Nähe des Cafés Schar, vor welchem sich die brutale Tat abspielte. Barbara Strebel, Kommunikationsleiterin «Soziale Einrichtungen und Betriebe», bestätigte gegenüber 20 Minuten Online, dass die Frau in einer der sozialen Werkstätten arbeitete. Der Schock bei den Kollegen über die blutige Tat sitzt tief, in der Werkstatt herrscht grosse Trauer.

Eine Augenzeugin berichtet von der grausamen Tat: «Ihr Gesicht war fast nicht erkennbar»