Zürich und Basel

10. Juli 2019 10:20; Akt: 10.07.2019 15:28 Print

Zwei Aktivisten müssen in Haft bleiben

Klima-Aktivisten sind am Montag in Zürich und Basel verhaftet worden. Am Mittwoch kamen laufend Personen frei. Zwei müssen wohl in U-Haft.

Hier werden Aktivisten in Zürich freigelassen.
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Bei der Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz und bei der UBS am Basler Aeschenplatz haben Aktivisten am Montag über mehrere Stunden die Zugänge versperrt. In Zürich rückte die Polizei mit einem Grossaufgebot aus und verhaftete total 64 Aktivisten im Alter von 15 bis 65 Jahren. 61 waren am Dienstagabend noch in Haft. In Basel wurden 19 Personen verhaftet.

Bis Mittwochmorgen in Zürcher Haft war Enora (19) aus Genf. «Es ist sehr absurd, dass ich für zwei Tage hier bleiben musste», sagt die Aktivistin von Collective Climate Justice, die allein in einer Zelle war. «Wir mussten die Fenster schliessen. Es war sehr heiss.» Die zwei Tage seien ihr lange vorgekommen. Sie habe die Zeit mit Radio überbrückt. «Ich habe in der Zelle absichtlich geschrien.» Auch weitere Aktivisten wurden am Mittwochmorgen freigelassen und gesellten sich zu ihren Kollegen, die beim Polizeigebäude der Kantonspolizei Zürich auf sie warten.

54 Aktivisten erhielten Strafbefehl

Auch Jasmin Tüzel (30) war zwei Nächte in Haft. «Das war völlig unverhältnismässig», sagt sie. Die Aktivisten hätten im Sinn vieler Leute etwas aufzeigen wollen und dafür seien sie zwei Tage weggesperrt worden. «Ich werde weiterhin an Aktionen teilnehmen, wenn diese das unterstützen, woran ich glaube.»

Ein Grossteil der festgenommenen Aktivisten wurde innerhalb der Frist von 48 Stunden wieder freigelassen. 54 Personen wurden mit Strafbefehl bestraft und im Verlaufe des Vormittags aus der Haft entlassen, wie die Oberstaatsanwaltschaft Zürich mitteilt. Alle mit Strafbefehl verurteilten haben sich der Nötigung schuldig gemacht, einige zusätzlich des Hausfriedensbruchs. Es handelt sich um bedingte Geldstrafen.

U-Haft für zwei Personen beantragt

Vier Personen wurden bereits am Dienstag aus der Haft entlassen. Gegen sie läuft das Strafverfahren weiter. Eine Person wurde am Mittwoch aus der Haft entlassen und das Verfahren an einen anderen Kanton abgetreten. Bei zwei Personen hat die Zürcher Staatsanwaltschaft Antrag gestellt, dass Untersuchungshaft angeordnet wird. Diese Personen bleiben in Haft. Bei ihnen bestehen nebst dringendem Tatverdacht weiterhin die Haftgründe der Verdunkelungs- und Fluchtgefahr.

Unter den 61 am Montag verhafteten Personen sind 29 Männer und 32 Frauen im Alter zwischen 19 und 64 Jahren. 44 von ihnen sind Schweizer, elf aus Deutschland, zwei aus Österreich, zwei aus Frankreich. Bei zwei Personen ist die Nationalität unbekannt.

Aktivisten aus ganz Europa dabei

Die 19 Verhafteten von der Protestaktion in Basel sind derweil bereits seit Montagabend auf freiem Fuss oder kommen im Laufe des Mittwochs frei. Bei den 19 Personen handelt es sich um zwölf Männer und sieben Frauen im Alter von 19 bis 37 Jahren. Bei den Verhafteten handelt es sich um neun Deutsche, fünf Schweizer, zwei Finnen, eine Griechin, eine US-Amerikanerin und eine Österreicherin.

Die Basler Staatsanwaltschaft hat Verfahren wegen Verdachts der Nötigung, des Landfriedensbruchs, der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs sowie der Hinderung einer Amtshandlung eingeleitet.

Banken haben Strafanzeige eingereicht

Die Grossbanken haben wegen der Aktionen Strafanzeige eingereicht. «Die Credit Suisse hat wegen der Blockierung der Eingänge, von der Kunden und Mitarbeiter betroffen waren, Strafanzeige eingereicht», sagte Credit-Suisse-Sprecher Andreas Kern zu 20 Minuten. Auch die UBS hat wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Nötigung Strafanzeige erstattet, wie Sprecher Igor Moser bestätigt.

Klimaaktivisten demonstrieren erneut

(tam/wed)