Bussen-Ärger

28. November 2018 05:45; Akt: 28.11.2018 05:45 Print

«Blitzer im Gubrist-Tunnel sind reine Schikane»

Ein Leser-Reporter hatte im Gubristtunnel für einmal freie Fahrt. Dass er dann prompt geblitzt wurde, empfindet er als Schikane. Anders sieht das die Polizei.

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Staus zu jeder Tageszeit sind im Gubristtunnel die Regel. Umso erstaunter war ein Leser-Reporter, als es neulich gegen 22 Uhr in Richtung St. Gallen kaum Verkehr hatte. «Ohne gross nachzudenken, stellte ich den Tempomaten auf 100 km/h ein», sagt er. Ein Irrtum: Zwar gilt in Fahrtrichtung Bern die Geschwindigkeitsgrenze von 100 km/h, in Fahrtrichtung St. Gallen beträgt diese jedoch 80 km/h.

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Tatsächlich blitzte es dann plötzlich aus einer Notfallnische, so der Leser: «Das Fahrzeug vor und jenes hinter mir gleich mit.» Für ihn reine Schikane: «Endlich kann man in diesem Tunnel einmal mehr als nur 30 km/h fahren. Dann hat die Polizei nichts Besseres zu tun, als einen Radar zu verstecken, um den Verkehr künstlich auszubremsen.»

«Lukrativer Tag für Polizei»

Zudem sei die Röhre gut ausgeleuchtet gewesen und es habe keine Hindernisse gegeben: «Klar, nach dem Tunnel kommt eine Baustelle. Wenn schon, dann wäre dort ein Blitzer angebracht.» Seine Freundin sei am selben Abend ebenfalls durch den Gubrist gefahren: «Vor und hinter ihr herrschte ein Blitzlichtgewitter.» Das müsse für die Polizei ein lukrativer Tag gewesen sein, vermutet er: «Vielleicht will sie am Ende des Jahres nochmals die Kassen auffüllen und stellt deshalb überall Blitzer auf.»

Der Leser, der noch auf den Bussenzettel wartet, betont, dass er kein Raser sei: «Ich möchte auf verkehrsarmen Strassen einfach zufahren können, ohne alle zwei Sekunden auf den Tacho schauen zu müssen.» Er ist auch überzeugt, dass diese Blitzeraktionen nur unnötigen Schleichverkehr verursache: «Dann fahren Leute auf Überlandstrecken 60 km/h oder viel zu langsam auf dem Überholstreifen aus Angst, geblitzt zu werden.»

Hauptursache für Unfälle

Kapo-Sprecher Rebecca Tilen sagt dazu, dass es der Grundauftrag der Polizei sei, die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten: «Damit verbunden ist die flächendeckende Überwachung der geltenden Geschwindigkeitsvorschriften.» Dies insbesondere deshalb, da die Nichteinhaltung nach wie vor eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle sei.

Im Gubristtunnel in Richtung St. Gallen stehe die Herabsetzung der Geschwindigkeit von 100 auf 80 km/h im Zusammenhang mit der unmittelbar nach dem Tunnel folgenden Baustelle. «Die häufig wechselnde Verkehrsführung, verbunden mit den engen Platzverhältnissen innerhalb der Fahrstreifen, führt immer wieder zu Verkehrsunfällen», sagt Tilen. Mit der Durchführung von regelmässigen Geschwindigkeitskontrollen, auch nachts, soll laut Tilen erreicht werden, dass die Geschwindigkeiten insbesondere am Anfang der Baustelle eingehalten werden. Dass jetzt vor dem Jahresende aber besonders viele Blitzer aufgestellt werden, sei nicht richtig.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tell's Lady am 28.11.2018 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Samichlaus?

    Wir wissen alle, dass solche Radars NUR der Sicherheit dienen und dass doch der Samichlaus Ostern erfunden hat, oder?

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  • Broccoli am 28.11.2018 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deswegen Jammern?

    So was ärgert mich einfach. Warum damit zur Presse rennen? Es gibt Verkehrsregeln und daran hat man sich zu halten. Punkt. Ist ja nicht so, als würde man die Schilder nicht sehen, es hängen genügend im und vor dem Tunnel. Er ist absolut selber Schuld.

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  • Chl am 28.11.2018 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Wann merken die schnell-Fahrer, dass es nur blitzt wenn Sie zu schnell fahren? Wo genau ist das Problem?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Guschti am 28.11.2018 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Bussgelder weg vom normalen Budget

    Ganz einfach Bussengelder in einen Verkehrsfonds oder die AHV. Somit ist allen gedient.

  • Radarmen am 28.11.2018 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    .123

    Ob dein Tacho richtig geht, siehst du wenn das Licht angeht!

  • gurke am 28.11.2018 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtig: der Staat zockt ab

    Diese Kasten sind keine Schikanen: es sind Inkasso-Maschinen. Schikanen sind die unrealistischen Geschwindigkeiten die flexibler sein sollten!

  • Terminator 3000 am 28.11.2018 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Höhere Toleranzen & höhere Bussen

    Es braucht höhere Toleranzen. Diese 1 - 5 kmh zu viel Bussen sind reine Geldmacherei. Wobei für den Steuerzahler so eine Busse mehr kostet als sie einbringt. Eine Rechnungsstellung inkl. Inkasso kostet verwaltungstechnisch meistens mehr als eine Mini-Busse von 40 Fr. Deshalb, höhere Toleranzen, dafür gleich mit 80 Fr. einsteigen. Unfälle passieren höchst-selten wegen 1 - 5kmh zu viel, sondern wegen Unachtsamkeit! Auch da liebe Polizei, mehr Präsenz zeigen und Sms'ler und einhändige Telefonierer und Nichtblinker büssen! Das wäre sicherheitsverkerelevant und somit nach dem Verursacher-Prinzip.

  • Werni Fricktal am 28.11.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Budget

    Die Polizei muss sich schon längst blöd vorkommen, wenn immer von Sicherheit geredet werden muss, obwohl auch der hinterste und letzte Polizist weiss, dass es in allererster Linie darum geht, das Budget zu erfüllen.