Deutsche mit Blaulicht

23. November 2018 05:46; Akt: 23.11.2018 05:46 Print

«Habe sie mit der Polizei am Telefon verfolgt»

Ein Leser entdeckte ein deutsches Auto mit Blaulichtlampe. Dieses verfolgte er anschliessend für die Polizei – jedoch umsonst.

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Eigentlich hatte sich Leser-Reporter E. C.* am Mittwoch auf eine normale Mittagspause gefreut. «Doch dann sah ich im Schöneichtunnel plötzlich einen alten, roten Mercedes mit Blaulichtlampe auf dem Dach.» Da das Auto eine deutsche Autonummer hatte, wurde er stutzig. «Ich bin auf seine Höhe gefahren und habe bemerkt, dass da gar keine Polizisten im Auto sitzen», sagt C. Umgehend habe er die Polizei angerufen.

«Diese hat mich dann gefragt, ob ich dem roten Mercedes hinterherfahren könne, damit sie bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte wissen, wo sich das Auto aufhält.» Er habe das Auto dann mit der Polizei am Telefon während einiger Zeit durch die ganze Stadt Zürich verfolgt.

«Als wir dann auf der Autobahn waren in Richtung Limmattaler Kreuz, hat uns ein Polizeiauto überholt und schlussendlich auch den roten Mercedes auf dem Pannenstreifen angehalten», sagt der Leser-Reporter. Er sei dann wieder zurück zur Arbeit gefahren. «Ich musste dann meinem Chef erklären, wieso ich zu spät zurückkam – er hat aber gelacht und natürlich Verständnis gezeigt.»

Die Mühe von E. C. war umsonst

Bei der Stadtpolizei Zürich bestätigt man den Einsatz: «Wir haben das Auto angehalten und kontrolliert», sagt Sprecher Michael Walker. Die Mühe des Leser-Reporters war aber umsonst. «Es handelte sich um Feuerwehrmänner aus Deutschland mit ihrem Dienstfahrzeug, die auf dem Heimweg von einer Messe waren», so Walker. Da sie das Blaulicht nicht eingeschaltet hatten, habe keine Gesetzeswidrigkeit bestanden. «Die drei Männer konnten anschliessend wieder weiterfahren.»

Dass die Polizei C. gebeten hat, den roten Mercedes im Auge zu behalten, sei nicht ungewöhnlich. «Wir fragen nach, weil es für uns natürlich in solchen Fällen ein Vorteil ist, wenn wir genau wissen, wo sich das Fahrzeug oder die Person aufhält», sagt Walker. Der Anrufen hätte aber auch problemlos Nein sagen können. «Und es ist natürlich auch nie die Absicht, dass sich eine anrufende Person selbst in Gefahr begibt.»

*Name der Redaktion bekannt.

(wed)