Zürichsee

04. Juni 2019 04:46; Akt: 04.06.2019 04:46 Print

«Mussten das Schiff aus 67 Metern Tiefe bergen»

Bei einem Sturm auf dem Zürichsee ist Ende April ein Segelboot gekentert. Nun wurde es von einem privaten Team aus dem See geborgen.

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Ein Föhnsturm mit Böen von bis zu 100 km/h sorgte Ende April für Chaos auf dem Zürichsee. Unter anderem kenterte ein Segelboot vor Zollikon. Dieses lag bis am Freitag auf dem Grund des Zürichsees.

Mitverantwortlich für die Bergungsaktion war Diego Cintula. Der erfahrene Taucher und Tauchershop-Inhaber aus Wollishofen hat mit seiner Crew das Schiff aus dem Zürichsee gezogen: «Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Boot auf dem Grund des Sees liegt und der Besitzer am Boden zerstört ist, weil es ihm sehr viel bedeutet», so Cintula. Beim zweiten Tauchgang und nach einer Sonarsuche habe man das Boot in 67 Meter Tiefe entdeckt, Fotos gemacht und private Gegenstände des Besitzers aus dem Boot gerettet.

«Anspruchsvoll für Mensch und Material»

«Bei diesem Tauchgang ist mir aufgefallen, dass das Boot noch in sehr gutem Zustand ist und es durchaus einen Versuch wert wäre, das Schiff zu retten», sagt Cintula. Dies, obwohl die Behörden und die Versicherung das Boot bereits abgeschrieben hätten – «für sie war der Fall als Totalschaden abgehakt.» Nicht so für Cintula und seine Taucher-Kollegen.

Fünf Tauchgänge benötigte das Team, um das drei Tonnen schwere Schiff an die Oberfläche zu holen: «Die Bergung aus 67 Metern Tiefe war sehr anspruchsvoll für Mensch und Material.» Zuerst habe man mehrere Hebesäcke angebracht und dann das gesunkene Schiff mit einer Winde heraufgezogen. Der Seerettungsdienst Horgen habe das Boot anschliessend in Richtung Hafen abgeschleppt. Dort wurde es leergepumpt und an den Standplatz gezogen.

«Wir sind schon recht stolz auf uns, dass wir das so hingekriegt haben», sagt Cintula, der laut eigenen Angaben schon über 4000 Tauchgänge absolviert hat. Das Schiff habe nur geringe Schäden und werde bereits in einigen Wochen wieder auf dem Zürichsee segeln.

Polizei: «Es bestand keine Gefahr für die Umwelt»

Laut Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, hatte man keine Kenntnis von der privaten Bergung: «Das ist aber auch kein Problem, weil man das ohne Einverständnis der Polizei machen kann.» Bei solchen Vorfällen sei es in erster Linie entscheidend, ob es sich um einen Notfall handle oder nicht.

«In diesem konkreten Fall gab es keinerlei Gefahren einer Wasserverschmutzung, die Versicherung war nicht bereit, die Bergungskosten zu übernehmen, und hatte es als Totalschaden abgehakt», so Hirt. Da der Besitzer ebenfalls nicht auf eine Bergung bestand, habe man sich dagegen entschieden. «Wäre das gekenterte Boot eine Gefahr für die Umwelt, den Schiffsverkehr oder für die Schwimmer gewesen, wäre die Entscheidung natürlich anders ausgefallen.»

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dutch am 04.06.2019 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Das ist doch mal eine Nachricht wert. Super Job gemacht.

  • Elle am 04.06.2019 05:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke an das Taucherteam

    Darum ist unsere Erde zugemüllt. Es wird nicht gesehen dass wieder mehr Müll durch Menschenhand entstanden ist. Es wird immer nur die Frage gestellt: Wer muss es bezahlen. Schämt Euch! Danke an das Tauchteam, ihr habt auch etwas für die Natur gemacht ...

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  • Alternative für die Schweiz am 04.06.2019 05:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Segelboot fast unversehrt

    Ein super Beitrag, leider eine Ausnahme!! Gratulation dem Taucher?-Team aus Wollishofen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jaugar am 04.06.2019 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    So ein schönes Boot

    Ein echter Traditionssegler. Ich verstehe die Versicherung nicht. Noch weniger den Eigner. Darum umso grösser die Freude, dass wir so ein Schätzchen wieder auf dem Zürichsee segeln sehen werden. Gratulation an die Taucher Crew für ihren Entscheid.

  • Wolfgang Wohlfahrt am 04.06.2019 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiefe

    Jetzt wissen wir wenigstens wie Tief der Zürichsee ist!

  • roman am 04.06.2019 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versicherung

    Bekommt er jetzt Geld und Boot?

  • JoR am 04.06.2019 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht obligatorisch?

    Das sollte obligatorisch sein. Wenn mein Auto Totalschaden hat und irgendwo stehen bleibt, kein Benzin mehr im Tank und alle anderen Flüssigkeiten entfernt wurden, kann ich es auch nicht einfach dort stehen lassen, auch wenn's für niemanden gefährlich wäre... aber unter Wasser sieht man es halt nicht...

  • Taucher am 04.06.2019 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prämien

    Ich kann die Versicherung verstehen. Eine Bergung wird schnell kostspielig da spezial Ausrüstung benötigt wird und ein Erfolg nicht garantiert werden kann. Müssen wegen solchen Bergungen die Prämien angehoben werden sind auch wieder alle am jammern.