23. April 2008 15:43; Akt: 23.04.2008 16:05 Print

«Luäg, ich bi de Sex-Maa»

von Attila Szenogrady - Ein Zürcher Schreiner hat einem siebenjährigen Buben vor einem Kinderhort im Zürcher Seefeld sein erigiertes Glied gezeigt und sich als «Sex-Maa» vorgestellt. Nun muss sich der erwischte Unhold einer Psychotherapie unterziehen.

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Es war im Frühling 2006, als der heute 50-jährige Angeschuldigte im Zürcher Seefeld sein Unwesen trieb. Am 15. März suchte er im Hof vor dem Kinderhort einen siebenjährigen Buben auf und zog vor diesem plötzlich seine Hosen herunter. Dann präsentierte er dem Knaben sein erigiertes Glied und sagte: «Luäg, ich bi de Sex-Maa.» Danach hob er seine Arme und näherte sich dem Kind, wie wenn er es festhalten wollte. Doch dann zog er plötzlich seine Hosen wieder hoch, drehte sich um und suchte das Weite.

An nichts mehr erinnert

Da der aufmerksame Knabe den Täter kurz darauf genau identifizieren konnte, war dieser schnell überführt. Hinzu kam, dass die Quartierbehörden gegen den auffälligen «Kinderschreck» schon früher mit mehreren Auflagen vorgegangen waren.

Am Mittwoch war Gerichtstermin. So musste sich der Angeschuldigte wegen sexuellen Handlungen mit Kindern vor den Schranken verantworten. Der offensichtlich geistig angeschlagene «Sex-Maa», wie er sich selbst zu nennen pflegte, konnte sich allerdings an nichts mehr erinnern. Er leide unter starken Depressionen und sei nicht mehr in der Lage, seinen Haushalt zu führen, gab der Einzelgänger zu Protokoll.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren sich über die Schuldunfähigkeit des Sex-Täters einig - gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten, das dem Beschuldigten eine Geisteskrankheit im Sinne einer paranoiden Schizophrenie attestierte.

Psychotherapie statt Gefängnis

Einigkeit herrschte auch über die Einweisung des Mannes in eine ambulante Therapie im Hinblick auf eine Behandlung seiner psychischen Störung. Eine Institution im Zürcher Oberland hat sich bereits bereit erklärt, den nicht alltäglichen Patienten aufzunehmen. Das Gericht folgte diesen Anträgen. Womit es auf eine Strafe verzichtete und stattdessen die Massnahme anordnete. Um der Gefahr weiterer lästiger Auftritte des «Sex-Maas» wirksam zu begegnen.

Im Gegensatz zu ihm braucht der geschädigte Knabe keine psychologische Unterstützung. Der Schüler habe den Vorfall gut verarbeitet und weggesteckt, erklärte die zuständige Staatsanwältin.