Aargauer in Bosnien

09. Oktober 2019 11:49; Akt: 09.10.2019 11:49 Print

«Die Hunde werden vergiftet und angezündet»

Der Aargauer Bruno Jelovic hilft Strassenhunden in Bosnien. Dem Elend konnte er nicht mehr zusehen. Mit seiner Organisation will er ein Heim eröffnen.

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Dem Elend der Strassenhunde in Bosnien konnte Bruno Jelovic nicht mehr länger zusehen. Er habe schon beobachtet, wie die Tiere mit Gegenständen beworfen, getreten, angezündet, vergiftet oder sogar erschossen wurden. Auch für illegale Kämpfe würden die Hunde gebraucht. Da sie meistens sehr schwach sind, werden sie von ihren Gegnern regelrecht zerfleischt. «Ich habe keine Worte dafür. Es ist einfach nur schrecklich, wie viel Leid die Hunde über sich ergehen lassen müssen», sagt der 29-Jährige aus Buchs AG. Auf einer Reise im Oktober 2018 in sein Heimatdorf Travnik – etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Sarajevo entfernt – bemerkten er und seine damalige Freundin, wie schlimm es um die Strassenhunde steht. «Abgemagerte und kranke Hunde wühlten im Abfall nach Essen. Es waren über hundert Tiere.» Er entschloss sich, etwas dagegen zu tun. Jelovic gründete daraufhin die Organisation Save the Dogs, die mit Spendengeldern finanziert wird. Es sei das Schönste wie auch das Schlimmste, was er je in seinem Leben gemacht habe. Vor Ort sind etwa fünf Volontäre im Einsatz, die sich jeden Tag an verschiedenen Standorten um die Hunde kümmern. Dazu gehören Futter, Sterilisation, Kastration, allgemeine medizinische Behandlungen oder einfach Zuneigung. Das alles wird auf dem Instagram-Kanal savethedogsbih dokumentiert. «Insgesamt habe ich über 10'000 Storys gepostet, weil mir Transparenz sehr wichtig ist. So wissen die Spender, wofür ihr Geld verwendet wird», so der 29-Jährige. Sein Ziel ist es, ein Heim für Strassenhunde zu eröffnen. Die Organisation würde dann dafür sorgen, dass es ihnen an nichts fehlt. «Das sind natürlich alles Wunschvorstellungen, aber ich gebe mein Bestes», sagt Jelovic.

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Dem Elend der Strassenhunde in Bosnien konnte Bruno Jelovic nicht mehr länger zusehen. «Ich habe keine Worte dafür. Es ist einfach nur schrecklich, wie viel Leid die Hunde über sich ergehen lassen müssen», sagt der 29-Jährige aus Buchs AG. Er habe schon beobachtet, wie die Tiere mit Gegenständen beworfen, getreten, angezündet, vergiftet oder sogar erschossen wurden. Auch für illegale Kämpfe würden die Hunde gebraucht. «Da sie meistens sehr schwach sind, werden sie von ihren Gegnern regelrecht zerfleischt.»

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Auf einer Reise im Oktober 2018 in sein Heimatdorf Travnik – etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Sarajevo entfernt – bemerkten er und seine damalige Freundin, wie schlimm es um die Strassenhunde steht. «Abgemagerte und kranke Hunde wühlten im Abfall nach Essen. Es waren über hundert Tiere.» Er entschloss sich, etwas dagegen zu tun. «Mir wurde bewusst, dass man sich um sie kümmern muss.» Der selbstständige Personal Trainer gründete daraufhin die Organisation «Save the Dogs», die mit Spendengeldern finanziert wird.

«Die Hunde sind mein Lebensinhalt»

«Seither sind die Strassenhunde mein Lebensinhalt», so Jelovic. Es sei das Schönste wie auch das Schlimmste, was er je in seinem Leben gemacht habe. «Auch wenn noch viele Leute sagen, dass das alles keinen Sinn ergibt, gebe ich nicht auf. Ich sehe es als eine Art Lebensberufung.»

Vor Ort sind fünf Volontäre im Einsatz, die sich jeden Tag an verschiedenen Standorten um die Hunde kümmern. Dazu gehören Futter, Sterilisation, Kastration, allgemeine medizinische Behandlungen oder einfach Zuneigung. Das alles wird auf dem Instagram-Kanal savethedogsbih dokumentiert. «Insgesamt habe ich über 10'000 Storys gepostet, weil mir Transparenz sehr wichtig ist. So wissen die Spender, wofür ihr Geld verwendet wird», so der 29-Jährige.

Jelovic will Heim eröffnen

Sein Ziel ist es, ein Heim für Strassenhunde zu eröffnen. Er möchte Land kaufen, wo sich die Hunde richtig austoben können. Die Organisation würde dann dafür sorgen, dass es ihnen an nichts fehlt. «Das sind natürlich alles Wunschvorstellungen, aber ich gebe mein Bestes.»

(lar)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 09.10.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Es ist zwar edel den Hunden zu helfen, aber das Hauptproblem liegt bei seinen Landsleuten. Da müsste man vielleicht das Denken ein wenig ändern, Armut ist keine Entschuldigung für Gewalt an Tieren.

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  • maa met huet am 09.10.2019 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Na da kann sich doch jeder mal eine Scheibe abschneiden!!! Respekt und Danke!!

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  • Marc Probst am 09.10.2019 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolle story

    Was für ein guter Typ! Gratulation!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christine Odermatt am 09.10.2019 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Strassenhunde in Bosnien

    Bravo, danke für Deinen Einsatz! Ich habe seit letzten Dezember Tara bei mir, eine Strassenhündin aus Bulgarien, toller Hund

  • I. Joho am 09.10.2019 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Strassenhunde sind keine Familienhunde

    So edelmütig auch der Gedanke ist, sollte er das wirklich durchziehen können, sehe ich bereits das nächste Problem. Die Tiere sollen dann sicher in die Schweiz vermittelt werden und sitzen dann nach Rückgabe des vorübergehenden Halters in unseren Tierheimen und fristen ein armseliges Leben. So viele Strassentiere kommen in "falsche" Hände, weil sich der Interessent nicht bewusst ist, was er übernimmt.

  • Helen Wenzel am 09.10.2019 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Ich finde das super das es noch solche Menschen gibt, die sich für die Tiere einsetzten . Hut ab.

  • Nadine am 09.10.2019 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrung und Vorgehensweise weitergeben

    Herr Jalovic, wie kann man Sie kontaktieren?! Gerne würde ich Ihnen meine Vorgehensweise aus Serbien weitergeben. Wir haben in Kooperation mit der lokalen Behörde innert 3 Jahren gegen 2500 Hunde sterilisiert. NUR retten, so lieb dies auch gemeint ist, ist ein Fass ohne Boden. Die Menschen werden Ihnen Hunde vor dem Tierheim "stellen/legen", so "entsorgen" sie sie am einfachsten in Kartonkisten/ Abfallsäcken. Man kann nicht so viele retten, wie sich die Tiere vermehren können. Auch in Sache Aufklärungsarbeit muss gearbeitet werden. ev. kann das auch bei ihnen realisiert werden.

  • Greengo69 am 09.10.2019 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seit gut zu den Tieren!

    Wie di Indianer! Die müssen nach ihrem tod bei jedem Tier vorbei gehen das sie in lebzeiten gekreuzt haben...