Ampèresteg in Zürich

07. Juli 2014 09:12; Akt: 07.07.2014 15:29 Print

«Wir hatten Angst, in der Limmat zu ertrinken»

Starke Strömung, spitzige Steine: Die Stadtpolizei Zürich musste drei Jugendliche mit einem Seil aus der Limmat retten. Der 14-jährige Eduardo erzählt von den dramatischen Minuten.

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Der Bilderbuch-Sonntag lockte Tausende zur Abkühlung in die Flussbäder an der Limmat – darunter auch Eduardo und Lolo (beide 14) sowie Roy (15). Die drei Sek-Schüler aus Zürich-Schwamendingen vergnügten sich im Unteren Letten. Dort hatten sie die Idee, vom Badi-Steg aus für einmal nicht ins Innere des Flussbades zu springen, sondern in die freie Limmat. «Wir wollten uns dann von der Strömung zu einem Inseli ziehen lassen, um dort ein wenig zu hängen», sagt Eduardo.

Im Wasser beschlossen sie spontan, noch etwas weiterzuschwimmen. Das wäre ihnen fast zum Verhängnis geworden. «Wir waren die einzigen Schwimmer, die anderen rundherum sassen in Gummibooten», so Eduardo. «Plötzlich tauchten vor uns immer mehr spitzige Steine auf und die Strömung wurde stärker.» Zudem hätten sie nun ständig ihre Beine angeschlagen und Krämpfe gekriegt. «Wir hatten Angst, in der Limmat zu ertrinken.» Beim Ampèresteg, rund 20 Meter vom Ufer entfernt, konnten sie sich schliesslich in knietiefem Wasser an Steinen festhalten und um Hilfe rufen.

«Adrenalin pur»

Eine Passantin, die den Vorfall beobachtet hatte, alarmierte kurz nach 17.15 Uhr die Polizei. Mehrere Streifenwagenpatrouillen rückten aus, wie die Stadtpolizei Zürich am Montag mitteilte. Nach einer kurzen Beurteilung der kritischen Situation liessen die Polizisten ein Rettungsseil, das jedes Patrouillenauto mit sich führt, ins Wasser und forderten die Jugendlichen auf, sich daran festzuhalten. So konnte die Polizei die Burschen an Land ziehen.

Verletzt wurde niemand – die drei Sek-Schüler trugen aber ein paar blaue Flecken davon. Und mit dem Einschlafen wollte es am Sonntagabend nicht so recht klappen. «Ich spürte die ganze Zeit noch die Flussströmung in meinen Beinen», sagt Eduardo. Er werde so etwas nie mehr machen. «Es war eine krasse Situation, Adrenalin pur.» Ob das Trio verzeigt wird, ist laut Stadtpolizei noch unklar und wird geprüft. Denn auf der Höhe Unterer Letten ist das Baden in der Limmat erlaubt, weiter unten beim Ampèresteg jedoch verboten.

(rom)