Touristen auf A3

15. Oktober 2018 11:00; Akt: 15.10.2018 16:18 Print

«Sie fanden es cool, auf der Autobahn zu laufen»

Zwei Touristen verirrten sich am Sonntag auf die A3 bei Zürich-Wiedikon. Ein Leser-Reporter half den beiden, diese zu verlassen: «Sie schienen sich der Gefahr nicht bewusst zu sein.»

Ein junges Paar lief seelenruhig auf der A3 Richtung Chur.
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Leser-Reporter Martin Willi traute am Sonntag seinen Augen nicht: «Ich fuhr gerade mit meinem Motorrad auf die Autobahneinfahrt A3 Zürich-Wiedikon Richtung Chur. Da entdeckte ich plötzlich zwei Fussgänger.»

Während die Autos mit etwa 80 km/h vorbeifuhren, liefen die junge Frau und ihr Begleiter seelenruhig ganz links aussen: «Sie schienen sich der Gefahr nicht bewusst zu sein.» Dabei hätte man die beiden leicht erwischen können, so der Leser-Reporter.

Amerikanische Rucksacktouristen auf der A3

Willi fuhr vor der Autobahnverzweigung auf den Sicherheitsstreifen und holte die beiden aus der Gefahrenzone zu sich. Bei dem jungen Paar soll es sich um amerikanische Rucksacktouristen handeln: «Bei der Feuerwehrwache in Wiedikon wollten sie Autostopp machen.» Aber niemand habe angehalten.

«So machten sie sich die beiden zu Fuss auf und verirrten sich dabei auf die A3», so Willi. Dabei verstanden die jungen Amerikaner gemäss Willi die ganze Aufregung nicht: «Sie fanden die Aktion eher cool.» Willi rief schliesslich die Polizei an: «Eine Patrouille kam vorbei und nahm die beiden mit.»

Polizei brachte die beiden an einen sicheren Ort

Der Kantonspolizei Zürich ist der Vorfall bekannt: «Wir hatten am Sonntag eine Meldung wegen zwei Fussgängern auf der A3 bei Zürich-Wiedikon erhalten», sagt Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. «Beamte rückten gleich aus und holten die Passanten ab.»

Laut ersten Erkenntnissen sollen sich die Touristen verirrt haben: «Wir haben sie danach an einen sicheren Ort neben der Autobahn gebracht.» Normalerweise beträgt die Busse für Fussgänger auf der Autobahn 20 Franken. Ob die beiden Touristen gebüsst wurden, ist nicht bekannt.

Tödlicher Unfall im Kanton Bern

Nicht immer gehen solche Spaziergänge auf der Autobahn so glimpflich aus. Im September wurde ein Fussgänger (21) auf der A6 bei Rubigen BE tödlich verletzt. Der Mann begab sich laut Polizeiangaben bei der Autobahnraststätte zuerst auf die Fahrbahn. Im Mai wurde ein 28-Jähriger auf der A12 bei Bulle FR erfasst. Der Fussgänger verstarb noch auf der Unfallstelle.

Auch Velofahrer werden immer wieder auf der Autobahn gesichtet. Erst am letzten Mittwoch radelte ein Velofahrer in Basel auf der A2. Ende September verirrte sich ein Fahrradfahrer in den Gubristtunnel und blockierte damit einen Fahrstreifen.

(mon)