Gefährlich

20. Dezember 2011 23:03; Akt: 21.12.2011 02:44 Print

«Hier wird am falschen Ort gespart»

von Roman Hodel - Strassenlampen brennen im Kanton Zürich weniger lang – die Elektrizitätswerke sparen dadurch Strom. Bei Road Cross ist man mit Blick auf die vielen Unfälle auf Zebrastreifen entsetzt.

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Im Kanton Zürich brennen die Strassenlampen weniger lang - das stört Road Cross und ihren Sprecher Silvan Granig (kleines Bild). (Bild: Nicolas Y. Aebi)

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Herr Granig*, um Strom und damit Geld zu sparen schalten die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) die Strassenlampen später ein und früher aus. Was halten Sie davon?

Silvan Granig: Die EKZ sparen eindeutig am falschen Ort. Die Beleuchtung etwa von Fussgängerstreifen ist etwas Essenzielles. Gerade in der Dämmerung, wo jüngst viele schwere Unfälle passiert sind.

Umfrage
Ist es sinnvoll, Strom zu sparen, indem man die Strassenlampen kürzer eingeschaltet lässt?
53 %
47 %
Insgesamt 214 Teilnehmer

Aber es sind bloss ein paar
Minuten, und Strom zu sparen macht doch auch Sinn?

Gewiss. Doch neben dem unermesslichen menschlichen Leid sind die Kosten eines einzelnen schweren Unfalls mit Invalidenrente, medizinischer Behandlung und so weiter für den Steuerzahler deutlich höher als diese Einsparung.

Die EKZ haben die Änderung vorgenommen, ohne die Gemeinden zu informieren. Man habe allerdings auch keine Reaktionen darauf erhalten. Was sagen Sie zu dieser Informationspolitik?
Das ist perfid. Wem fällt schon auf, dass die Strassenlampen ein paar Minuten weniger brennen? Wohl höchstens nach einem Unfall, doch dann ist es zu spät.

Was erwarten Sie von den EKZ?
Dass die Verkürzung der Brenndauer mit Blick auf die Verkehrssicherheit rückgängig gemacht wird.

*Silvan Granig ist Sprecher der Organisation Road Cross.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • driver am 21.12.2011 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ausschalten aber Richtig...

    Ich bin der Meinung, dass es richtig wäre die Beleuchtung in der Nacht teilweise auszuschalten oder wenigstens zu dimmen. Allerdings würde ich die Fussgängerstreifen während der ganzen Nacht mit speziellen Lampen beleuchten, so würden die Streifen auch besser erkannt werden. Oftmals sieht man in Ortschaften vor lauter Licht den Streifen gar nicht.

  • philippe am 21.12.2011 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Strassenbeleuchtung

    Es gibt viele möglichkeiten vorzubeugen! Z.b. mit LED Beleuchtung gezielt auf den Fussgänger-Streiffen. Mit Kontaktschwelle für Autos. Die Fussgängerstreiffen sind dann extra hell Beleuchtet. Oder mit einem Orangen Blink Menschen!! Auch mit Kontaktschwelle. Sooo Einfach!!

  • Andy M am 21.12.2011 02:02 Report Diesen Beitrag melden

    Besser einmal zuviel schauen oder warten

    Wer den Atomausstieg befürwortet muss eben auch mit Einbussen im oeffentlichen Bereich rechnen, den man kann nicht immer nur fordern. Jeder Fussgänger muss doch für sich selbst die Verantwortung übernehmen und sich dem entsprechende auch verhalten im Strassenverkehr (gut sichtbare Kleidung, Solenblitze, "Lose, Luge, Laufen", nicht vor Motorfahrzeugen Strasse überqueren). Wichtig ist auch das sich die Fahrzeuglenker die Geschwindigkeit anpassen im Innerortsbereich und aufmerksam, vorsichtig, rücksichtsvoll sich bewegen im Verkehr. Fussgängerstreifen gibt einem nicht das Recht auf Sicherheit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Räber Peter am 22.12.2011 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit im Fussgängerbereich

    Haldenstein, als gutes Beispiel, hat die Lösung Strom zu sparen und die Sicherheit im Fussgängerbereich gleichzeitig zu erhöhen gefunden. Dies mit intelligenten Lichtsteuerungen. Für die Beleuchtung kann ein Profil erstellt werden, beispielsweise dass das Licht in der Zeit von 18 bis 22 Uhr normal leuchtet und ab dieser Blockzeit das Licht heruntergefahren wird. Nähert sich eine Person, so erkennt dies die Leuchte und fährt das Licht hoch, meldet dies der nächsten Leuchte usw. Nach einer gewissen Zeit fährt die Leuchte das Licht wieder herunter. So sind Personen immer im Lichtfeld.

  • philippe am 21.12.2011 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Strassenbeleuchtung

    Es gibt viele möglichkeiten vorzubeugen! Z.b. mit LED Beleuchtung gezielt auf den Fussgänger-Streiffen. Mit Kontaktschwelle für Autos. Die Fussgängerstreiffen sind dann extra hell Beleuchtet. Oder mit einem Orangen Blink Menschen!! Auch mit Kontaktschwelle. Sooo Einfach!!

  • driver am 21.12.2011 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ausschalten aber Richtig...

    Ich bin der Meinung, dass es richtig wäre die Beleuchtung in der Nacht teilweise auszuschalten oder wenigstens zu dimmen. Allerdings würde ich die Fussgängerstreifen während der ganzen Nacht mit speziellen Lampen beleuchten, so würden die Streifen auch besser erkannt werden. Oftmals sieht man in Ortschaften vor lauter Licht den Streifen gar nicht.

  • Tom Christen am 21.12.2011 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit um jeden Preis

    Wenn es länger brennen könnten unter Umständen spekulativ einige Unfälle verhindert werden - vielleicht. Wenn der Fussgänger die Augen aufmacht, hinschaut, sein Gehirn einschaltet und nicht blind auf die Strasse latscht (..ich bin ja im Vortritt!) dann gibt es auch keine Toten auf dem Fussgängerstreifen. Leute macht die Augen auf und benutzt eure grauen Zellen!! Hört auf immer die Verantwortung für sich selber auf andere zu schieben!! Ich fahre im Moment (Lappen weg) viel Fahrrad, ohne Helm (zu kalt) und mitten in der City von Zürich. Ihr Sicherheitsfanatiker macht mich krank!!!

  • Alexander am 21.12.2011 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Differenziert Denken!

    Differenziertes Denken liegt nicht jedem. Nur die wenigsten Strassenlampen beleuchten Fussgängerstreifen. Sinnvoller wäre es, die Gefahrenstellen zu beleuchten und nicht die Strassen im ganzen Kanton. Die Lichtverschmutzung sollte reduziert werden und Stromsparen ist heute nötige denn je. Gerade in der Dämmerung sollte man genau überlegen, was man beleuchtet. Eine generelle Erhöhung des Lichtpegels bringt der Verkehrssicherheit gar nichts, sondern verleitet zum Schnellfahren.