Dielsdorf

21. Februar 2020 14:30; Akt: 21.02.2020 14:44 Print

«Fahrer des Jahres» schrottet sein Auto

Ein Autofahrer verlor in Buchs ZH die Herrschaft über seinen VW Golf. Nun wurde der «Autofahrer des Jahres 2017» vom Bezirksgericht Dielsdorf verurteilt.

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Ein 38-jähriger Schweizer musste am Donnerstag in Dielsdorf vor die Richter. Er hatte 2018 einen Selbstunfall gebaut, als er auf einer Strasse zwischen Buchs ZH und Boppelsen ZH auf 118 Kilometer pro Stunde beschleunigt hatte. In einer Kurve verlor er die Kontrolle über seinen weissen VW Golf GTI. Das Auto durchpflügte einen Acker und prallte gegen eine Böschung. Dabei wurde ein Mitfahrer verletzt. Dieser erlitt Brüche an der Wirbelsäule sowie an den Rippen.

Brisant ist, dass es sich beim Lenker um den «Autofahrer des Jahres 2017» handelt, wie der «Zürcher Unterländer» berichtet. Die Auszeichnung war ihm von einem Schweizer Automagazin, dem TCS und Volkswagen verliehen worden. Er sollte während einem Jahr als offizieller VW-Botschafter für mehr Verkehrssicherheit unterwegs sein. Der Golf wurde ihm dafür ausgeliehen. Mehrere Aufkleber am Auto wiesen auf den Titel hin. Seit dem Vorfall wurde der Titel nicht mehr vergeben.

«Ich fahre eigentlich nicht so»

Den Grund für die Beschleunigung konnte sich der 38-Jährige vor Gericht nicht erklären. «Ich fahre eigentlich nicht so. Ich habe in den vergangenen 20 Jahren keine Geschwindigkeitsbusse erhalten», zitiert ihn die Zeitung. Er sieht aber ein, falsch gehandelt zu haben. Der Unfall belaste ihn sehr und er entschuldige sich bei den Betroffenen. «Ich war mir aber sicher, dass die Kurve auch bei diesem Tempo fahrbar ist.» Einige Tage vor dem Unfall hatte der Schweizer noch ein Fahrtraining auf einer Rennstrecke absolviert.

Die Staatsanwaltschaft hat den Schweizer wegen vorsätzlich qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln angeklagt und forderte eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Der Verteidiger wollte eine bedingte Geldstrafe von maximal 150 Tagessätzen. Das Gericht verurteilte den Mann schliesslich zu einer bedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten. Es liege keine krasse Missachtung vor. «Sie sind ein guter Autofahrer und haben auch schon Ihre Grenzen getestet. Deshalb glauben wir Ihnen, dass Sie überzeugt davon waren, die Kontrolle des Fahrzeugs in der Kurve nicht zu verlieren», so der Richter.

(tam)