Street-Parade-Mode

11. August 2018 09:25; Akt: 11.08.2018 09:25 Print

«Stilverbrechen gab es an der Parade schon immer»

Vom Nuggi über das sexy Polizistinnenkostüm bis zur normalen Strassenkleidung: eine Modegeschichte der Street Parade.

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Schrill und bunt? Oder lieber in Schwarz? Das sind Besucher an der Street Parade 2017. Es scheint, als wäre heute alles erlaubt. Doch zurück zu den Anfängen der Parade. An der ersten Ausgabe 1992 tragen die Teilnehmer diese sexy Brillen. Voll angesagt sind sicher auch diese beiden Jungs. 1993 ist der Haarschmuck auffällig. Bademäntel und Taucherbrillen haben ebenfalls ihren grossen Auftritt. Die Street Parade 1994. Diese Frau passt sogar das Getränk ihrem Outfit an. Zu manchem Raver-Outfit gehört auch eine Maske. 1995 sind Nuggis und CDs als Halsschmuck der letzte Schrei. So tanzen die Raver 1996. 1997 gibt es viele Farben und viel nackte Haut zu sehen. Auch diese beiden fallen 1997 auf. Flower Power ist 1998 voll angesagt. Kreativ sind auch diese Männer in diesem Jahr bei der Outfit-Auswahl. Dieses Gespann begegnet einem 1999 auf der bekannten Zürcher Techno-Party. Er ist 2001 ein Beweis dafür, dass die männlichen Street-Parade-Besucher in Sachen Dress und Make-up den Damen in nichts nachstehen. Dieses spezielle «Zungenkostüm» entdeckt man 2001 auf der Street Parade. Merken Sie es sich genau. Das klassischste Techno-Outfit besteht 2002 schlicht aus nichts - oder fast nichts. Hier kehrt 2003 Flower Power zurück. Bodypainting ist 2003 ebenfalls sehr beliebt. Doch warum umständliche Muster ausdenken, wenn auch eine einzige Farbe seine Wirkung zeigt. Ein Jahr später: Bodypainting ist immer noch in. Auch 2004 gilt mal wieder das Motto: «Weniger ist mehr!» Und wieder sind in diesem Jahr zwei der Hauptkriterien vorhanden: blumig und minimalistisch ist die Kostümauswahl dieses Technos-Fans. Äusserst kreativ sind 2005 auch diese beiden Party-Exemplare. Was diese zwei Raver 2006 darstellen, bleibt unklar. Hauptsache flippig und möglichst auffällig. Eine Spur von brasilianischem Karneval findet man auch 2007 auf der Techno-Meile. Auch diese Frauen sind 2007 ein Hingucker. Für 2008 gilt: Neon, Neon, Neon! 2009 geht es an der Street Parade schweinisch zu und her. Da ist sie wieder! Neun Jahre später entdecken wir 2010 die überlange, gespaltene Zunge wieder! War es in den Neunzigern die Flower-Power, die diverse Techno-Festivals dominierte, so findet man in diesem Jahr immer mehr den Lady-Gaga-Style. Diese beiden Herren würden 2011 auch an einer Fasnacht eine gute Figur machen. Dieser Teilnehmer besticht 2012 mit extravaganten Kopfschmuck. Auch sie lassen sich ein Jahr später in Sachen Kopfschmuck etwas einfallen. 2014 tanzen Aliens und Polizistinnen durch Zürich. Ein Jahr später freuen sich diese Indianer an der Street Parade. Auch da will 2015 jemand auffallen. Und 2016 finden CDs wieder Verwendung im Raver-Outfit – Auffällig: Ganze Gruppen sind heute einheitlich kostümiert.

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Wenn am Samstag wieder die Boxen an der 27. Street Parade dröhnen, tanzen tausende auffällig gekleidete Menschen um das Seebecken. Schon jetzt wartet wohl so manches sexy Polizistinnen- oder Krankenschwestern-Kostüm im Kleiderschrank. «Erlaubt ist fast alles. Jeder soll so kommen, wie er sich wohl fühlt», sagt Stefan Epli, Sprecher der Street Parade. Er empfiehlt bequeme Kleidung und wegen der Scherben geschlossene Schuhe.

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Laut Epli sind an der Parade weniger Kostüme als etwa vor zehn Jahren zu sehen: «Viele Leute kleiden ganz normal, so wie sie sonst in einen Club oder an ein Festival gehen.» Diese Entwicklung begrüsst er: «Wir wollen hauptsächlich wegen unserer hochkarätigen Musik und nicht als Fasnacht im Sommer wahrgenommen werden.»

Das Raveroutfit der 90er

Auch Nachtleben-Experte Alex Flach mag gute Musik. Trotzdem findet er, dass die Kostüme nicht mehr wegzudenken sind: «Stilverbrechen gab es an der Street Parade schon immer. Das muss man respektieren.»

Er geht seit 1993 die Street Parade. Als damals die Love Mobiles zum zweiten Mal durch die Stadt zogen, waren die Leute ebenfalls verkleidetet. «Allerdings gab es im Gegensatz zu heute das typische Raver-Outfit», so Flach. Will heissen: Klobige Buffalos an den Füssen, weite Schlaghosen, weisse Handschuhe, eine Trillerpfeife oder einen Nuggi um den den Hals – eine Fliegerbrille und blondierte Igelhaare rundeten das Ganze ab. «Das war in den 90ern völlig in Ordnung – ist aber zum Glück vorbei.»

Vermehrt einheitlich kostümierte Gruppen

Heute sei die Bandbreite der Kostüme viel grösser: «Es gibt vermehrt einheitlich kostümierte Gruppen, die sich ein bestimmtes Thema ausgesucht haben.» Einige Besucher geben sich dabei extrem viel Mühe: «Sie überlegen sich bereits ein Jahr vorher, was sie anziehen sollen. Das ist doch schön.» Denn eines ist sicher: Paradiesvögel und Selbstdarsteller werden an der Street Parade niemals aussterben.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jumpin'Jack R.I.P am 11.08.2018 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrer Techno??

    Die Leute wo an die Street-parade gehen,haben doch gar keine Ahnung mehr vom richtigen Techno,und um was es eigentlich geht. 1993-1995 Im OXA und in Rümlang;-)das wahren noch Zeiten;-)! Uns haben da alle noch als Spinner betitelt!! Und Heute sind es alles nur noch Mitläufer wo vom Techno keine Ahnung haben. Nur noch eine grosse Fasnacht.

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  • kieferi am 11.08.2018 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht wirklich accessoire

    die nuggis sind dafür da, dass man sich die zähne beim kiefern nicht ruiniert. aber mode accessoire klingt natürlich besser als mdma nebenwirkung

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  • na@dann am 11.08.2018 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    spirit wo bist du hin?

    Leider ist es nicht nur mit den Klamotten wie am Fasching. es wird genauso viel gesoffen, gepöbelt und geschlägert. gab es am Anfang eher Einsätze der Hilfskräfte wegen Hitze und Drogen, gibt es heute eine Vielzahl Schlägereien, Messerstechen und so weiter.... sehr schade.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karin am 11.08.2018 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen

    Das ist die heutige Gesellschaft?Ich glaube wir haben alle einen Flick ab.Das kommt mir vor wie Sodom und Gomorra.

  • jane77 am 11.08.2018 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fun and love

    die Streetparade soll Freude bringen und wenn einge sich dafür Verkleiden wollen sollte man so Tolerant sein und sie lassen

  • Jan am 11.08.2018 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jäso

    Stilverbrechen gab es an der Parade schon immer ein klassischer Pleonasmus.

  • Anna B am 11.08.2018 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Fasnacht

    Leider haben viele keine Ahnung von der Steet Parade die hier Ihre Kommentare schreiben.. Vor 8 jahre war es wirklich der Hammer, natürlich muss man den Sound mögen. Aber wen ich die Leute heute ansehe wie die Angezogen sind, sorry Leute wir sind an der Street Parade und nicht an der Fasnacht.. Farben froh ok ,da passt aber auch keine sexy Polizistin oder Krankenschwester, das hat da nichts zu suchen..

  • Nidel am 11.08.2018 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    "moderne" Street Parade

    Ich bin jetzt kein Bünzli, aber diese Street Parade ist nur noch eine Versammlung der armen Konsumzombies, die mit ihren teuren Markenschischis rumhüpfen. Man sieht, dass es nur Leute sind, die immer wieder einen Grund suchen, sinnlos zu feiern bzw. zu saufen.

    • Leo999 am 11.08.2018 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nidel

      Und wann ergibt saufen den sinn?

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