Wienachtsdorf

10. Dezember 2018 05:42; Akt: 10.12.2018 09:42 Print

«Terror-Sperren zerstören Weihnachtsstimmung»

Beim Zürcher Wienachtsdorf auf dem Sechseläutenplatz fehlen im Gegensatz zu anderen Städten Anti-Terror-Sperren. Trotzdem sind die Besucher unbesorgt.

Das sagen die Wienachtsdorf-Besucher zu den fehlenden Anti-Terror-Sperren.
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Seit dem Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz vor zwei Jahren wurde das Gelände rund um den Weihnachtsmarkt mit Metall- und Betonkonstruktionen sowie mobilen Anti-Terror-Pollern ausgerüstet. Auch in Schweizer Städten wie Basel und St.Gallen wurden Sicherheitsmassnahmen bei Weihnachtsmärkten vorgenommen.

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Braucht es Anti-Terror-Sperren in der Stadt?

Beim grössten Zürcher Weihnachtsmarkt, dem Wienachtsdorf auf dem Sechseläutenplatz, fehlen hingegen Schutzvorrichtungen wie mobile Poller. Und das obwohl in der Schweiz die Terrorbedrohung weiterhin bleibt, wie es im Lagerbericht des Nachrichtendienstes des Bundes heisst.

«Bei der Polizei sind die Sicherheitsprobleme bekannt»

Laut der «SonntagsZeitung» kritisieren Sicherheitsexperten die fehlenden Massnahmen. So sagt Urs Studer, Geschäftsführer der Firma Perimeter Protection aus Samstagern ZH: «Wir haben relativ wenig Bestellungen aus der Schweiz. Bei der Polizei sind die Sicherheitsprobleme bekannt. Oft stoppt aber die Politik, weil das Geld fehlt.»

Bei der Stadtpolizei Zürich will man nächstes Jahr in mehr Sicherheit investieren. Auf Anfrage sagt Medienchef Marco Cortesi: «Wir haben im Sommer die Beschaffung eines Fahrzeugrückhaltesystems öffentlich ausgeschrieben.» Zurzeit laufe die Evaluation. «Bis im Frühling werden wir eine Entscheidung treffen.» Danach liege es am Gemeinderat, das Budget zu genehmigen, so Cortesi.

Uniformierte und zivile Polizisten unterwegs

Ob diese Sperren beim Wienachtsdorf eingesetzt werden, hängt von der Lagebeurteilung ab: «Es ist macht ja keinen Sinn, die ganze Stadt abzusperren.» Zudem sei das unmöglich: «Ein Lastwagen kann an den unterschiedlichsten Orten in eine Menschenmenge fahren.»

Derzeit sorgen uniformierte und zivile Polizisten auf den zehn Weihnachtsmärkten für Sicherheit: «Genaue Informationen können wir dazu nicht geben. Ich kann aber versichern, dass wir präsent sind.» Zudem sei die Terrorgefahr in Zürich nicht höher als vor einem Jahr.

Weihnachtsmarkt-Besucher sind nicht besorgt

Wie eine Video-Umfrage auf dem Sechseläutenplatz zeigt, sind auch die Wienachtsdorf-Besucher nicht besorgt. So sagt Fabienne Hug (18): «An grossen Konzerten könnte ich mir eher einen Terroranschlag vorstellen.» Am Weihnachtsmarkt fühle sie sich hingegen sicher.

Dass es keine Grund zur Sorge gibt, finden auch die beiden Freundinnen Claudia Gessner (25) und Juliana Marciano (33). «Das würde nur die schöne Weihnachtsstimmung zerstören», sagt die 25-jährige Studentin. «Es ist angenehm, nicht umzäunt zu sein», meint Juliana. Das findet auch Ilias Germann (14): «Es wäre doch kein Weihnachtsmarkt, wenn alle zwei Sekunden ein Polizist vorbeilaufen würde.»


(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schüdi am 10.12.2018 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absurd

    Offene Grenzen , geschlossene Weihnachtsmärkte. Genau mein Humor ( Ironie off )

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  • Appeeri am 10.12.2018 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ist auch kein Weihnachtsdorf

    Sorry aber das Weihnachtsdorf auf dem Sechseläutenplatz hat fast gar nichts mit Weihnachten zu tun. Das ist mehr so eine Art internationales Streetfood-Festival. Von Frühlingsrollen über Tibetische Nudeln bis Kebab gibt's da alles... nur keine Weihnachtsstimmung.

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  • Swiss ship yard am 10.12.2018 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Ausrede des Jahres

    Das Geld fehlt?? Aber für Blitzgeräte zu tausenden fehlt das Geld nicht. Terrorsperren sind halt im Unterschied zu Blitzkästen nicht für unsere Sicherheit wie es scheint.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • G. Nervt am 10.12.2018 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon mal darüber...

    nachgedacht, was genau der Grund für diesen Terror an Weihnachten ist? Darf man überhaupt die Wahrheit darüber sagen, ohne gleich in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden? Scheinbar sind wir einfach viel toleranter als jene intoleranten, die unser Leben bedrohen... und wir nehmen sie mit offenen Armen auf!

  • M.L. am 10.12.2018 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Friedlich

    War gerade am Weihnachtsmarkt auf dem Sechsilüteplatz mit meinen Kinder. Polizei war Präsent

  • Pascal am 10.12.2018 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die fehlen nicht, sondern

    sind auch unnütz! Schon mal gesehen was passiert, wenn dort ein Lastwagen reinfährt? Und wo sitzen denn die wahren Terroristen? Und schon mal was von Crisis-Actors gehört? Eben - einfach mal überlegen und sich breitgefächert informieren, anstatt sich ständig aufhetzen und ängstigen zu lassen. Schönen Nachmittag noch.

  • oki am 10.12.2018 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schönen Advent

    Blitzkästen spielen Geld ein und wem die internationale Streetfoodmeile nicht gefällt der soll doch in den großen Kanton fahren (leider hat der Sturm schöne Märkte der Schweiz gebodigt) zB ins Erzgebirge. Aber bitte nicht alle auf einmal und verteilen sonst ist es hier auch nicht mehr schön .

  • Leser am 10.12.2018 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Vor 5 Jahren noch kein Thema

    Vor 5 Jahren waren solche Dinge noch kein Thema. Was hat sich geändert? Wie lange wollen wir noch zuschauen wie man uns verrät und entsorgt?