Familienvater vermisst

03. Mai 2016 12:47; Akt: 18.06.2016 19:34 Print

«Wir haben telefoniert, dann ist er verschwunden»

von D. Rais - Sein Auto ist ausgebrannt, Familienvater Gino Bornhauser ist unauffindbar. Seine Frau kann sich nicht erklären, was passiert ist.

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Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst. Zuletzt wurde er auf einem Parkplatz nahe der Feuerwehr Rafz-Wil gesehen, als er von einem Mann attackiert wurde. Von dem 67-jährigen Familienvater fehlt seither jede Spur. Aufgetaucht ist nur sein Opel Insignia: Das ausgebrannte Wrack des Autos wurde in einem Waldstück im deutschen Loststetten gefunden. Die Kantonspolizei Zürich schliesst daher ein Gewaltverbrechen nicht aus. Bornhausers Frau Petra (60), die mit ihm seit 1989 zusammen und seit 16 Jahren verheiratet ist, hält nach wie vor an der Hoffnung fest, dass ihr Mann lebend gefunden wird, wie sie zu 20 Minuten sagt.

«Ich habe noch unmittelbar, bevor er verschwunden ist, mit ihm telefoniert», so Petra Bornhauser: «Er war beim Arzt und hat zu mir gesagt, dass er sich nach dem Termin bei mir wieder melden würde.» Doch auf den Anruf wartet Petra Bornhauser seit dem 22. April vergeblich.

Der Teilnehmer ist zurzeit nicht erreichbar

Stattdessen bekam sie am Abend, an dem ihr Mann verschwand, ein SMS, in dem stand: «Ich war beim Arzt.» «Normalerweise hat Gino, wenn er mir geschrieben hat, immer noch eine Rose oder einen Kuss mitgeschickt», so Petra Bornhauser.

An jenem Freitagabend war dem aber nicht so. Schon da hat Petra Bornhauser geahnt, dass etwas nicht in Ordnung sei: «Ich habe ihn anzurufen, aber alles, was ich hörte, war die automatische Ansage ‹Der Teilnehmer ist zurzeit nicht erreichbar›.»

Zur falschen Zeit am falschen Ort

«Mein Mann ist so ein toller guter Mensch, warum genau ihm so etwas passieren musste, kann ich nicht verstehen», sagt Petra Bornhauser. Gino hat 35 Jahre bei Schutz & Rettung Zürich als Rettungssanitäter gearbeitet: «Er, der Leben gerettet hat, wurde jetzt auf so brutale Weise angegriffen», so Petra Bornhauser weiter.

Die Ungewissheit über den Verbleib ihres Mannes sei besonders schlimm und nur schwer zu ertragen: «Gino war wohl einfach zur falschen Zeit am falschen Ort», sagt seine Frau. Feinde habe er keine gehabt: «Gino hatte mit niemandem Streit. Er lebt in Eglisau ziemlich zurückgezogen.»