Gefängnis Horgen

22. Juli 2014 12:46; Akt: 22.07.2014 12:46 Print

«In den Zellen darf geraucht werden»

Nach dem Gefängnisbrand in Horgen konnte einer der beiden Verletzten das Spital bereits verlassen. Die Zelle ist allerdings unbewohnbar und Teile der Etage müssen renoviert werden.

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Beim Brand in einer Zelle des Gefängnisses Horgen sind am Montagabend ein Insasse und ein Aufseher verletzt worden. Letzterer konnte das Spital noch am selben Abend wieder verlassen – er erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Der Insasse hingegen befindet sich immer noch in Spitalpflege, wie Jessica Maise, Sprecherin des kantonalen Amts für Justizvollzug, sagt. Er war mit Verdacht auf Brandverletzungen und Rauchgasvergiftung eingeliefert worden.

Beim Insassen handelt es sich laut Maise um einen verurteilten Algerier, der in Horgen seine Strafe absitzt. Weswegen wollte Maise nicht sagen. Der Mann sei zumindest in letzter Zeit im Gefängnis nicht negativ aufgefallen. Das Feuer war am Montagabend kurz nach 18 Uhr in dessen Zelle ausgebrochen. Ein Aufseher sah nach und holte den Algerier raus. Dabei zog sich der Gefängnismitarbeiter selber leichte Verletzungen zu. «Er hat dem Insassen wohl das Leben gerettet», bestätigt Maise.

Diverse Renovationen nötig

Die Zelle ist zurzeit unbewohnbar und der Gang auf jener Etage russgeschwärzt. Was alles auf dem Stockwerk renovationsbedürftig ist, wird abgeklärt. Die anderen Stockwerke sind jedoch unversehrt. Auch die fünf Häftlinge, die wegen des Brandes evakuiert werden mussten, blieben unverletzt und sind mittlerweile wieder in Zellen untergebracht.

In einer Zelle gibt es laut Maise «aus Sicherheitsgründen möglichst wenig Brennbares». So bestehen Bettwäsche und Matratzen aus feuerhemmenden Materialien. Trotzdem lässt sich ein Brand nicht komplett verhindern. «Die Insassen haben natürlich Toilettenpapier und dürfen eine gewisse Anzahl Kleider, Schreibmaterial sowie etwa ein Buch mitnehmen», sagt Maise. «Zudem ist es aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht möglich, allen Insassen das Rauchen zu verbieten, weshalb auf den Zellen grundsätzlich geraucht werden darf.»

Ursache des Brandes noch unklar

Brände in Gefängniszellen kommen immer wieder vor. In Horgen brannte es beispielsweise im September 2009 in einer Zelle, weil ein Insasse gezeuselt hatte. Der Mann wurde dabei leicht verletzt. Im März 2005 steckte ein ebenfalls algerischer Insasse das Bett in Brand und fackelte die ganze Zelle ab. Der Seriendieb überlebte das Feuer und wurde 2006 verurteilt.

Die Ursache des Zellenbrandes vom Montagabend ist noch unklar. Der Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei Zürich ist am Ermitteln. Ein Ergebnis ist gemäss einer Kapo-Sprecherin erst in einigen Wochen zu erwarten.

(rom)