Zürich

24. Januar 2019 05:50; Akt: 24.01.2019 05:50 Print

Eltern berichten von Kopfläuse-Plage

Eltern aus den Kreisen 3 und 11 berichten von einer Läuseplage in den Schulen ihrer Kinder. Für die Stadt ist die Situation nicht dramatisch.

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Im Kreis 11 kämpfen mehrere Mütter gegen Kopfläuse. Martina S.* (44) musste ihre Tochter im letzten Halbjahr mehrmals behandeln, was sehr aufwendig sei. «Das Kämmen und das Absuchen der Haare mit Finger und Lupe dauert jeweils mehr als eine halbe Stunde», sagt sie, die selbst auch schon angesteckt wurde. Nach einem halben Jahr seien die Läuse einfach nur noch lästig und zudem gehe die Behandlung mit dem Spezialshampoo ins Geld.

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Das Problem bestehe nicht nur bei ihrer Tochter, die auf eigenen Wunsch zwischenzeitlich kurze Haare hat. Mehrere Eltern hätten ihr berichtet, dass auch sie gegen Kopfläuse kämpfen. «Jede Familie in meinem Umfeld war in jüngster Zeit vermutlich einmal betroffen – und das in verschiedenen Schulhäusern der Stadt Zürich.»

Schule informierte mit Merkblatt

Eine weitere Mutter (36) aus Seebach ist ebenfalls seit Monaten betroffen, wie sie sagt: «Ich weiss nicht, wie ich die Plage in den Griff kriegen kann.» Ihre Kinder würden sich immer wieder anstecken. Eine Mutter aus dem Kreis 3 berichtet vom gleichen Problem in der Schule Triemli. Auf der Website der Schule wird auch prominent auf das Thema Kopfläuse hingewiesen.

Auf Anfrage bestätigt die Schulleitung, dass es vor allem nach den Schulferien Probleme mit Kopfläusen gebe – «wie in sehr vielen Schulen». Betroffen davon seien aber nie alle Klassen und immer wieder andere Kinder. Im September 2018 informierte die Schule die Eltern mit einem Brief und einem Merkblatt des schulärztlichen Dienstes. Die Schulleitung forderte die Eltern im Schreiben auf, die Kinder in der letzten Ferienwoche auf Kopfläuse zu untersuchen und bei einem Befall vor Schulbeginn entsprechend zu behandeln.

Stadt führt keine Statistik

Bei der Stadt Zürich ist der schulärztliche Dienst für die Kopflaus-Thematik zuständig. Wie akut die Situation ist, kann man dort nicht sagen. «Wir führen keine Statistik zum Befall von Kopfläusen», sagt Leiterin Andrea-Seraina Bauschatz. Die Situation sei aber sicherlich nicht dramatisch – «sonst wäre unser Kopflausdienst permanent überlastet».

Für den Fall, dass Kopfläuse in einem Schulhaus auftreten, gelte seit August 2018 ein neues Konzept: Da Kopfläuse keine Gefahr für die Gesundheit darstellen, ist die Behandlung freiwillig. Wird jedoch in einer Klasse die Lernatmosphäre durch das gehäufte Auftreten von Läusen stark beeinträchtigt, kann die Schulleitung Massnahmen ergreifen.

Es gibt einen kostenlosen Kopflaus-Service

Bei einem Verdacht muss die Lehrperson zuerst die Eltern informieren und sie auf den kostenlosen Kopflaus-Service hinweisen. «Dieser unterstützt die Behandlung aber nur mit Einverständnis der Eltern», erklärt Bauschatz. Im äussersten Fall sei es auch möglich, ein betroffenes Kind vom Unterricht zu dispensieren.

Zutreffend sei, dass die Eltern die Kosten für das Shampoo selbst übernehmen müssen. «Oft ist dieses aber gar nicht nötig, weil es gegen die Eier von Kopfläusen nichts nützt», sagt Bauschatz. Es sei besser, Eier und Kopfläuse jeden dritten Tag mit einem normalen Haar-Conditioner auszukämmen.

*Name der Redaktion bekannt


Tipps bei Befall von Kopfläusen

  • Die beste Prävention gegen Kopfläuse ist eine regelmässige Kontrolle mit dem Lauskamm. Besonders vor Ende jeder Schulferien empfiehlt es sich, die Haare auszukämmen und nach Kopfläusen zu kontrollieren. So kommen Läuse schon gar nicht erst in die Schule.

  • Nur wenn lebende Kopfläuse gefunden werden, muss behandelt werden. In diesem Fall genügend Kopflausmittel verwenden und die Behandlung nach einer Woche unbedingt wiederholen.

  • Lange Haare hochstecken und zusammenbinden erschwert es Läusen, von Kopf zu Kopf zu krabbeln.

  • Zuletzt noch eine gute Botschaft: Kopfkissen, Haarbürsten, Kuscheltiere, Mützen etc. übertragen keine Läuse und müssen deshalb nicht mitbehandelt werden.
  • Der Kopflausdienst des Schulärztlichen Dienstes bietet Eltern eine kostenlose Beratung bei der Kontrolle und Behandlung von Kopfläusen (044 413 46 13).

    (tam)

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    Die beliebtesten Leser-Kommentare

    • Ein Mami und Lausfachfrau am 24.01.2019 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schlechte Ratschläge!!!

      Ohhhh ganz schlechte Ratschläge!!! Es muss immer behandelt werden und alles, sonst kriegt man das Problem eben nicht in den Griff. Finde es von der Schule sehr verantwortungslos das Problem den Eltern alleine zu überlassen. Wenn nur ein Kind nicht behandelt wir ist der Dominieffekt immer da und alle die sich Mühe geben sind die Leidtragenden. Ich finde es müsste in der Pflicht sein dass man das Kind behandeln muss und die Schule müsste das kontrollieren mit einer Lausfachfrau. Geschieht in div Gemeinden so und funktioniert. Übrigens sind Läuse ein Ganzjahrproblem und nicht nur nach dem Sommer

    • Sue am 24.01.2019 06:55 Report Diesen Beitrag melden

      Behandlung a +o

      Dieses problem haben wir ausserhalb von zürich ebenfalls seit bald 6 monaten an unserer Dorfschule. Gewisse eltern behandeln und andere nicht. So bekommt man die Sache nicht in den Griff.

    • Maria am 24.01.2019 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Na ja

      Oh das kenne ich nur zu gut.Seit den Herbstferien,sind wir damit beschäftigt diese Läuse loszuwerden.Und das beste daran habe es der Kindergärtnerin erklärt.Die wusste das mein Sohn das hat.Und hat nicht reagiert. Bis ich energisch wurde,und ihr gesagt habe sie solle doch bitte endlich,die anderen Eltern darüber informieren. Na ja dann werde ich das machen müssen.Hallo gehts noch.Wir behandeln uns und dann erwarte ich auch das sie die anderen Aufklärt. Das ist ein Rattenschwanz diese Läuse.

    Die neusten Leser-Kommentare

    • Linolsäure am 24.01.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      Altes Phänomen

      Gibts immer wieder, schon seit jarzehnten. Üvbrigens hat das nichts mit der gesellschaftlichen Stellung zu tun. Es tifft ausnahmslos Alle, wenn die Läuse mal losegelassen.

    • True news follower am 24.01.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      Facts

      Mich würde interessieren wieviele betroffen sind. « Einige » und « mehrere » ist relativ...

    • Daniela am 24.01.2019 11:17 Report Diesen Beitrag melden

      Mühsam aber keine Hysterie!

      1. Haare nach Anweisung mit Spezialshampoo waschen inkl. Wiederholungen je nach Anweisung! 2. ganz wichtig: tägliches Auskämmen der Nissen ( Eier) ! Diese können auch auf Kopfkissen, Stofftieren und jetzt im Winter Kappen etc sein. Diese 2-3 Tage tiefgefrieren und/oder waschen bei 60°. In der Schule keine Kappen wechseln, die Köpfe nicht zusammen stecken, dann kann niemand angesteckt werden! Bei wiederholtem Befall Mittel wechseln! Ich schwöre auf Neemöl.

    • mesh am 24.01.2019 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kenne ich

      .... wir haben auch immer wieder Kopfläuse in dee Schule. Das Problem geht tendenziell immer von denselben Familien aus. Bewährt hat sich ein Destilat aus Lavendel & Zitrone, welches ich meinen Jungs jeweils in die langen Haare reibe... Das riecht gut & gibt keine Rückstände.

    • Celin am 24.01.2019 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Weidenrinde

      Die Läuse sind bei unserer Schule auch immer wieder Thema. Ich wasche meinen Mädchen (lange, dicke Locken) 2x die Woche die Haare mit Weidenrinden-shampoo und Spühlung von Rausch. Riecht im nassen Haar fürchterlich aber scheint zu nützen. Wir sind bis jetzt verschont geblieben. Im getrockneten Haar riecht man das Shampoo übrigens nicht mehr