Tag der Bildung

11. Januar 2016 11:25; Akt: 11.01.2016 17:07 Print

«Wir bedauern die Absage der Kundgebung sehr»

Weil hunderte Studenten für den Tag der Bildung eine illegale Nachdemo ankündigten, verzichtet der Verein Zürcher Bildung auf eine Kundgebung. Die Gefahr sei zu gross.

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Gegen 10'000 Demonstrantinnen und Demonstranten protestieren auf dem Platzspitzareal am Tag der Bildung im Jahr 2003. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Die geplante Kundgebung am Mittwoch, dem Tag der Bildung, ist abgesagt worden. Die Organisatoren begründen die Absage damit, dass verschiedene Gruppierungen den Anlass für ihre Zwecke nutzen wollten und zu illegalen Aktionen und einer Nachdemo aufriefen.

Davon distanzierten sich die Organisatoren in aller Form, wie sie in einer Mitteilung vom Montag schreiben. Zu der Kundgebung waren Tausende von Menschen erwartet worden.

«Gefahr ist zu gross»

Nach Einschätzung des Vereins «Zürcher Bildung» ist «die Gefahr einer Eskalation in der Menschenmenge oder im Anschluss an den Anlass zu gross». Sie befürchten auch, dass ihre positive Botschaft für die Bildung durch illegale Aktionen ins Gegenteil verkehrt würde. Mit ihren Aktionen wollen die Vertreter aus verschiedenen Bildungsinstitutionen ein Zeichen gegen die angekündigten Sparmassnahmen im Schulbereich setzen.

Die Gewerkschaft VPOD Zürich ist enttäuscht von der Absage. Nach ihrer Einschätzung wäre «mit der nötigen Gelassenheit aller Beteiligten» eine «lautstarke, kämpferische aber friedliche Kundgebung» möglich gewesen. Der VPOD werde aber nicht allein für eine Kundgebung mobilisieren, rufe aber dazu auf, an den vielfältigen Veranstaltungen an den Schulen teilzunehmen.

Schwieriger Entscheid

Christoph Wittmer, Präsident Schulleiterkonferenz Mittelschulen und Rektor der Kanti Enge, sagt zu 20 Minuten, dass er die Absage der Kundgebung ebenfalls sehr bedaure: «Schliesslich steckt viel Herzblut von Lehrern und Schülern dahinter.» Man habe sich sehr schwergetan mit dem Entscheid und lange abgewägt. Letztlich sei es aber klar gewesen: «Wir können die Teilnehmer, zu denen viele Schüler gehören, nicht einem unnötigem Risiko aussetzen.»

Die Absage sei aber keine Kapitulation und man werde am Mittwoch trotzdem ein Zeichen setzen können. Denn der Tag der Bildung an den Schulen findet wie geplant statt. Auch die Botschaft bleibe unverändert.

Am Vormittag stehen an den Mittelschulen des Kantons, an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) sowie an einzelnen Berufsfach-, Berufsmaturitäts- und Volksschulen die Türen für die Bevölkerung offen. An vielen Institutionen werden staatsbürgerliche Podiumsdiskussionen mit Kantonsräten organisiert.

Podiumsgespräch findet statt

Am Nachmittag findet an der Kantonsschule Enge in Zürich ein Podiumsgespräch zur «Zukunft der Bildung» statt, zu dem Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP), Ständerat Daniel Jositsch (SP) und weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bildung sowie die kantonalen Schülerorganisationen eingeladen sind.

Zürcher Bildungsinstitutionen und -verbände wollen gemeinsam auf den Wert und die Bedeutung der Bildung für die Gesellschaft sowie für den Forschungs- und Wirtschaftsplatz Zürich aufmerksam machen.

Illegale Demo soll durchgeführt werden

Ebenfalls haben Organisatoren von der illegalen Gegendemo in den sozialen Medien geschrieben, dass diese auf jeden Fall stattfinden soll. Könnte nun die Situation dann nicht erst recht eskalieren? Stadtpolizei-Medienchef Marco Cortesi sagt dazu, dass man die Lage stets beobachten würde und vor Ort sei.

(ced/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Unistudi am 11.01.2016 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontraproduktiv

    Haben die Demo-Gänger nichts besseres zu tun als dem Ruf der Unis zu schaden? Schade, dass Leute sich so verhalten während viele Studenten sich abrackern und das günstige Studium wertschätzen.

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  • Thomas am 11.01.2016 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frust

    Eine weise Entscheidung . Danke. Wäre wieder einmal mehr für Chaoten ein Freibrief , sich Ihren Frust im Namen der Studenten loszuwerden !

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  • Staatsbürger am 11.01.2016 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundrechte nur für die einen?

    Die Bildungsdirektorin schickt Spione an alle Schulveranstaltungen zum Tag der Bildung (vgl. NZZ Sonntag). Linksextreme versetzen der geplanten friedliche Schüer- und Lehrerdemo den Todesstoss. Weit haben wir's in Zürich mit der Demokratie gebracht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • huschmie am 11.01.2016 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Diktat der Extremisten

    Es gibt sie immer, die unbelehrbaren. Die machen den grössten Lärm, steuern aber nichts Positives bei. So muss sich wieder Mal die moderate Mehrheit dem Diktat einer extremen Minderheit unterordnen. Einfach nur schade

  • Klara am 11.01.2016 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berufsmatur abschaffen

    Meiner Meinung nach gibt es an den Unis schon genug Studenten. Die Berufsmatur ist im Vergleich zur Gymi Matur Peanuts. Um der Akademisierung einhalt zu Gebieten sollte die BMS abgeschafft werden und die Gymi Matur strenger bewertet werden. Ansonsten müssen wir irgendwann alle einen Bachelor vorweisen.

  • Severin am 11.01.2016 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre einfach wenn man wollte

    Ganz einfach, Bedrohung ist strafbar und die Ankündigung einer nachdemo ist eine Bedrohung, müssen wir auf fremde Richter warten oder warum wurde niemand weg gesperrt um den Schutz der Öffentlichkeit zu gewährleisten.

  • Gordon am 11.01.2016 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entscheidung

    Den Frustrierten sollte man keine Plattform für Gewaltausbrüche geben. Daher sehr gut, auf diese Demo zu verzichten! Leider geht's nicht anders. Nun das Selbe noch mit Fussballspielen und es läuft wieder in die richtige Richtung!

  • Peter am 11.01.2016 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Distanzieren

    Die SP wäre hier auch gefragt. Ich fordere Sie auf sich von Autonomen Szene endlich zu distanzieren. Da Sie das linke politische Spektrum abdeckt muss sie voran gehen mit harten Maßnahmen gegen Antifa und Co. Die Schweiz wird diese Szene nicht mehr tolerieren