Blutstammzellen-Spender gesucht

12. Februar 2020 19:53; Akt: 13.02.2020 09:08 Print

«Es ist schrecklich, Eslem so zu sehen»

Die dreijährige Eslem leidet an Leukämie. Nur mit der Hilfe eines passenden Blutstammzellspenders kann sie geheilt werden.

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Bereits als Eslem ein Jahr alt war, erhielten die Eltern die Schockdiagnose. «An ihrem ersten Geburtstag im Januar 2018 wurde bei ihr Leukämie festgestellt», sagt Vater Hasim Boz aus dem Aargau. Damals habe seine Tochter den Krebs mit Hilfe einer Chemotherapie innerhalb von einem Jahr und sieben Monaten besiegt. Die Eltern atmeten auf.

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Doch vor einer Woche kam der unerwartete Rückfall: «Es war ganz schlimm. Eslem hatte Knochenschmerzen, war bewegungslos und ist nur steif dagelegen», erzählt Boz. Nun liegt die Dreijährige wieder im Kinderspital Zürich und muss eine Chemotherapie über sich ergehen lassen. «Es ist schrecklich, die eigene Tochter so zu sehen. Wir sind sehr traurig.» Sie hätten gedacht, die schlimmste Zeit hinter sich zu haben, und jetzt gehe es wieder von vorne los.

«Wann können wir nach Hause?»

Mit der Chemotherapie bekomme man die Krebszellen zwar unter Kontrolle, für eine Heilung brauche seine Tochter einen passenden Spender von Blutstammzellen, so Boz. Dieser werde nach der Untersuchung ihres Knochenmarks in einem weltweiten Register gesucht. Die Suche quält die Familie. «Es ist ungewiss, ob und wann ein Spender gefunden werden kann. Diese Unsicherheit macht uns Eltern kaputt.» Darum haben sie einen Wunsch: «Es sollen sich so viele Menschen wie möglich registrieren, damit es in Zukunft nur noch einen Klick braucht, bis ein Spender gefunden wird. Wir müssen einen Spender finden, sodass sie gesund weiterleben kann.»

Eslem gehe es mittlerweile etwas besser. «Nach den ersten schwierigen Tagen kann sie sich nun wieder bewegen und mit uns reden», so der Vater. Seine Frau sei rund um die Uhr bei ihr. Auch er sei so oft wie möglich im Spital. «Unsere Tochter fragt ständig, wann sie wieder nach Hause kann – das tut weh.» Die Familie hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben: «Wir sind überzeugt, dass Eslem wieder auf die Beine kommt. Sie hat den Krebs bereits einmal besiegt und wird es wieder schaffen.»

Schwierig, den richtigen Spender zu finden

Blutspende SRK Schweiz hat das Schicksal des Mädchens auf Instagram gepostet, um auf eine Registrierung in der Datenbank aufmerksam zu machen. «Es ist sehr schwierig, für Patientinnen und Patienten einen passenden Spender zu finden», sagt Direktor Bernhard Wegmüller. Damit eine Transplantation von Blutstammzellen gelinge, müssten Gewebemerkmale von Spender und Empfänger übereinstimmen. Diese Merkmale sind vererbt.

Insgesamt sind 147'960 Menschen in der Datenbank für Transplantation von Blutstammzellen gelistet. Jährlich registrieren sich bis zu 15'000 Personen. «Je mehr Menschen sich registrieren und bereit sind zu spenden, desto grösser ist die Chance, rechtzeitig eine passende Spende zu finden.» Um sich als Spender zu registrieren, muss man zwischen 18 und 55 Jahre alt, in guter gesundheitlicher Verfassung und in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein krankenversichert sein.

Sobald ein passender Spender gefunden wird, werden in den meisten Fällen Blutstammzellen aus dem peripheren Blut entnommen. «Der Vorgang dauert drei bis sechs Stunden und es entsteht kein nennenswerter Blutverlust», sagt Wegmüller. Unmittelbar nach der Spende könne man sich müde fühlen. Diese Müdigkeit halte aber nicht allzu lange an und nach einigen Tagen sei man in der Regel wieder fit.

Auf der Webseite der SRK Schweiz können Sie sich als Spender registrieren. Spendeaktionen finden am 19. Februar in Effretikon und am 26. Februar in Würenlos statt. Vor Ort kann man eine Speichelprobe abgeben.

(viv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jaylo am 12.02.2020 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Registriert

    Ich habe mich gerade angemeldet. Wir tuen so schon viel zu wenig für unsere Mitmenschen. Ich hoffe ich kann helfen. Vielleicht bin ich ja auch selber mal darauf angewiesen ?!

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  • Paula am 12.02.2020 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Registrierung

    An alle, bitte registriert euch. Kurze Sache, es tut nicht weh und kann Leben retten

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  • österreich_bua am 12.02.2020 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckend

    Erschreckend, dass 10% nicht spenden wollen :-(! Es wären Stammzellen von Euch, die ein Menschenleben retten würden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Assistenzarzt - Pädiatrie am 13.02.2020 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    .....

    Mich bedrückt es immer sehr Kinder so zu sehen. Einige denken, Ärzte lasen sowas nicht an sich ran aber ja, wir sind auch nur Menschen und sowas macht auch uns traurig und wir würden alles mögliche tun. Leider sind uns allzu oft die Hände gebunden.

  • Lydia am 13.02.2020 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Spenden

    Wo kann man sich anmelden für die registation?

  • Ana Xi am 13.02.2020 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Öffentlicher Aufruf

    Es wäre doch angebracht, einen öffentlichen Aufruf zur Typisierung in allen Zeitungen und im Fernsehen zu machen. Wenn man da nur von dem Elend der Kleinen schreibt, genügt es noch lange nicht.

  • Eveline am 13.02.2020 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    tut weh...

    ... wenn man das liest. Bin selber Mutter und habe mich soeben registriert.

  • Tumi am 13.02.2020 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Familie u. Verwandte soll sich testen

    Würde mich auch registrieren, aber wer versichert mir das alles korrekt abläuft mit seriösen Wartelisten? Da gibt es doch immer Ausnahmen und das finde ich nun mal nicht richtig.