Langstrassen-Quartier

23. Dezember 2015 05:27; Akt: 23.12.2015 07:40 Print

«Sonne» geht wieder auf – und bleibt eine Milieu-Beiz

Weder Ballermann- noch Fastfood-Schuppen: Ein halbes Jahr nach der konkursamtlichen Schliessung steht die Sonne im Kreis 4 vor der Wiedereröffnung – das neue Konzept ist das alte.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Kunststeinboden ist poliert und glänzt wie neu, Tische und Stühle sind gereinigt – sonst aber sieht alles noch aus wie eh und je: So präsentiert sich die legendäre Milieu-Beiz Sonne im Zürcher Bermuda-Dreieck am Dienstagnachmittag. Immer wieder schauen ältere Männer und jüngere Frauen neugierig durch die frisch geputzten Fenster in das Lokal hinein.

Bald können sie auch eintreten, denn gut sechs Monate nach der konkursamtlichen Schliessung wird man hier wieder Bier zapfen und Menüs kochen. «Die Stadt hat das Lokal bereits abgenommen – es gibt noch einige kleinere Beanstandungen, aber grundsätzlich haben wir grünes Licht erhalten und können jederzeit loslegen», sagt Roland Feuz, Sprecher der Hauseigentümerin Rofox AG.

Klar ist auch: Die Sonne bleibt wie bisher eine Kontakt-Bar. Weder am Konzept mit Live-Musik noch an der Einrichtung wurde etwas geändert. Letztere übernimmt der künftige Pächter mitsamt Geschirr und Apparaten aus der Konkursmasse des Vorgängers.

Unterschrift fehlt noch

Was noch fehlt, ist die vertragliche Unterschrift des Pächters. «Sobald diese da ist, geht das Lokal auf – dies kann noch vor Weihnachten der Fall sein», sagt Feuz. Um wen es sich beim Pächter handelt, könne er nicht verraten. Nur so viel: Es sei jemand, der das Quartier kenne und über Gastronomieerfahrung verfüge.

Laut Feuz hätte man die Sonne x-mal vermieten können, das Interesse sei riesig gewesen: Darunter waren auch ein Ballermann-ähnliches Lokal und ein Fastfood-Riese. «Letzterer hätte allerdings nur einen Teil der Fläche mieten wollen.»

Entspannung im Rotlicht-Milieu?

Nach Prüfung verschiedener Optionen sei man zur Einsicht gelangt, dass eine Kontakt-Bar wie bisher am meisten Erfolg verspreche. «Den hierfür benötigten, solventen Pächter haben wir nun gefunden», so Feuz. Zur Höhe der Miete will er keine Angaben machen. Der Vorgänger soll netto etwas unter 40'000 Franken im Monat bezahlt haben.

Die Wiedereröffnung der wohl berühmtesten Kontakt-Bar der Schweiz dürfte im Langstrassen-Quartier zu einer Entspannung im Rotlicht-Milieu führen. Seit deren Schliessung sprachen Prostituierte ihre Freier vermehrt auf der Strasse an, was eigentlich nicht erlaubt ist. Die Stadtpolizei hatte in den ersten Wochen ihre Patrouillentätigkeit verstärkt und häufiger Frauen wegen verbotener Prostitution verzeigt.

(rom)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • giorgio m am 23.12.2015 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonne ist Zürich

    Die Sonne gehört zum Chreis Chaib und zu Zürich wie der Paradeplatz. Finde das gut.

    einklappen einklappen
  • Herr Ochsenknecht am 23.12.2015 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    wünsche mir

    hoffentlich kommen die hübschen Ladys wieder in die Beiz.

    einklappen einklappen
  • jane77 am 23.12.2015 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut

    ich finde es toll dass nicht alle beizen zum inlokal werden müssen sondern bleiben wie sie waren

Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl am 23.12.2015 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Prostitution Steuerzahler

    Unfassbare Zustände bei der Umgebung Sonne und Hotel Regina und der Langstrasse allg..Dutzende Roma Frauen und Frauen aus Rumänien die zu Dumpingpreise Geschlechtsverkehr ohne Schutz anbieten. Dient förderlich zur Verbreitung von HIV/AIDS und andere Krankheiten. Wozu haben wir Steuerzahler überhaupt diese Sexboxen in Alstetten finanziert und finanzieren es weiterhin? Seid wann ist die Strassenprostitution an der Langstrasse wieder erlaubt und wieso sind dort teilweise Frauen die mehrere Monaten anschaffen trotz der 90 Tagen Regelung?

  • Dr. Mabuse am 23.12.2015 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Hasta Luego

    Was lange gedauert hat nimmt nun doch noch ein gutes Ende. Freue mich nun wieder ab und zu dort einkehren zu können....

  • Guido am 23.12.2015 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    40'000 Fr

    40'000 Fr Miete pro Monat. Hier verdient nur einer Geld. Abgesehen davon wie der neue Betreiber das finanziell stemmen will, würde mich interessieren, wie der Vermieter auf geschätzt 1900 bis 2400 Fr/m2 im Jahr kommt. Selbst in Zürich müsste das Wucher sein wenn nicht direkt an der Bahnhofstrasse gelegen. Man kann nur hoffen, dass die neue Pächterschaft besser verhandelt hat als sein Vorgänger. Für 40'000 Fr gibt es in Zürich top Gewerbeflächen mit über 300m2 an top Lagen. Wer zu dem Preis dieses Loch mietet hat sie nicht mehr alle...

    • Walter Baldauf am 23.12.2015 17:34 Report Diesen Beitrag melden

      40 000.--

      Sie haben recht, aber jeden Tag steht ein neunmalkluger, selbstherrliches Genie auf

    einklappen einklappen
  • jane77 am 23.12.2015 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut

    ich finde es toll dass nicht alle beizen zum inlokal werden müssen sondern bleiben wie sie waren

  • Rolf am 23.12.2015 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Super....

    Gestern hatte ich noch im Beitrag über die neue Verkehrsführung am Helvetiaplatz dafür plädiert, das viele Geld lieber in die Sonne zu stecken, damit das Lokal wieder aufgeht.....Anscheinend wurde ich erhört..... .-)