ZÜRICH

08. Dezember 2008 22:40; Akt: 09.12.2008 09:06 Print

«Wir fühlen uns vom Lighthouse abserviert»

von David Torcasso - Langjährige Helfer vom Lighthouse sind enttäuscht: Sie dürfen keine Bären mehr verkaufen, weil die Organisation nun auf Junge setzt.

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Sarah Hofer ist empört: «Über zehn Jahre habe ich mich für das Lighthouse eingesetzt, und jetzt werde ich einfach abserviert.» Ende November erhielt die 72-Jährige die Kündigung: Sie werde in diesem Jahr nicht mehr als Verkäuferin am Stand benötigt, schreibt das Lighthouse knapp. Die pensionierte Krankenschwester ist von dieser «fehlenden Wertschätzung enttäuscht». Sie fühle sich in ihrem Stolz verletzt. «Die älteren Freiwilligen werden abgeschoben und durch jüngere ersetzt.» Hofer ist überzeugt, dass vor allem langjährige Stammkunden den Kontakt zu den Helfern vermissen werden.

Erika Hüsler, Hospizleiterin vom Lighthouse, begründet den Entscheid: «Die Umsätze aus dem Bärenverkauf sind seit Jahren rückläufig. Um den Ertrag zu optimieren, haben wir den Verkauf nun neu organisiert.» Das Lighthouse hat in diesem Jahr den Auftrag an die Firma Access vergeben. Diese bietet staatliche Förderungsprogramme für Jugendliche, die keine Lehrstelle gefunden haben, an. Hospizleiterin Erika Hüsler wundert sich, dass hier offenbar ein Konflikt zwischen Alt und Jung ausgetragen werde. «Einige Jugendliche sind von ehemaligen Standmitarbeitern während der Arbeit bereits verbal attackiert worden.»