Familienvater vermisst

11. Januar 2020 20:42; Akt: 11.01.2020 20:42 Print

«Ich hoffte, er kommt zu meinem Geburtstag»

Der Aargauer Uthayakumar Rajaratnam ist seit einem Monat spurlos verschwunden. Seine Familie unternimmt weiterhin alles, um ihn zu finden.

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«Es wird von Tag zu Tag schlimmer», sagt Rathushan Uthayakumar. Der 22-Jährige ist der Sohn des vermissten Familienvaters Uthayakumar Rajaratnam, der bereits seit 30 Jahren in der Schweiz lebt. Von ihm fehlt seit dem 12. Dezember jede Spur. Zuletzt gesehen wurde der 55-Jährige an jenem Morgen von seinen Angehörigen bei ihm zu Hause in der Aargauer Gemeinde Etzgen.

Seither hat die Familie nichts mehr von ihm gehört. Sie sucht ihn intensiv, hängt Vermisstenanzeigen in der Stadt auf und postet diese auch immer wieder in den sozialen Netzwerken. Auch die Kantonspolizei Aargau hat Mitte Dezember eine Vermisstmeldung veröffentlicht. Alles ohne Erfolg. Es gibt noch keinen Hinweis, auch nicht bei der Polizei, wie diese auf Anfrage sagt.

Nichts deutete darauf hin

Das Schlimmste sei, nicht zu wissen, warum sein Vater plötzlich weg sei, sagt der 22-Jährige. «Wenn wir wenigstens ein Lebenszeichen von ihm hätten, würde das vieles einfacher machen.» Besonders hart sei es an den Festtagen gewesen. «Eigentlich hatten wird vor seinem Verschwinden schon geplant, alle zusammen Weihnachten und Silvester zu feiern.» Dazwischen sei auch noch sein Geburtstag gewesen. «Ich hoffte, dass mein Vater an einem dieser Tage zurückkommt.»

Auch für die Nichte des Vermissten ist die Situation sehr bedrückend. Sie könne sich das nicht erklären. Am Tag des Verschwindens sei nämlich alles normal gewesen: «Er hat sogar noch ein paar Spässe gemacht.» Sie frage sich daher ständig, was passiert sein könnte. «Wir können ein Verbrechen nicht ausschliessen», sagt sie. Ausschliessen könne sie nur Suizid. «Er ist keine Person, die so etwas machen würde», so die 30-Jährige.

Die Suche geht weiter

Ablenkung zu finden sei schwer, obwohl immer wieder Besuch komme, um die Angehörigen zu unterstützen, so die Nichte. Mittlerweile versuchen aber einige Familienmitglieder, wieder in den Alltag zu finden und immerhin Teilzeit zu arbeiten. Am schlechtesten gehe es der Frau des Vermissten, die schon mit den nötigsten Tagesarbeiten Mühe habe.

Aufgeben möchten die Angehörigen nicht: «Wir sind jeden Tag aktiv und hoffen, dass wir noch Hinweise finden», so die Nichte. Daher bittet sie auch die Bevölkerung, ihren Onkel nicht zu vergessen: «Haltet die Augen weiter offen.»

Hinweise bei der Polizei melden

Der Mann ist laut Angaben der Polizei 160 Zentimeter gross, hat eine mollige Statur, dunkle Hautfarbe und einen weissen Bart. Er ist Brillenträger. Am Tag seines Verschwindens trug er eine blaue Jeanshose und eine gestreifte blaue Jacke. Personen, die Angaben über den Aufenthaltsort des Vermissten machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei in Verbindung zu setzen (Telefon 062 871 13 33).

(viv)