Zurich Pride

09. Oktober 2017 21:41; Akt: 10.10.2017 09:54 Print

«Sauhaufen»-Tweet gegen FDP löst Shitstorm aus

Der Zurich-Pride-Politik-Chef und Luzerner BDP-Präsident Denis Kläfiger beleidigte die FDP auf Twitter. Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten.

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Die FDP sei ein «rückständiger Sauhaufen» und werde an der kommenden Pride Zurich – dem jährlichen Festival der LGBTI-Community – sicher keinen Redner stellen dürfen. Das schrieb Denis Kläfiger, Präsident der Bürgerlich demokratischen Partei (BDP) Luzern, am Montag via Kurznachrichtendienst Twitter in seiner Funktion als Politikchef der Pride.

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Auslöser des Tweets war ein Artikel auf Blick.ch. Gemäss diesem stellt sich die FDP gegen einen gesetzlich verankerten Schutz der LGBTI-Community. Am Montagmorgen wurde Kläfiger von einem Freund darauf aufmerksam gemacht. «Da hat es mir den Nuggi rausgehauen», sagt er zu 20 Minuten.

«Es macht mich sauer, dass eine Partei, die sich so deutlich als liberal bezeichnet, so konservativ politisiert», sagt Kläfiger. Deshalb wolle er auch bestimmt keinen Politiker der FDP einladen, an der nächsten Pride in Zürich eine Rede zu halten. «Denn so würde die FDP in den Medien wieder als sehr liberal dastehen, obwohl dies schlicht falsch wäre.»

«Kläfiger ist eine absolute Fehlbesetzung»

Das Echo auf Kläfigers Tweet liess nicht lange auf sich warten. «Oh man... Finde es super wenn die @ZurichPride beginnt einzelne Parteien auszuschliessen... Hilft sicherlich dem Anliegen», twitterte etwa der Zürcher GLP-Gemeinderat Sven Sobernheim. Und FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen schrieb: «Habe immer gemeint, die BDP sei die Partei des Anstandes. Ist wohl auch nix mehr.» Zu 20 Minuten wird Wasserfallen noch deutlicher: «Kläfiger ist als Präsident der BDP Luzern eine absolute Fehbesetzung. Er müsste bei diesem Thema deutlich integrativer und viel weniger konfrontativ politisieren.»


Kläfiger hat seinen umstrittenen Tweet mittlerweile gelöscht und sich für die harten Worte gegen die FDP entschuldigt. «Wenn das so ist, dann nehme ich diese Entschuldigung natürlich an», so Wasserfallen. Und Kläfiger will sich das nächste Mal «besser überlegen», wie er ein Anliegen formuliert: «Trotzdem werde ich meine politische Linie gleich konsequent weiter verfolgen.»

(tür)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Captain Hindsight am 09.10.2017 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch verstanden

    Was ist am Verfassungsartikel, dass alle gleich sind, falsch zu verstehen? Warum wollen gewisse Gruppierungen gesondert in diesem Recht aufgeführt werden? Möchten die etwas gleicher sein?

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  • Cogito ergo sum am 10.10.2017 00:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hardcore-Meinungsfreiheit

    Ein wunderbares Beispiel von Meinungs- und Redefreiheit! Zuerst mal drauflos plappern, äh..., twittern und dann zurückkrebsen (müssen). Dieser sogenannte Politiker ist tatsächlich eine totale Fehlbesetzung. Und gewisse Leute regen sich wegen 'Mohrenköpfen' auf ...

  • T. Heater am 09.10.2017 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Identifizierung

    Theoretisch wäre ich als Bisexueller auch Mitglied dieses Vereins, aber wer hat schon Lust auf so ein paar verwöhnte Studenten die sich sooo diskriminiert fühlen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Feline X am 10.10.2017 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht

    Chappeau an Denis Kläfiger! Ich kann es nur nachvollziehen, dass er die FDP nicht als Redner will.

  • Andere am 10.10.2017 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragend

    Ich weiss gerade nicht, wass ich für schlimmer halten soll. Die aussage die FDP sei ein Sauhaufen. Oder die Vielen Komentare hier, welche teilweise sehr Subtil und meisstens einfach nur Plump unter die Gürtellinie Zielen. Mein Kredo... beim Thema Sexuelle Liberalisierung sind wir immernoch nahe an der Steinzeit. Schade eigendlich. Zum glück habe ich in meinem Engsten Kreis Liberale Freunde. Der rest kann mich mal am .... ich habe keine Lust, Intollerante Individuen Tollerieren zu müssen. Dass wiederspricht der Definition.

  • Jürg Birnstiel am 10.10.2017 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Namen der Diskriminierung

    Im Namen der Diskriminierung werden anders denkende diskriminiert. Ade freie Meinungsäusserung und Überzeugungen. Uns soll diktiert werden, was wir zu denken und glauben haben.

    • Zynikus am 10.10.2017 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jürg Birnstiel

      Glauben und denken Sie wass Sie wollen. Ich erhoffe mir von Ihnen, dass Sie mir das gleiche Recht zugestehen. Oder ist es doch nicht ganz das gleiche, weil ich lieber mit dem gleichen Geschlecht ins Bett hüpfe, anstadt mit dem anderen? Soll ich desshalb nicht denken und sagen dürfen, dass es Sie nichts angeht, mit wem ich mich Sexuell abgebe. Und dass Sie mir nicht im weg stehen sollen, wen ich das Kind meines Partners (aus einer verflossenen Heterosexuellen Ehe) Adoptieren möchte...? (Oder nur meinen Partner Heiraten möchte...) Aber ja, ist für Sie wahrscheinlich ja genau nicht das gleiche.

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  • Jean am 10.10.2017 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Toleranz ?

    Man verlangt Toleranz und Gleichstellung und im gleichen Atemzug diskrimiert eine Parteinur weil man nicht gleicher Meinung ist.

  • Remo S am 10.10.2017 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Übrigens

    Ich weiss, wieso ich nicht auf Social Medien bin. Ähnliche komische Vögel kann man überall treffen. Reine Zeitverschwendung.