Strafbar mit Handy

18. April 2019 04:47; Akt: 18.04.2019 08:30 Print

«Schon Liken kann strafbar sein»

Ein neues Merkblatt der Polizei klärt Schüler über Straftaten im Umgang mit Handys auf. Eine Expertin kritisiert die Aufbereitung.

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Weil es bei Jugendlichen immer mehr Straftaten im Umgang mit dem Handy gibt, hat die Kantonspolizei Zürich ein Merkblatt zusammengestellt. Darin wird erklärt, was verboten ist und was nicht. Das Merkblatt richtet sich an Schüler, ist für sie aber nur bedingt geeignet, wie Professorin Aleksandra Gnach sagt. Sie unterrichtet und forscht im Bereich Medienlinguistik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

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Es spricht viele zentrale Punkte an. Die grössten Risiken sind erfasst. Allerdings ist das Merkblatt nicht so aufbereitet, dass Jugendliche merken, warum und in welchem Umfang sie betroffen sind. Es enthält etwa viele abstrakte Fachbegriffe wie Ehrverletzung oder Nötigung. Darunter können sich nicht alle Jugendlichen auf Anhieb eine konkrete Handlung vorstellen.

Wie könnte man das besser aufbereiten?

Zugänglich sind Informationen, wenn sie in die Lebenswelt der Jugendlichen übersetzt werden, damit sie einen Bezug dazu bekommen. Das heisst, man sollte Jugendliche direkt ansprechen und Fallbeispiele machen – wie etwa mit dem Satz: «Hast du gewusst, dass ...» Unterstützend können auch Piktogramme wirken. Ebenfalls wichtig ist, solche Merkblätter an jede Altersstufe anzupassen.

Sind sich Jugendliche bewusst, was verboten ist?

Wir neigen dazu, die Jugendlichen zu unterschätzen. Studien zeigen, dass sie gut informiert sind. Details, wie Liken, können strafbar sein, das ist ihnen aber vermutlich nicht bewusst. Das trifft übrigens auch auf viele Erwachsene zu.

Fehlen bestimmte Aspekte?

Die Täterperspektive erhält zu viel Gewicht. Was fehlt, sind Hinweise, was man tun kann, wenn man zum Opfer geworden ist. Ein Stichwort ist hier etwa Cybergrooming – jemand spricht eine Person online an mit dem Ziel, sexuelle Kontakte zu haben. Eine Handlungsanleitung wäre für die Jugendlichen hilfreich, damit sie wissen, wie sie in einem solchen Fall vorgehen und an wen sie sich wenden können.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kri Tisch am 18.04.2019 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reality-Check?

    Frau Gnach, im ersten Satz sagen Sie, das Blatt sei nicht der Sprache der Jugendlichen angepasst. Kurz darauf weisen Sie darauf hin, dass man die Jugendlichen nicht unterschätzen darf. Was jetzte? Übrigens: Angebote für Opfer gibt's schon sehr viele. Das Blatt schützt die Jugendlichen (und Erwachsenen) davor zum Täter zu werden. Das ist auch Schutz!

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  • Eltern am 18.04.2019 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch an Eltern abgeben

    Merkblätter auch an Eltern abgeben, die wissen das auch micht so detailliert. Es gibt nämlich noch Familien, da wird am Tisch gemeinsam diskutiert und Verantwortung übernommen, und nicht alles den Kindern oder der Schule delegiert.

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  • Biker am 18.04.2019 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...und Professoren zu überschätzen

    Gemäss Frau Professor sind also Jugendliche nicht mehr in der Lage einen Text ohne Bilder und Piktogramme zu verstehen. In diesem Fall sollte dieses Merkblatt von einem Lehrer mit Fachhochschulabschluss (PH) seinen Schülern erklärt und die entsprechenden Fachbegriffe behandelt werden. Das Merkblatt kann nur ein Baustein und ein Hilfsmittel der ganzen Medienerziehung sein

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 34 am 18.04.2019 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinung

    Genau meine Meinung

  • Roland W. am 18.04.2019 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist mir völlig egal

    Ich halte mich nicht an diese blöden Gesetze und die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden sind verschwindend klein.

    • marko 34 am 18.04.2019 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roland W.

      Super

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  • Robert am 18.04.2019 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer...

    ...jemand (in diesem Fall die KAPO ZH) gibt ein Merkblatt heraus und sogenannte «Experten» kritisieren dann, was alles schlecht ist. Sicher hätte man den Text da und dort etwas verständliche machen können, aber ich finde die Info erfüllt ihren Zweck. Die Jugendlichen werden darüber diskutieren, vielleicht zusätzliche Infos holen.

    • marko 34 am 18.04.2019 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Robert

      Super

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  • Zeig doch mal am 18.04.2019 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Über was wird geredet?

    Und wo ist dieses Merkblatt? Kann man sich das mal ansehen?

    • marko 34 am 18.04.2019 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zeig doch mal

      Schrecklich

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  • Daddy am 18.04.2019 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Liken ist strafbar, selten so gelacht. Dann hab ich halt beim Scrollen aus Versehen darauf gedrückt, bin Linkshänder. Solchen Mist können die Ewiggestrigen gleich vergessen. Sicherlich ist Hetze, Mobbing, etc nicht in Ordnung, nur wird man das nie in den Griff bekommen. Es ist an der Zeit, dass alle lernen, dass das Internet kein rosa Ponyhof ist. Mehr Selbstvertrauen und Ansprechen von Problemen hilft viel mehr. Und meine Kinder werden so erzogen, dass sie bei irgendwelchen Kontrollen das Handy sofort sperren und unter keinem Umständen den Code bekannt geben. Selbstbelastung Fehlanzeige.