Dietikon ZH

05. Dezember 2019 20:31; Akt: 05.12.2019 21:10 Print

«Wir sind zutiefst erschüttert»

Nach dem Tod eines Lehrlings auf einer Baustelle in Dietikon ist der Unfallhergang noch nicht klar. Für die Arbeitssicherheit seien alle Anwesenden verantwortlich, heisst es in Fachkreisen.

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Ein rund zwei Tonnen schweres Betonelement stürzte am Donnerstagmorgen in Dietikon ZH auf einen 15-jährigen Lehrling. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des jungen Bauarbeiters feststellen. Die involvierten Baufirmen wollten sich auf Anfrage von 20 Minuten nicht zum tragischen Unfall äussern. Beim Baumeisterverband ist man «zutiefst erschüttert». Man wolle den Angehörigen und Angestellten das tiefste Mitleid aussprechen.

Zum Vorfall selbst will sich Mediensprecher Matthias Engel aus Mangel an Informationen nicht äussern. Aber: «Arbeitssicherheit hat bei jedem Arbeitsschritt oberste Priorität. Alle Beteiligten auf dem Bau müssen sich jeden Tag bewusst sein, wie wichtig die Sicherheit ist.» Es gebe Kurse zum Thema, «entscheidend ist am Ende, dass die Equipe vor Ort entscheidet, was zu tun ist». Alle Anwesenden auf einer Baustelle seien zusammen für die Sicherheit verantwortlich.

Suva klärt Vorfall ab

Dass beim Unfall ein 15-Jähriger ums Leben kam, ist für Engel besonders tragisch. «Es verunfallen nicht mehr Lehrlinge als Altgediente.» In der Ausbildung sei Arbeitssicherheit ein ständiges Thema, das auf dem Stundenplan stehe.

Die Suva teilte auf Anfrage mit, dass man zurzeit noch nicht wisse, was im vorliegenden Fall passiert sei. Grundsätzlich ist es laut Sprecherin Erika Rogger so, dass Lehrlinge keine gefährlichen Arbeiten ausführen dürfen. «Lernende dürfen nur entsprechend ihrem Ausbildungsstand für gefährliche Arbeiten herangezogen werden, wenn das explizit in der Ausbildungsverordnung des jeweiligen Berufs vorgesehen ist.»

Zur Sicherheit auf Baustellen generell, heisst es: «Auf Schweizer Baustellen ereignen sich noch immer zu viele Unfälle: Allein im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe sind es über 50'000 im Jahr. Für mehr Sicherheit und weniger Unfälle braucht es den Einsatz und die Zusammenarbeit aller Beteiligten.»


Die Polizei informierte am Donnerstagnachmittag über den Unfall.

(bla)