Eröffnung Durchmesserlinie

22. Oktober 2015 09:37; Akt: 22.10.2015 10:41 Print

«Terminplanung der SBB ist höchst ungeschickt»

Die Feierlichkeiten zur Eröffnung der Durchmesserlinie finden am kommenden Montag statt – zeitgleich mit der Sitzung des Zürcher Kantonsrats. Das sorgt für rote Köpfe.

So fährt es sich über die längste Bahnbrücke der Schweiz.
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Endlich kann sie gefeiert werden, die Eröffnung der Durchmesserlinie der SBB, die eine direkte Verbindung zwischen den Bahnhöfen Altstetten und Oerlikon darstellt. Der Termin dafür ist der nächste Montag ab 10.15 Uhr, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Geladen sind unter anderem die Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP), Stadträtin Corine Mauch (SP) und 40 Zürcher Kantonsräte. Dabei stellt sich allerdings ein Problem: Am selben Datum tagt auch der Kantonsrat. Die Sitzung soll bis 12 Uhr dauern.

Dies sorgt unter den geladenen Gästen für Missmut. Ratspräsidentin Theresia Weber (SVP) nennt die Terminplanung «höchst ungeschickt». Sie könne unmöglich ab 10 Uhr der Festivität beiwohnen und gleichzeitig bis 12 Uhr die Ratssitzung leiten. Thomas Vogel, dessen Vorstösse zur Zukunft des Kasernenareals und des Polizei- und Justizzentrums besonders brisante Themen der Sitzung sind, sagt dazu nur: «Ich gehe davon aus, dass sich jeder Kantonsrat für die Sitzung und gegen die Feier entscheidet.»

«Eine Brüskierung des Gönnerkantons»

Kantonsrätin Gabi Petri (Grüne) ist aber zwischen den Veranstaltungen hin- und hergerissen. Einerseits wird sie als die politische Mutter der Durchmesserlinie angesehen, ist aber gleichzeitig auch engagierte Kämpferin gegen den Vorstoss zum Polizei- und Justizzentrum. Sie nennt die Zeitplanung der SBB «eine Brüskierung des Gönnerkantons». Dieser Meinung ist auch Rosmarie Joss (SP), Präsidentin der Verkehrskommission: «Ohne Kredit und Vorleistungen durch Zürich wäre die Durchmesserlinie heute niemals fertig.»

Der neue Nationalrat Claudio Zanetti (SVP) hat sich bereits schriftlich bei den SBB abgemeldet. Diese gab als Antwort, dass die Terminsuche ein Jahr im Voraus schwierig sei und man sich «nach dem Terminkalender des Bundesamtes für Verkehr und der Zürcher Regierung» gerichtet habe. Doch auch das beschwichtigt Zanetti nicht: «Jeder Regierungsrat und Beamte sollte wissen, wann der Kantonsrat tagt.» Man weiss bislang allerdings nicht, ob Zürich oder Bern für den unglücklich gewählten Termin verantwortlich ist.

(zed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jürg Greiff am 22.10.2015 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtig

    Warum nur müssen die Kantonsräte an jeder Hundsverlochete teilnehmen. So wichtig sind diese Leute nun auch wieder nicht wie vermutlich nur sie glauben es auch zu sein.

  • Zlottl am 22.10.2015 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frechheit

    Ich fühl mich ebenfalls brüskiert. Ich muss nächsten Montag arbeiten und kann unmöglich an der Eröffnung mit dabei sein. Die SBB sollte sich schämen! Man hätte die Festivitäten ruhig auf 18:00 Uhr ansetzen können, dann könnte ich es noch schnell nach Hause um zu duschen und mich umzuziehen. Liebe SBB, ihr seid unglaublich egoistisch. Pff!

  • Bergtroll am 22.10.2015 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die SBB

    Der Termin konnt leider nicht anders gesetzt werden. Grund dafür ist eine Stellwerkstörung. Wir bitten sie um Entschuldigung.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Carlo Albisetti am 25.10.2015 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Lokalpolitiker für SBB bedeutungslos

    Man will gar nicht so viele Lokalpolitiker. Wichtig ist die Bewilligungsbehörde BAV und dessen vorgesetztes Departement. Die muss man bei Laune halten beim Privatbetrieb SBB. Einer dessen Angestellten nannte das Kleinkorruption mit Essen und Büro-Pausen für die Beamten aus Bern.

  • Zh am 23.10.2015 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterwegs zu Hause

    Führen sie diese Sitzung doch einfach im Zug durch...

  • Gerald am 22.10.2015 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anwesend

    Thami wird sowieso kommen und Hufi mitnehmen. Beide nützen sowieso nichts!

  • Willy D. am 22.10.2015 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Otto NormalverbraucherIn als "GönnerIn"

    Von wegen "Gönnerkanton". Sicher wäre es nicht sinnvoll alle "Gönner", sprich Steuerzahler, zu dieser Feier einzuladen, der Bahnhof wäre zu klein. Vielleicht eine durch das Los bestimmte Auswahl an "Gönnern", sprich Steuerzahlern? Die Parlamentarier könnten dann seelenruhig und voll konzentriert an ihre Sitzung gehen. Zum Feiern genügen nämlich gewöhnliche "Gönner", sprich Steuerzahler...

  • Marcel Pauli am 22.10.2015 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten / Nutzen Frage

    Warum soll die SBB auf ein paar Zürcher Ratsleute rücksicht nehmen. Der Löwenanteil der Kosten tragen ja alle Schweizer....