Stäfa

12. April 2019 12:16; Akt: 12.04.2019 14:04 Print

Jetzt spricht Schule über die Missbrauchsvorwürfe

Die Schule Stäfa hat die Missbrauchsvorwürfe gegen einen Hort-Betreuer untersucht. Resultat: Es sind keine strafrechtlichen Tatbestände erfüllt.

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Ein Mitarbeiter eines Horts in Stäfa soll mehrfach Körperkontakt mit einer 12-Jährigen gehabt haben. Diese Vorwürfe gelangten im Februar an die Öffentlichkeit. Nun sind die Ergebnisse der Administrativuntersuchung da: Die Missbrauchsvorwürfe seien unberechtigt gewesen, teilt die Schule am Freitag mit. Es sind keine strafrechtlichen Tatbestände erfüllt.

Zu diesem Schluss kommt auch die Staatsanwaltschaft. Nach Eingang der Anzeige hatte die Kantonspolizei Zürich mit der Zürcher Staatsanwaltschaft intensive Ermittlungen aufgenommen. «Diese haben den Anfangsverdacht nicht erhärtet», sagt Sprecher Erich Wenzinger. Man habe deshalb die Nichtanhandnahme verfügt.

Hort-Betreuer will Neustart

«Das bedeutet, dass offensichtlich nichts strafrechtlich Relevantes gegen den Hort-Betreuer vorliegt», heisst es in der Mitteilung der Schule weiter. Die Untersuchung habe aber auch gezeigt, dass der Mitarbeiter im Umgang mit dem Thema Nähe und Distanz «nicht immer die notwendige Sensibilität» gezeigt habe. Der betroffene Mitarbeiter hat sich für einen Neustart entschieden und verlässt die Schule, obwohl er dort weiterbeschäftigt worden wäre.

Die Schule Stäfa bedauert sehr, dass offensichtlich unbegründete Verdachtsmomente an die Medien gelangt sind. «Das hat nicht nur den Hort-Betreuer massiv belastet, sondern auch die 12-Jährige, die grundlos zu einem Missbrauchsopfer gemacht wurde», sagt Schulpflegepräsidentin Cristina Würsten. Doch nun schaue die Schule nach vorn und packe die weitere Professionalisierung der ausserschulischen Kinderbetreuung mit hoher Priorität an.

«Professionalisierung vorantreiben»

Die Untersuchung zeigte laut Mitteilung auch: Die Schule sollte die Professionalisierung der schulergänzenden Kinderbetreuung weiter vorantreiben, die sie bereits Anfang 2018 eingeleitet hat. So soll unter anderem ein pädagogisches Konzept erarbeitet werden. Die Mitarbeiter sollen vermehrt Weiterbildungskurse besuchen. Und Teamsitzungen sollen nicht mehr in erster Linie für Organisatorisches genutzt werden, sondern auch für die Reflexion pädagogischer Fragen und Haltungen.

Die Schule Stäfa habe zum Zeitpunkt der Vorfälle auch nicht über einen Präventionskodex verfügt. Darauf habe man bereits reagiert und im Januar mit Unterstützung einer Fachperson eine erste Version von entsprechenden Regelungen erarbeitet.

(tam)