Hombrechtikon ZH

20. Dezember 2011 08:00; Akt: 19.12.2011 23:59 Print

«Hombi-Raser» krachte in Gotteshaus

von Attila Szenogrady - Ein Blaufahrer ist mit über 100 km/h durch Hombrechtikon gerast. Bis er mit einem anderen Auto zusammenprallte und zum Schluss in die reformierte Kirche hinein krachte. Nun wurde der junge Verkehrsrowdy verurteilt.

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Es war am 14. August 2009, als ein damals 19-jähriger Lehrling aus Hombrechtikon einem guten Kollegen nach einigen Dosen Bier seine Fahrkünste beweisen wollte. Obwohl er nach zwei gescheiterten theoretischen Prüfungen noch über keinen Führerausweis verfügte, startete er seinen Personenwagen der Marke Nissan und brauste durch die Gemeinde.

Nach Horrorunfall in der Kirche gelandet

Die Anklageschrift schilderte, wie der Schweizer Beschuldigte mit über 102 km/h statt 50 km/h über die Oetwilerstrasse bretterte und in einer leichten Linkskurve plötzlich die Herrschaft über das Fahrzeug verlor. Mit massiven Folgen. So krachte er zunächst in einen korrekt entgegenkommenden Personenwagen der Marke Volvo hinein. Von dort aus schleuderte der Beschuldigte weiter über die Strasse und prallte zum Schluss in die rechte Säule des Vordachs der reformierten Kirche hinein. Die Bilanz des Horrorunfalls: Der Beifahrer des Blaufahrers erlitt ein schweres Schädelhirn-Trauma, der unschuldige Volvo-Lenker massive Bauchverletzungen und einen Beinbruch. Seine Mitfahrerin kam mit einem Brustbeinbruch davon. Heute soll es allen Opfern wieder besser gehen.

20 Monate Freiheitsentzug bedingt und 1000 Franken Busse

Am Montag folgten für den heute 21-jährigen Sanitärinstallateur die strafrechtlichen Konsequenzen seiner Fahrt. Der umfassend geständige Raser wurde wegen mehrfach fahrlässiger Körperverletzung, groben Verkehrsdelikten und Alkohols am Steuer anklagegemäss zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten sowie 1000 Franken Busse verurteilt. 68 Tage hat der Schweizer bereits in Untersuchungshaft verbüsst. Sein Verteidiger hatte vergeblich eine mildere Sanktion von 15 Monaten bedingt gefordert und geltend gemacht, dass sein Klient inzwischen den Weg ins Erwachsenenleben gefunden habe und vernünftig geworden sei.

Das Gericht hielt fest, dass der Beschuldigte nur mit Glück daran vorbei geschrammt sei, dass er keine Toten zu verantworten habe.