Teure Schwangerschaftsparty

03. Juni 2019 04:54; Akt: 03.06.2019 04:54 Print

«Kein Geschenk kostet unter 100 Franken»

Dresscode Rosa und teure Geschenke: Die Ausmasse von Partys für werdende Mütter in der Region Zürich irritieren Gäste. Dabei müsste die Feier gar nicht so teuer sein.

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Eine werdende Mutter feiert mit ihren Freundinnen eine Baby-Shower. Dieser Brauch stammt aus den USA und wird auch in der Schweiz zunehmend zelebriert. Meistens sitzt die werdende Mutter vor der Geburt mit ihren Freundinnen nochmals bei Kaffee und Kuchen zusammen oder stösst auf das freudige Ereignis mit alkoholfreien Drinks an. Geschenke gehören da ebenfalls dazu. Allerdings ärgern sich 20 Minuten-Leserinnen über die Wünsche. So ist eine Aarauerin zu einer Baby-Shower eingeladen. Keines der Geschenke auf dem Wunschzettel der Gastgeberin kostet unter 100 Franken. «Vielleicht bin ich etwas kleinlich, aber dies sind echt stolze Beträge», findet sie. Dass die Geschenke für eine Baby-Shower nicht teuer sein müssen, findet auch Baba Schneiter. Seit 18 Jahren hilft sie nebenberuflich solche Partys zu organisieren und verkauft auf baby-shower.ch die passenden Dekoartikel. Als Geschenk, das man durchaus auch selber basteln kann, empfiehlt sie etwa diese Windeltorte. Wie viel die Geschenke an Meghans Baby-Shower gekostet haben, ist unklar. Ihre Freundinnen schmissen im Februar 2019 in New York eine Party für die schwangere Herzogin. Die soll an der Upper East Side im Hotel The Mark stattgefunden haben. Meghan wurde mehrmals ... ... beim Verlassen des Hotels gesichtet. Bei ihrem Spaziergang durch die Stadt trug sie eine überdimensionale Le-Spec-Sonnenbrille, einen Vintage-Mantel, beigefarbene High Heels und eine dazu passende Handtasche von Carolina Herrera. Zu den etwa 20 geladenen Gästen gehörte auch ... ... Schauspielerin Abigail Spencer (rechts), die in der Anwaltsserie «Suits» als Co-Star neben Meghan zu sehen war und eine gute Freundin der Herzogin ist. Bei ihrer Ankunft beim Hotel hatte ... ... Abigail eine Geschenktasche bei sich, die mit grünen Blumen verziert war und aus der blaues Geschenkspapier herausschaute. Gegen Mittag begaben sich die Freundinnen ... ... in Begleitung von Bodyguards zum Kunstmuseum The Met Breuer. Nach ihrem Museumsausflug machten die beiden noch einen kurzen Halt in dem französischen Restaurant Boulud im Inneren des Surrey Hotels, bevor sie sich wieder auf den Rückweg zum The Mark machten. Die Anwesenheit der berühmten ... ... Gäste blieb nicht unerkannt: Vor dem Hotel versammelten sich scharenweise Fotografen und Fans der Herzogin. Hier postete ... ... jemand eine Instagram-Story und schrieb dazu: «Ich ging ins Met Breuer und begegnete per Zufall Meghan Markle auf der Toilette.» Weiter schrieb ... ... sie: «Dann sah ich Meghan Markle nochmals, als ich nach Hause lief!» Dass Meghan seit ihrer Hochzeit mit Prinz Harry gar nicht mehr Markle sondern Herzogin Meghan von Sussex heisst, hatte sie vor Aufregung wohl glatt vergessen. Nach der Baby-Party traf ... ... sich Meghan dann gemeinsam mit Markus Anderson, einem guten Freund des royalen Paares, zum Nachtessen im Restaurant Polo Bar, das Designer Ralph Lauren gehört. Abends tauschte Meghan ihren Vintage-Mantel durch eine Victoria-Beckham-Jacke, die sie zu einer Stella-McCartney-Tasche kombinierte. Beim Dinner ebenfalls dabei war ... ... Tennis-Star Serena Williams. Seit mehreren Jahren ist die Sportlerin schon eng mit Meghan befreundet und wurde auch zur Hochzeit mit Harry im vergangenen Mai eingeladen. Auch Meghans beste Freundin und Stylistin ... ... Jessica Mulroney kam in die Stadt und wurde beim Abendessen in der Polo Bar gesehen. Das ist übrigens eine der Suiten im The Mark: Hohe Wände, lichtdurchflutete Räume und generell ein sehr luxuriöses Ambiente. Ob Meghan ... ... hier ihre Baby-Party gefeiert hat? Und auf der Terrasse vor der Skyline New Yorks mit ... ... einem Glas Orangensaft auf ihr kommendes Familienglück mit Prinz Harry angestossen hat?

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Was Herzogin Meghan kürzlich in New York mit viel Prominenz feierte, wird auch hierzulande zunehmend zelebriert: die Baby-Shower-Party. Meistens sitzt die werdende Mutter vor der Geburt mit ihren Freundinnen nochmals bei Kaffee und Kuchen zusammen oder stösst auf das freudige Ereignis mit alkoholfreien Drinks an. «Eine schöne Sache», findet T. H.* aus Aarau, die zu einer Schwangerschaftsparty in der Region eingeladen ist: «Natürlich bringe ich gern auch etwas Kleines mit.»

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Bei dieser Party irritiert die 20-Minuten-Leserin aber das Ausmass. So gebe es den Dresscode Rosa, und die werdende Mutter habe bereits einen Wunschzettel verschickt: «Keines der Geschenke auf der Liste kostet unter 100 Franken.»

«Hingehen werde ich trotzdem»

Vielleicht sei sie etwas kleinlich, aber dies seien echt stolze Beträge: «Natürlich kann man sich diese auch mit anderen Gästen teilen.» Nur sei das schwierig für sie, da sie die Teilnehmerinnen der Party nicht kenne.

Hingehen werde sie trotzdem: «Allerdings mit einem selbst ausgesuchten Geschenk.» Der Gastgeberin habe sie das bereits mitgeteilt: «Sie hat es verstanden. Sie war sich gar nicht bewusst, wie diese Geschenkliste ankommt.»

Braucht man denn so viel?

Auch eine andere 20-Minuten-Leserin aus Zürich wurde in letzter Zeit zu vielen Baby-Shower-Partys eingeladen und auch da erwarteten die Gastgeberinnen teilweise teure Geschenke im Wert von über 100 Franken: «Ich finde das einfach übertrieben. Braucht man denn so viel, wenn man ein Baby erwartet?»

Deshalb habe sie diese Partys auch meistens geschwänzt: «Zum Glück hatte ich stets irgendwelche Termine.» Nur einmal musste sie hingehen: «Da wurden zwar keine teuren Geschenke erwartet, dafür war alles kitschig dekoriert, und es standen komische Spiele auf dem Programm.» Sie glaubt, dass nicht mal die werdende Mutter daran Spass hatte: «Zudem wurde nur über Babys geredet. Für kinderlose Gäste ist das doch furchtbar langweilig.»

«Ich gehe lieber ins Kino»

Nun wird die Leserin selbst Mutter. Eine Baby-Shower-Party will sie auf keinen Fall: «Ich will mit meinen Freunden vor der Geburt lieber einen schönen Ausflug machen oder ins Kino gehen.»

Dass Baby-Showers durchaus eine tolle Gelegenheit sind, um die werdende Mutter nochmals richtig zu feiern, findet hingegen Baba Schneiter aus Niederhasli ZH: «Eine Geburt ist doch ein einmaliges Erlebnis.» Seit 18 Jahren hilft sie nebenberuflich, solche Partys zu organisieren, und verkauft auf Baby-shower.ch die passenden Dekoartikel – darunter etwa Kartonteller und Girlanden in Rosa oder Hellblau.

Teure Geschenke sind unnötig

Die Anfragen hätten vor allem in den letzten fünf Jahren zugenommen: «Früher waren es durchschnittlich zehn pro Monat, heute sind es zwanzig.» Allerdings bestellten viele die Dekoartikel auch im Ausland: «Häufig ist die Qualität aber ungenügend. Dann kommen die Leute wieder zu mir.»

Teure Geschenke an einer Baby-Shower findet auch Schneiter unnötig: «Einen Baby-Body, den die Gäste an der Party bemalen, ist doch viel persönlicher.» Ebenfalls kommen laut Schneiter Spiele immer gut an: «Etwa, wenn die Gäste den Bauchumfang der Mutter schätzen.» Am wichtigsten an der Baby-Shower-Party ist jedoch eines, findet Schneiter: «Dass man gemeinsam ein paar schöne Stunden verbringt.»

*Name bekannt

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fintehausi am 03.06.2019 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsum

    All diese amerikanischen Bräuche und Feste, die hier immer wie mehr gefeiert werden, haben nur ein Ziel: mehr Konsum. Der Rubel muss rollen.

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  • Jasmin am 03.06.2019 05:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Quatsch!

    Ich bin selber schwanger und diese Babyshowers finde ich den grössten Quatsch überhaupt. Dass ich ein Baby bekomme ist für mich und meinen Mann eine wunderschöne persönliche Sache. Auch unsere Familien und Freunde freuen sich mit uns, aber warum sollte ich sie zwingen das explizit mit mir zu feiern? Ich geniesse meine Freundinnen einfach so! Geschenke erwarte ich von niemandem. Wir haben uns bewusst für das Baby entschieden und unsere Einrichtung und Ausstattung ist komplett. Selbst bezahlt natürlich.

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  • Maya am 03.06.2019 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke

    Wieso wir jeden Trend übernehmen ist mir schleierhaft! Und ich finde diese Geschenke eine Frechheit. Die Mutter und das Kind erhalten doch bei der Geburt genug Geschenke! Nöö würde nicht teilnehmen wenn ich eine solche Einladung erhalten würde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • KesMami am 03.06.2019 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Es kann auch anders gehen

    Eine meiner Freundinnen hat eine Baby-Shower gemacht, als sie schwanger war. Ohne doofe Spiele und ohne Geschenke. Es war ein Zusammenkommen unter Freundinnen um einen schönen Nachmittag zu haben, denn uns allen war bewusst, nach der Geburt wird die Zeit, die sie mit uns verbringen kann, eher knapp sein

  • mäks am 03.06.2019 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    never ever

    ich habe vor 7 Wochen Zwillinge geboren und bin einfach nur froh, gab es keine solche Party :-) Auch jetzt freue ich mich zwar über Besuch, allerdings erwarte ich absolut keine Geschenke.

  • Salomon am 03.06.2019 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    P.C.

    Brauchts für die Väter nicht was ähnliches;). So im Sinne der Gleichberechtigung.

  • Ex Gotti am 03.06.2019 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    CHF 100 verlangen geht zu weit

    ja, das geht echt zu weit. Wenn jemand von sich aus für ein Geschenk CHF 100 ausgibt, ist das seine eigene Sache. Er oder sie hat das selber so bestimmt. Aber von jemandem so etwas VERLANGEN, ist eine Frechheit. Jedermann bzw.-frau verfügt über das eigene Budget und bestimmt selber, wie viel er oder sie ausgeben kann und will. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass da viel unnötiges zeug verschenkt wird, das es gar nicht braucht. einfach Unsinn, das ganze.

  • loquito am 03.06.2019 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Babyshower

    Sind was cooles. Wir hatten auch eines beim 1. Kind. Aver dem ursprünglichen Gedanken folgend ging es darum, vor allem 2.Hand Sachen zu erhalten von Frauen, welche bereits Kinder hatten. So mussten wir dann auch 2 Jahre nichts kaufen für unseren Sohn... Und viele Bodys etc. haben wir fast unbenutzt weitergegeben. Ökologisch, ökonomiscch und sozial sinnvoll...