Tiere ausgesetzt

14. August 2019 14:11; Akt: 14.08.2019 14:51 Print

«Wir konnten die Knochen der Kaninchen spüren»

Eine Leserin hat zwei verwahrloste Löwenkopfkaninchen in Albisrieden gerettet. Sie sucht jetzt nach einem geeigneten Platz für die Tiere.

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Stefanie D.* war Samstagabend gerade auf dem Weg nach Hause, als sie plötzlich beim Schützenhaus in Albisrieden ZH zwei Löwenkopfkaninchen entdeckte. Der Anblick von den frei herumlaufenden Tieren sei ungewohnt gewesen. D. habe gedacht, dass die Kaninchen wohl ausbüxt oder ausgesetzt worden seien. Da es schon dunkel war, entschied sie sich, die Tiere am nächsten Tag mit ihrer Schwester Vanessa D.* einzufangen.

«Offensichtlich nicht um Tiere gekümmert»

«Es war so schwierig, die Tiere zu erwischen. Sie waren unglaublich schnell», sagt Vanessa D. Es sei ihnen auch nach einer Stunde nicht gelungen, die Kaninchen festzuhalten. «Wir entschieden uns, die Polizei zu informieren.»

Mit Hilfe der aufgebotenen Polizisten hätten sie es schliesslich geschafft, die Tiere einzufangen. Vanessa D. war erleichtert: «Als ich sie in der Hand hielt, spürte ich ihre Knochen. Sie hätten in der freien Wildbahn nicht überlebt.»

«Offensichtlich nicht um Tiere gekümmert»

Vanessa D. und ihre Schwester hätten die Tiere bei sich zu Hause mit Essen und Trinken versorgt. «Wir konnten die Löwenköpfchen nicht bei uns behalten und haben uns deshalb entschieden, sie in eine Auffangstation zu bringen.» Die beiden Schwestern hoffen nun, dass die Tiere bald zu einem geeigneten Besitzer können.

D. weiss zwar nicht mit hundertprozentiger Sicherheit, ob die Kaninchen abgehauen sind oder ausgesetzt wurden, dennoch prangert sie deren Haltungan: «Es macht mich unglaublich traurig, dass der Besitzer sich offensichtlich nicht um die Tiere gekümmert hat.»

Aussetzen von Tieren ist Tierquälerei

Marc Surber, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, bestätigt einen Einsatz wegen zwei herumstreunenden Kaninchen und sagt: «Es wird jetzt abgeklärt, ob die Tiere ausgebüxt sind oder mutwillig ausgesetzt wurden.» Bei Letzterem drohe dem Besitzer ein Verfahren wegen Tierquälerei.

Yasmine Wenk, Kampagnenmitarbeiterin bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten Schweiz, sagt, dass es leider besonders in der Ferienzeit sehr häufig vorkomme, dass Tiere ausgesetzt würden. «Das kann passieren, wenn sich die Leute der Verantwortung eines Tieres nicht bewusst sind. Bei anstehenden Ferien merken sie dann, dass keine Ferienlösung vorhanden ist», sagt Wenk.

*Name der Redaktion bekannt.

(lar)