Kanton Zürich

21. Dezember 2017 05:45; Akt: 21.12.2017 05:45 Print

«Kinder empfinden Schule in Containern als Strafe»

Ein Zuwachs an Schülern setzt Zürich und Winterthur unter Druck. Die Städte reagieren mit temporären Pavillons, die aber nicht überall beliebt sind.

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Die Stadt Winterthur erwartet einen Zuwachs von 96 Klassen in den nächsten zwölf Jahren – es droht ein Engpass an Schulzimmern. Deshalb wird im Moment rege gebaut. Beliebt sind auch temporäre Pavillon-Schulzimmer, die aufgetürmt und zusammengeschlossen werden können. Derzeit werden in Winterthur sieben Klassen in alten Condecta-Containern unterrichtet, wie «Der Landbote» schreibt.

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Diese sind aber weder bei den Lehrern noch bei den Schülern beliebt. Eine Mittelschullehrerin sagt sogar, dass es die Schülerinnen und Schüler als Strafe empfinden würden, wenn sie dort unterrichtet werden. Im Winter seien die Container zu kalt und im Sommer sehr stickig. Wegen der Klimaanlagen seien zudem Schüler und Lehrer oft erkältet. Bis 2021 werden die Condecta-Pavillons noch als Schulzimmer benutzt.

Pavillons mit Minergie-Zertifikat

Auch wenn die alten Pavillons bald ausgedient haben, bleibt das Problem des Platzmangels bestehen. Deshalb hat die Stadt Winterthur seit 2012 rund 70 modernere und angenehmere Pavillon-Zimmer installiert, die auch den Minergie-Standards entsprechen. Laut dem Zeitungsbericht hätten diese ein angenehmeres Raumklima und seien durchaus beliebt.

Doch auch diese neuen provisorischen Schulräume hätten einen grundlegenden Haken: Freiräume und Pausenplätze würden verstellt, was den Kindern den Platz zum Austoben wegnehme. Auch ginge oft vergessen, dass neben Schulzimmern beispielsweise auch Lehrerzimmer sowie Räume für Turn- und Werkunterricht notwendig seien.

Zuwachs an Volksschülern von 24 Prozent

Nicht nur in Winterthur, sondern auch in der Stadt Zürich sind die Pavillon-Bauten beliebt – gebaut wird aber ein anderes Modell als in Winterthur. Laut der Schulraumplanung stehen auf Zürcher Stadtgebiet derzeit 59 Pavillon-Module und rund 30 weitere sollen bis 2022 erstellt werden. Denn: In den nächsten sieben Jahren erwartet die Stadt einen Zuwachs von 24 Prozent von derzeit 30'250 auf 37'400 Volksschülern.

Wie in Winterthur sind die Pavillons auch in Zürich eine provisorische Lösung. Sie werden gebaut, um auf Schwankungen der Schülerzahl zu reagieren, wenn der langfristige Bedarf noch unsicher ist oder wenn nur eine geringe Menge an Fläche benötigt wird. Probleme sind Regina Kesselring, Sprecherin des Schulamts der Stadt Zürich, nicht bekannt: «Die Pavillons sind als vollwertiger Schulraum akzeptiert.»

«Pavillons für Kinder nicht ganz unproblematisch»

Pro-Juventute-Sprecher Bernhard Bürki sieht das Ganze jedoch kritischer, wie er zu 20 Minuten sagt: «Für die Kinder sind die Pavillons, die oft auf dem Pausenplatz aufgestellt werden, nicht unproblematisch.» Denn: In der Schweiz nimmt generell der Platz, um draussen zu spielen, ab und somit auch die Zeit, die die Kinder unbeaufsichtigt mit Bewegung verbringen. Und diese sei essenziell für ihre motorische und soziale Entwicklung.

«Wir appellieren deshalb an die Stadt, sich sehr genau Gedanken darüber zu machen, wie man den noch verfügbaren Raum nutzt», sagt Bürki. Es müsste Platz geschaffen werden, auf dem die Spiel- und Begegnungsqualität sehr hoch ist – «am besten mit den Kindern zusammen».

(tür)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • r.c. am 21.12.2017 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absolut unterrichtstauglich

    das Kantonsspital Winterthur hatte auch lange Zeit Zimmer in Containern! Wenn man drin ist, merkt man das nicht. Das stellt man sich falsch vor. Das sind jeine Barracken. Glaube doch kaum, dass Kinder sich dran stören. Wohl eher deren Eltern?

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  • Sigi am 21.12.2017 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klassentätsch

    Moment mal, ich höre immer nur, dass wir in der Schweiz ein demographisches Problem (Überalterung) haben, weshalb Mitarbeiter ab 50 in ein paar Jahren wieder sehr gefragt sein werden und dann braucht es so viele neue Klassen und Schulzimmer...?! Oder ist dies halt doch eine weitere Folge der unkontrollierten Zuwanderung?

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  • mikezh am 21.12.2017 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    auch wir mussten

    Auch wir mussten in Provisorien in die Schule. Da warens aber keine Isolierten Container. Das waren noch Holzbaracken. Die einzige Kühlung im Sommer war, Wasser über das Dach laufen lassen. Das neue Schuhlhaus wurde halt gerade gebaut. Haben wirs nicht überlebt? Übrigens, jeder Schüler der jammert, darf gerne mal in andere Länder in die Schule. Da sind die Container schon absoluten Luxus. Und nein, ich meine Keine 3. Weltländer sondern auch EU Länder.

Die neusten Leser-Kommentare

  • R. S. am 21.12.2017 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich fände gut

    Ich war 7 Jahre lang mit meinem Kindergarten in einem Pavillon Und es waren die 7 besten Jahre für mich und die Kinder. Hinten war die grosse Wiese für die Mittelschule, welche wir mitbenutzen könnten. So viel Freiheit der Zimmernutzung hatte ich später nie wieder.

  • Schämu am 21.12.2017 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwöhnte Generation

    Sorry, dass sind doch nur Aussagen von verwöhnten Schülern und Lehrer.

  • Eugen Fischer am 21.12.2017 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhöhnt

    Wie verwöhnt doch das Individuum ringend um seine Pflichten keine Bemühungeen zeigen will, nur weil das Schulzimmer anders geartet ist. Alle schreien nach Bildungsstand doch eine Bereitschaft hierfür zeigt nur auf wie verhöhend die heutige Gesellschaft sich deb Aufgaben nicht stellen wollen!

  • Antonov am 21.12.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aha

    Gehe da jede Woche übers Areal mit den Katzen spazieren. Habe mich schon immer gewundert was das für Dinger sind.

  • Rudi. Rednose am 21.12.2017 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme?

    Mein Gott sind wir verwöhnt! Manchmal kann ich es nicht fassen über welche First world problems rum gemäkelt wird. Seid froh, dass wir gute Schulen (gratis) haben.