Vegi-Trend in Kantinen

12. September 2014 05:58; Akt: 12.09.2014 09:12 Print

«Tofu kommt bei unseren Gästen gar nicht an»

von Raffaela Moresi - Die Stadtzürcher Kantinen sollen statt Fleisch mehr Vegetarisches anbieten. So will es ein politischer Vorstoss. Doch Kantinenköche und Arbeiter sind gar nicht begeistert.

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Aqualino-Küchenchef Salik Sivac verkauft täglich 150 bis 160 Fleischmenüs, aber nur 60 bis 80 Vegi-Essen. (Bild: ram)

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Luzerner Chügeli-Pastetli oder Griesskuchen? Beim Besuch im Aqualino, dem Personalrestaurant der Wasserversorgung der Stadt Zürich, zeigte sich am Donnerstagmittag schnell, wo die Präferenzen der Mitarbeiter liegen. Das Fleisch-Menü wurde deutlich öfter über die Theke gereicht als die fleischlose Alternative.

Doch: Geht es nach der Idee zweier GLP-Gemeinderäte, müssen die städtischen Kantinen, Horte und Spitäler künftig stärker auf Vegetarisches setzen. Ein Vorstoss, der am Mittwoch mit 72 zu 41 Stimmen an die Stadtregierung überwiesen wurde, verlangt, dass die Verpflegung vermehrt fleischlos sein wird.

«Tofu kommt bei unseren Gästen gar nicht an»

Salik Sivac, Küchenchef des Aqualino-Personalrestaurants, kann sich das nur schwer vorstellen. «Bei uns werden jeden Tag bloss 60 bis 80 Vegi-Essen serviert – Fleischmenüs hingegen 150 bis 160.» Natürlich spiele es eine Rolle, was genau auf der Karte stehe. «Aber eines ist klar: Tofu kommt bei unseren Gästen überhaupt nicht an.» Viele Angestellte begännen frühmorgens und leisteten physisch schwere Arbeit. «Diese Männer verdrücken oft schon vor dem Zmittag 2 bis 3 Wurstweggen. Wenn ich denen sage, es gibt bei uns weniger Fleisch, habe ich ein Problem», sagt Sivac mit einem Lachen.

Noch deutlicher sieht die Situation im Personalrestaurant Werdhölzli von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) aus: Lediglich 10 Prozent der Leute, die sich für ein Menü entscheiden, nehmen die vegetarische Variante, wie ERZ-Sprecherin Leta Filli auf Anfrage erklärt. Dies liege in erster Linie daran, dass die Kundschaft des Restaurants zu 90 Prozent männlich sei. «Männer, die körperlich arbeiten, haben andere Ansprüche an ihre Ernährung», so Filli.

«Uns muss niemand vorschreiben, was wir essen sollen»

Zwei Arbeiter, die gerade die Kantine verlassen, können dem nur beipflichten. «Wir brauchen unbedingt Fleisch, sonst machen wir schlapp.» Auf eine solche «Vegi-Idee» komme wohl nur, wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitze. «Zudem hat uns niemand vorzuschreiben, was auf den Teller kommt.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • silentx am 12.09.2014 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu den Kommentaren

    Ich Sitze auch im Büro und will auch nicht auf Fleisch verzichten. Ausserdem an alle vegis: Pflanzen leben auch und wir töten diese um zu essen.

    einklappen einklappen
  • der leser am 12.09.2014 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aufhören

    Bitte hört endlich auf vorzuschreiben wo und wieviel vegezarisch oder Vegan gegessen werden muss...jeder was er will

  • Gregory am 12.09.2014 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine

    Es soll jeder selbst entscheiden dürfen was er isst.. was soll das?? Es gibt schon genügend vorschriften in der Schweiz, man sollte sich auf wesentlichere Dinge konzentrieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • simon am 12.09.2014 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    easy

    Gut zu wissen, dann gehe ich nach den ferien zu mcdonalds, wenn unsere kantine mir nicht gib was ich will. So einfach.

  • Fleisch- und Vegi-Esser am 12.09.2014 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts...

    90% sind Männer welche körperlich arbeiten. Das erklärt dann auch, aus welcher Ecke diese Idee kommt... Mit dem Arbeiten haben die das ja nicht ...

  • Stefan am 12.09.2014 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tofu = Import = andere Hungern dafür

    Tofu ist auch nicht gut und auch fraglich wie ökologisch und ethisch? wird ja nicht in der Schweiz hergestellt und wegen des Mehrverdienstes im Exportland lieber Veranda als den einheimischen Bevölkerung zum essen gegeben. Diese Hungern dann - ist aber ein anderes Problem fast wie beim Bioethanol.

  • PannaCotta am 12.09.2014 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Leichen isst wird zu einer

    Von wegen Vegetarisch und schlapp. Die besten Bodybuilder essen gar vegan. Das sind einfach nur faule Ausreden für die innewohnende Blutlust. Der Preis kommt dann schon. Wer Leichen ist muss nicht meinen er könne lebendig bleiben.

  • Andreas Breitsamer am 12.09.2014 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne neue Welt

    Das trifft ohnehin nur die Arbeiter, die schuften müssen. Als Manager kann man sein Filet im Restaurant essen gehen, man hat es ja. Schöne neue Welt.