LEDCity

15. April 2019 04:51; Akt: 15.04.2019 04:51 Print

«Mit uns verbraucht man 90% weniger Strom»

Junge Zürcher haben intelligente LED-Röhren entwickelt, die Licht nach Bedarf erzeugen. Zu den Kunden zählen der Flughafen Zürich und das Dolder Grand.

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CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Klimaschutz – diese Themen sind zurzeit in aller Munde. Ein zehnköpfiges Start-up namens LEDCity im Zürcher Kreis 5 sorgt dabei in Sachen Energieverbrauch bereits zwei Jahre nach Firmengründung für nationale Furore. Alles begann mit einer Bachelorarbeit an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). «Wie Tesla bei der Autoindustrie haben wir uns einen Bereich gesucht, der massives Potenzial beim Sparen von Energie hat», sagt Mitgründer Patrik Deuss. Ergebnis: im Beleuchtungssektor.

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«Wir haben einen Minicomputer entwickelt, mit dem wir eine LED-Röhre intelligent machen können», so der 27-jährige Deuss. Spezielle Sensoren erkennen die Bewegungen von Personen oder Fahrzeugen schon sehr früh und passen das Licht entsprechend an – wenn die LED-Röhren miteinander verbunden sind, sorgt der Algorithmus dafür, dass das Licht der Person oder dem Fahrzeug folgt.

«Installation ist einfach»

«Es ist dann schon hell, wenn man beispielsweise den Raum betritt. Beim Verlassen erlischt das Licht wieder.» Die betroffene Person bekomme davon nichts mit: «Im Hintergrund wird dabei aber viel mehr Strom gespart als bei herkömmlichen Bewegungsmeldern», sagt Deuss, der Energie- und Umwelttechnik an der ZHAW studiert hat.

Zwar sind die LEDCity-Lichter rund dreimal so teuer wie herkömmliche, aber die Einsparungen sind laut Deuss enorm: «Mit unserem Produkt reduzieren wir den Stromverbrauch beim Licht durchschnittlich um 90 Prozent.» Dafür reiche lediglich der Austausch der LED-Röhren. «Unsere Kunden können die Leuchtmittel im Handumdrehen installieren und haben keine zusätzlichen Unterhaltskosten.»


Im Video wird das System erklärt

Flughafen Zürich, Hochschulen und ein Luxushotel gehören zu den Kunden

Mit solchen Ergebnissen wurden schnell grosse Kunden auf das Zürcher Start-up aufmerksam: mehrere Hochschulen, der Flughafen Zürich, Schweizer Verkehrsunternehmen oder auch das 5-Stern-Luxushotel Dolder Grand in Zürich. «Seit der Installation beim Dolder Grand spart das Hotel jährlich so viel Strom, wie hundert Vierpersonenhaushalte verbrauchen», so der 27-Jährige. Während der rund achtjährigen Lebensdauer der LED-Röhren spare das Hotel somit 400'000 Franken an Elektrizitätskosten. Beim Dolder Grand bestätigt man die Zusammenarbeit auf Anfrage: «Wir sind sehr zufrieden.»

Deuss und sein Team sind überzeugt, dass sie bei der Energiewende in der Schweiz aber auch international mithelfen können: «Es gibt schon Ideen, dass wir ins Ausland expandieren wollen, da es international noch keine vergleichbare Lösung gibt.»

(wed)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K.L. am 15.04.2019 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ersparnis im Vergleich zu was?

    Zweifellos ein interessantes Produkt. Es wäre aber schon noch spannend zu erfahren, worauf der mehrfach erwähnte Vergleich für die 90% Ersparnis beruht?!

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  • Martin Stutz am 15.04.2019 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant wäre...

    Zu wissen, ob die 400'000 Fr. Ersparnis sich im Vergleich zu herkömmlichen LED-Röhren oder im Vergleich zu einer konventionellen Leuchtstoffröhre ergeben. Bei letzterem ist die Summe nachvollziehbar.

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  • Ben Meier am 15.04.2019 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    90% von was genau?

    90% weniger inkl. Produktion und Entsorgung oder verliert hier unser Plant einmal mehr auf Kosten der Gewinnmaximierung in unserem schönen, kapitalistischen System?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Silas Meier am 15.04.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt nicht

    Die 90% sind auch durch Ersatz der FL-Röhren zu schon lange erhältlichen LED Röhren machbar. Generell was viel Elektronik hat geht schneller defekt. Röhren mit Sensor gibt es auch schon länger..... Und problemlos austauschen kann man Sie nur wen ein KVG (älteres Vorschaltgerät) in der Armatur verbaut wird. Dan wird der Starter überbrückt. Jedoch läuft das Vorschaltgerät immernoch und verbraucht Strom.

  • Helene am 15.04.2019 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheitsschädlich

    Was man nicht alles erfindet auf Kosten der Gesundheit. Augenarzt wird ein zukunftsträchtiger Beruf.

  • heno am 15.04.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Hoch lebe der Klimawandel

    Unter dem aktuell hoch deklarierten Klimawandel werden neue Märkte geschaffen und die Steuerzahler werden ohne vorherige Kosten/-Nutzen Rechnungen der Behörden/ Politiker zur Kasse gebeten.

  • LEDman am 15.04.2019 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plausibel

    Gute Idee aber nichts neues. Diese Technik gibt es schon lange in Parkhäuser usw. Ausserdem möcht ich einmal die Milchbüchleinrechnung von diesen Jungs sehen. Eine herkömmlich 23W LED Röhre kostet ca. : 0.023kW x 16h x 0.20 CHF x 350 tage=25.76 CHF pro Jahr. 90% wären dann ca. 22.-. 400'000/22 sind dann 18'000 verbaut Leuchten, schon ein bisschen viel. Bitte korrigieren falls ich mich vertippt habe.

  • Keinledfan am 15.04.2019 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich

    Also mich überzeugt diese ganze LED- Sache in der Ganzheit nicht. Durch meine Erfahrungen bezweifle ich stark dass man übers Ganze betrachtet damit wirklich Energie spart. Eine LED ist nur so gut wie die für den Betrieb benötigten elektronischen Komponenten. Auch hier gilt, je mehr Komponenten, je störungsanfälliger. Also auch mehr defekte und meist mit Bauteilen die man nicht ersetzten kann oder nach wenigen Jahren nicht mehr erhältlich sind. Und all dies Bauteile müssen auch hergestellt werden. Ich habe meine LED Beleuchtung entsorgt und bin wieder auf Halogen gewechselt.