Limmattalbahn

12. September 2019 04:55; Akt: 12.09.2019 07:22 Print

«Es müssen über 400 Bäume gefällt werden»

von Jennifer Furer - Wegen der Limmattalbahn müssen derzeit Bäume gefällt werden. Das erzürnt Anwohner und die SVP.

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«Einfach eine Schande so etwas», schreibt ein User zu einem Bild, auf dem zu sehen ist, wie Bäume gerodet werden. Ein anderer: «Das sollte verboten sein.» Gegenüber 20 Minuten führt ein weiterer Baumfreund aus: «In der aktuellen Klimadebatte und Brandrodungen im Amazonas ist es wie ein Schlag ins Gesicht, wenn hier so viele Bäume gerodet werden.» Ganze Alleen seien zerstört worden. «Im Limmattal verschwinden immer mehr Bäume wegen der zunehmenden Verstädterung.» Grund für die Rodung sind Bauarbeiten wegen der Limmattalbahn. Anfang September wurde die erste Etappe feierlich eröffnet. Diese positive Stimmung ist mit dem Bau der zweiten Etappe zumindest bei der Bevölkerung in Dietikon verflogen. Künftig soll die Limmattalbahn zwischen Schlieren und Killwangen über Dietikon sowie zwischen Zürich-Farbhof und Altstetten verkehren. Derzeit machen auf sozialen Medien Bilder die Runde, auf denen zu sehen ist, wie zig Bäume wegen des Baus der Limmattalbahn gerodet werden. Kritik kommt auch von der Baumschützerin Figen Oezkizilirmak (44). Sie kämpfte an vorderster Front für den Erhalt einer 100-Tonnen-Buche in Schlieren, die schliesslich gefällt wurde. Die jetzige Baumfällaktion in Dietikon betitelt sie als «Schande». «Es müssen über 400 Bäume gefällt werden. Mein Herz blutet», sagt Oezkizilirmak. Sie habe nichts gegen den Bau der Limmattalbahn. «Aber ich verstehe wirklich nicht, wieso man die Planung nicht auf die Bäume abstimmen kann. Es muss doch möglich sein, Bäume in ein Projekt zu integrieren.» Es sei unsinnig, so die Baumschützerin, jetzt alle Bäume zu roden, um nach den Bauarbeiten wieder neue zu pflanzen. «Ein Baum kostet mindesten 10'000 Franken. Das muss dann wieder der Steuerzahler berappen», sagt Oezkizilirmak. Bei der Limmattalbahn AG heisst es, dass es unumgänglich sei, während der Realisierung der Limmattalbahn Bäume zu fällen. «Für die Limmattalbahn AG sind die Bäume entlang der Neubaustrecke sehr wichtig. Entlang der gesamten Strecke wird deshalb eine neue Baumallee gepflanzt.», sagt Sprecherin Julie Stucki. Das Ziel sei, dass insgesamt mehr neue Bäume gepflanzt als gefällt werden. Wie viele Bäume für die zweite Etappe genau gefällt werden müssen, kann Stucki noch nicht sagen. «In der ersten Etappe begleiten 470 Bäume die Limmattalbahn. Rund 130 Bäume davon sind Bestandsbäume, die erhalten werden konnten. Rund 340 Bäume wurden neu gepflanzt.» Neu gepflanzt würden auf der 13 Kilometer langen Strecke grundsätzlich heimische Baumsorten.

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Es war ein Fest, als die erste Etappe der Limmattalbahn Anfang September eröffnet wurde. Die Strecke zwischen Zürich-Farbhof und Schlieren stiess bei Pendlern auf Begeisterung. «Jetzt spare ich 30 Minuten täglich auf meinem Arbeitsweg», sagte einer zu 20 Minuten.

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Diese positive Stimmung ist mit dem Bau der zweiten Etappe zumindest bei der Bevölkerung in Dietikon verflogen. Künftig soll die Limmattalbahn zwischen Schlieren und Killwangen über Dietikon sowie zwischen Zürich-Farbhof und Altstetten verkehren. Derzeit machen auf sozialen Medien Bilder die Runde, auf denen zu sehen ist, wie zig Bäume wegen des Baus der Limmattalbahn gerodet werden.

«Im Limmattal verschwinden immer mehr Bäume»

«Einfach eine Schande so etwas», schreibt ein User. Ein anderer: «Das sollte verboten sein.» Gegenüber 20 Minuten führt ein weiterer Baumfreund aus: «In der aktuellen Klimadebatte und Brandrodungen im Amazonas ist es wie ein Schlag ins Gesicht, wenn hier so viele Bäume gerodet werden.» Ganze Alleen seien zerstört worden. «Im Limmattal verschwinden immer mehr Bäume wegen der zunehmenden Verstädterung.»

Kritik kommt auch von der Baumschützerin Figen Oezkizilirmak (44). Sie kämpfte an vorderster Front für den Erhalt einer 100-Tonnen-Buche in Schlieren, die schliesslich gefällt wurde. Die jetzige Baumfällaktion in Dietikon betitelt sie als «Schande». «Es müssen über 400 Bäume gefällt werden. Mein Herz blutet», sagt Oezkizilirmak.

Baum kostet 10'000 Franken

Sie habe nichts gegen den Bau der Limmattalbahn. «Aber ich verstehe wirklich nicht, wieso man die Planung nicht auf die Bäume abstimmen kann. Es muss doch möglich sein, Bäume in ein Projekt zu integrieren.» Es sei unsinnig, so Oezkizilirmak, jetzt alle Bäume zu roden, um nach den Bauarbeiten wieder neue zu pflanzen. «Ein Baum kostet mindesten 10'000 Franken. Das muss dann wieder der Steuerzahler berappen», sagt die Baumschützerin.

Die SVP stellte sich als einzige Partei gegen die Limmattalbahn – unter anderem wegen der Baumrodung. Kantonsrat Lorenz Habicher sagt: «Was wir bei der Abstimmung als Argument eingebracht haben, ist jetzt Tatsache geworden.» Es sei immer das Anliegen der Partei gewesen, dass die Belastung der Bevölkerung möglichst klein gehalten und ihre Anliegen ernst genommen würden.

Neue Bäume pflanzen

Bei der Limmattalbahn AG heisst es, dass es unumgänglich sei, während der Realisierung der Limmattalbahn Bäume zu fällen. «Für die Limmattalbahn AG sind die Bäume entlang der Neubaustrecke sehr wichtig. Entlang der gesamten Strecke wird deshalb eine neue Baumallee gepflanzt», sagt Sprecherin Julie Stucki. Das Ziel sei, dass insgesamt mehr neue Bäume gepflanzt als gefällt werden.

Wie viele Bäume für die zweite Etappe genau gefällt werden müssen, kann Stucki noch nicht sagen. «In der ersten Etappe begleiten 470 Bäume die Limmattalbahn. Rund 130 Bäume davon sind Bestandsbäume, die erhalten werden konnten. Rund 340 Bäume wurden neu gepflanzt.»

Neu gepflanzt würden auf der 13 Kilometer langen Strecke grundsätzlich heimische Baumsorten – unter anderem Ulmen, Kastanien, Linden und Ahorn. «Jeder Baum wird von Spezialisten einzeln in der Baumschule ausgewählt», so Stucki.